Nicht nur Regionen am Mittelmeer stehen für Ruhestand im Sonnenschein. Auch die Bodenseeregion zählt zu diesen Orten. Gefühlt steigt dort der Anteil älterer Zuwanderer stetig. Unabhängig davon nimmt auch der Anteil von Menschen ab dem 60ten Lebensjahr kontinuierlich zu. Gemeinden wollen und müssen daher Lebensbedingungen für ältere Menschen aktiv ausgestalten, um ihnen in jeder Phase ein angemessenes Maß an physischer und psychischer Lebensqualität zu sichern.

 

Das Forschungszentrum Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (FZ SoWi) und die Hochschule Kempten untersuchen nun dieses eher unerforschte Phänomen „Altersmigration“ in mehreren Gemeinden. Vorarlberger Partner sind die Tourismusgemeinde Schruns (Montafon) und die eher wirtschaftlich orientierte Gemeinde Lustenau nahe der Schweizer Grenze. Aus dem Allgäu wirkt Bad Wörishofen mit. Gefördert wird das Projekt von der Internationalen Bodensee Hochschule und – was Vorarlberg betrifft – dem Erhalter der FH Vorarlberg.

Ziel ist es, Auswirkungen des Strukturwandels zu untersuchen. Das wären beispielsweise Kommunikationsstrategien, die Integration und Aufnahme von Hinzugezogenen erleichtern, Aspekte der Nahversorgung durch Service- und Gesundheitsdienste oder Fragen des sozialen Miteinanders.

Bereits im Sommersemester 2016 erkundete eine Gruppe des Masterstudiums Soziale Arbeit an der FH Vorarlberg, welche Lebensbedingungen ältere Menschen in Lustenau vorfinden und welche sie sich künftig wünschen würden. Dazu entwarfen sie einen umfangreichen Fragebogen zu Fragen der Nahversorgung, Mobilität, Familiensituation, zum Ehrenamt u.v.a.m. Bereits im Herbst flossen die Ergebnisse in die Entwicklungsstrategie der Gemeinde ein.

Über die Wintersaison befragte das FZ SoWi die ältere Bevölkerung von Schruns. Parallel fand diese Befragung seitens der Hochschule Kempten auch in Bad Wörishofen statt. Außerdem interviewten wir in jeder Region 15 lokale Expertinnen und Experten zu den Bedingungen des gemeindespezifischen Lebens im Alter. Sobald die gesammelten Daten im Verlauf des Jahres 2017 vorliegen, lassen sich daraus sowohl Eigenheiten der Gemeinden herausarbeiten als auch Unterschiede zwischen ihnen. Auch Schruns nutzt die Ergebnisse der Studie für eine kommunale Strategie für das künftige Leben im Alter zu entwickeln.

Im Frühjahr und Sommer 2017 folgen dann in beiden Regionen – Vorarlberg und Allgäu – Workshops mit älteren Menschen und nachgängige Delphi-Interviews. Jene Expertinnen und Experten, die ein Jahr zuvor bereits Auskunft gaben, werden die erarbeiteten Sachstände bewerten und Ausblick auf mögliche Weiterentwicklungen geben.

 

Mit all seinen Modulen trägt das Projekt dazu bei, die beteiligten Gemeinden in ihrer Entwicklungspolitik für ältere Menschen zu fördern. Darüber hinaus wird sich zeigen, ob und inwiefern „Altersmigration“ für Tourismusgemeinden künftig an Bedeutung gewinnt und wie sich Gemeinden darauf einstellen können.

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