Defibrillatortechnik - Arrhythmiedetektion und EKG Analyse
Abstract
In nahezu der Hälfte aller und ca. 80% der primär kardialenKreislaufstillstände außerhalb von Krankenhäusern ist die zugrunde liegende Ursache ein plötzliches Kammerflimmern. Die internationalen Richtlinien zur kardiopulmonalen Reanimation (CPR) empfehlen die elektrische Defibrillation zur Therapie des Kammerflimmerns als Klasse IIa (bei innerklinischem Kammerflimmern < 3 Minuten Klasse I), da diese neben der externen Thoraxkompression die einzig wirksame Intervention ist, welche bewiesenermaßen mit dem Überleben bei der CPR korreliert.
Für eine erfolgreiche Defibrillation muss elektrischer Strom in ausreichender Stärke durch das Myokard fließen. Durch das Forcieren der so genannten “Früh-“ und “Laiendefibrillation“ sind in den letzten Jahren neben den manuellen Defibrillatoren (halb-)automatische externe Defibrillatoren (AEDs) auf den Markt gekommen. Mittlerweile sind ca. 2000 präklinische AEDs (inkl. in Rettungsfahrzeugen) in Österreich installiert. (Halb-)automatisch bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Geräte an Hand des vorliegenden EKGs dem Benutzer die Entscheidung über die Abgabe eines elektrischen Pulses abnehmen bzw. eine Empfehlung zur Schockabgabe abgeben sowie weiterführende Handlungsanweisungen geben. Die dazu verwendeten Arrhythmiedetektions-Algorithmen müssen vorgegebenen Zuverlässigkeitskriterien genügen.
Neben der Arrhythmiedetektion haben neueste Studien die Notwendigkeit einer allgemeineren EKG-Analyse in den Blickpunkt gebracht. In Seattle/Washington und Oslo/Norwegen konnte in außerklinischen Studien gezeigt werden, dass sich der Defibrillationserfolg bei langen Stillstandszeiten durch vorangehende Basismaßnahmen signifikant verbessert. Daraus drängt sich die Frage nach dem optimalen Zeitpunkt der Defibrillation bzw. der optimalen Dauer der CPR vor der Defibrillation auf. Zukünftige Defibrillatoren werden daher auch möglicherweise so genannte “Flimmer-Scoring“-Algorithmen implementiert haben.
Sind die Voraussetzungen für eine voraussichtlich erfolgreiche Defibrillation gegeben, sollte der Patient mit einem optimal an ihn angepassten Defibrillationspuls geschockt werden. Handelsübliche Geräte verwenden teils sehr unterschiedliche biphasische Pulsformen, und in der Literatur sowie auf dem Markt wird einerseits über die Effektivität und andererseits über die mögliche Schädlichkeit der diversen Pulsformen heftig diskutiert.
In der vorliegenden Arbeit wird näher auf die Themengebiete Arrhythmiedetektion, Flimmer-Scoring und Pulsform eingegangen. www.springer.de


