Die hohe Fachkompetenz der FH Vorarlberg im Bereich Planspiele hat die Professorin für Sozialpsychologie von Tokio nach Dornbirn geführt. Für ein Jahr forscht Prof. Kikkawa über die Möglichkeiten und das Design von Planspielen im Bereich Risk Communication. Dabei ist sie eng mit den Expertinnen und Experten der FH Vorarlberg vernetzt.

 

Für den Weg von ihrer Wohnung zur Arbeit an der FH Vorarlberg braucht Prof. Kikkawa nur 10 Minuten. "Das ist ein großer Luxus für mich", strahlt die Professorin aus Japan. "In Tokio brauche ich dafür 1,5 Stunden." Auch in anderen Bereichen sieht Toshiko Kikkawa Unterschiede zwischen der österreichischen und japanischen Arbeitswelt. "Hier an der FH Vorarlberg sind die Strukturen viel flexibler. Das ermöglicht einen größeren Gestaltungsfreiraum für die Forschenden." Begeisterst zeigt sich der japanische Gast auch von der Hilfsbereitschaft der Kolleginnen und Kollegen: "Ich bekomme viel Unterstützung, besonders von Prof. (FH) Dr. Willy Kriz, über den ich auch hierher an die FH Vorarlberg gekommen bin."

Kennen gelernt haben sich die beiden Hochschullehrenden 2006 bei der ISAGA Summerschool an der FH Vorarlberg. Die ISAGA (International Simulation and Gaming Association) ist der Weltverband der Planspiel Community. 2014 fand die ISAGA Planspiel Welttagung an der FH Vorarlberg statt. Über 330 Planspielexpertinnen und -experten nahmen an dieser Konferenz teil. Auch Prof. Kikkawa kam erneut nach Dornbirn und festige ihren Kontakt zur FH Vorarlberg.

Planspiele zu Lernzwecken
An der Vorarlberger Hochschule kommen Planspiele seit vielen Jahren in den verschiedenen Studiengängen zu Lernzwecken zum Einsatz. Prof. (FH) Dr. Kriz erklärt: "Mit Hilfe von Planspielen werden Systemabläufe nachgebildet und untersucht, die man in der Wirklichkeit aus Zeit-, Kosten- oder Gefahrengründen nicht real durchführen kann oder will. ‚Gemeinsames Problemhandeln’ dient dabei dem Lernen."

Planspiele in der Risk Communication
Prof. Kikkawa hat Planspiele 1991 bei einer Planspielkonferenz in Kyoto kennengelernt: "Ich war beeindruckt über die vielfältigen Möglichkeiten, die Planspielen sowohl in der Wissenschaft als auch in der Lehre bieten. Das fasziniert bis heute." Die Sozialpsychologin ist eine ausgewiesene Spezialistin im Bereich Planspiele und Risk Communication. Die Wissenschaftlerin erklärt warum: "In Japan spielt die Simulation von Katastrophen eine große Rolle. Das ist darauf zurückzuführen, dass wir in einem Erdbebengebiet leben und deshalb entsprechende Vorkehrungen treffen müssen." Planspielen in diesem Bereich kommt deshalb eine große Bedeutung zu. So kann Prof. Kikkawa ihr Forschungsjahr an der FH Vorarlberg verbringen und sich mit den Möglichkeiten von Gaming Simulations sowie mit deren Design beschäftigen. "Die FH Vorarlberg ist dafür der ideale Ort, denn das Fachwissen in diesem Bereich ist hier sehr hoch", ist die Professorin aus Japan überzeugt." Die Vorarlberger Hochschule hat in diesem Bereich den Ruf einer internationalen Vorreiterin."

International vernetzt
Der Austausch unter Hochschullehrenden wie Prof. Kikkawa ist ein zentrales Element im Studiengang Internationale Betriebswirtschaft und an der gesamten Hochschule. Ermöglicht wird dies durch eine Vielzahl an Partnerhochschulen auf der ganzen Wellt. "Wir sind sowohl in der Forschung als auch in der didaktischen Entwicklung im Planspielsektor international bestens vernetzt", erklärt Prof. (FH) Dr. Kriz. "Davon profitieren vor allem unsere Studierenden, denn Planspiele bieten vielfältige und realitätsnahe Lernerfahrungen."
 
Zur Person Prof. Toshiko Kikkawa
Professor at Keio University, Faculty of Business and Commerce
Toshiko Kikkawa is a social psychologist. Her specialized field is simulation gaming

and risk communication. She is also interested in training for improving risk communication using gaming simulation. She published books and papers on gaming simulation and risk communication in Japanese and papers in English.

Academic Societies & Scientific Organizations:
• The Society for Risk Analysis (SRA)
• International Simulation and Gaming Association (ISAGA)
• American Psychological Association (APA)

Artikel in der Neue am Sonntag vom 9. Oktober 2016 zum Download

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