Vom Diplom-Studiengang "InterMedia" zum Bachelor-/Masterstudiengang "InterMedia"

1996 startete der 8-semestrige Diplom-Studiengang „InterMedia“ unter der Leitung von Dr. Gerhard Schwärzler (1996 - 1999) mit dem akademischen Abschluss Mag. (FH).

Ziel war es, erstmals ein Studium zu etablieren das zwar einen Gestaltungsschwerpunkt hatte, jedoch auch wirtschaftliche und technische Fächer einbezog. Schon früh hatte man an der FH Vorarlberg erkannt, dass die zunehmende Digitalisierung ganz neue Anforderungen an künftige Gestalterinnen bzw. Gestalter stellen würde und das ambitionierte Studienkonzept trug dem Rechnung. Dr. Dietmar Treichl übernahm von 1999 bis 2002 die Studiengangsleitung, gefolgt von Dr. Hubert Matt, der den Studiengang interimistisch ein Jahr führte. In dieser Zeit wurde der Fokus auf die Gestaltung von interaktiven Medien für neue Kommunikationsprozesse weiter geschärft.

Die europaweite Harmonisierung von Studiengängen und –abschlüssen durch den Bologna-Prozess erforderte eine Umstellung der Diplomstudiengänge auf das Bachelor-/Mastersystem. Diese Aufgabe fiel Dr. Roland Alton-Scheidl zu, der von 2003 – 2006 den auslaufenden Diplom-Studiengang „InterMedia“ sowie den ab 2004 startenden Bachelor-Studiengang „Mediengestaltung“ leitete.

Neben der reinen Wissensvermittlung ging es im neu konzipierten Studiengang auch sehr stark um die Entwicklung von kreativen und konzeptionellen Fähigkeiten sowie um die Schulung der Wahrnehmung und das Verständnis für Entwurfsentscheidungen. Gleichzeitig waren die Studierenden gefordert, den kulturellen und gesellschaftlichen Kontext der eigenen Arbeit zu erfassen und deren Konsequenzen zu berücksichtigen und sich somit ihrer ethischen Verantwortung bewusst zu sein.

Mit der Einführung des InterMedia Labs (2004) hatten die Studierenden auch außerhalb der eigentlichen Unterrichtsräume der FH Vorarlberg einen Werk- und Ausstellungsraum, in dem nicht nur Unterricht stattfinden konnte, sondern auch Projektergebnisse und Abschlussarbeiten der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden.

Gemeinsam mit der FH St. Pölten hat die FH Vorarlberg in dieser Zeit eine Ausschreibung der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gewonnen und konnte das Kompetenznetzwerk Mediengestaltung formen. Das Netzwerk entwickelte mit einem Dutzend Partnern (u. a. FH Salzburg, Netherlands Media Art Institute und Unternehmen) von 2004 bis 2006 gemeinsam Konzepte, Prototypen, Thesen und Dienste in Bereichen wie streaming, Lizenzierung und aktuellen Gestaltungsfragen.

2007 übernahm Dipl.-Ing. (FH) Heidi Weber die Leitung des Bachelorstudiengangs und des erstmals startenden Master-Studiengangs „InterMedia“. Dieser bot vier Ausrichtungen, die nach den Anforderungen und den aktuellen Entwicklungen des Medienmarktes modelliert wurden:

2009 wurde der Bachelor-Studiengang „Mediengestaltung“ beim österreichischen Fachhochschul-Rat mit der früheren Bezeichnung „InterMedia“ reakkreditiert.

Unter der nunmehrigen Leitung von Univ.-Lekt.Markus Hanzer (seit 2015) wurden die Lehrinhalte sowohl im Bachelor- als auch im Masterstudiengang aktualisiert, damit auch in Zukunft sichergestellt werden kann, dass Institutionen und Unternehmen Hochschulabsolventinnen und -absolventen zur Verfügung stehen, die in der Lage sind, zukunftsfähige Antworten auf zentrale Fragestellungen zu erarbeiten. Inhaltlich geht es dabei nicht vorrangig um die Vermittlung spezialisierter handwerklicher Fertigkeiten (Print, Foto, Video, Audio, Web etc.), sondern um eine Einübung in das Zusammenspiel unterschiedlichster theoretischer als auch handwerklicher Kenntnisse, kombiniert mit einer Spezialisierung in einem selbst gewählten Gestaltungsbereich.

Auch das didaktische Konzept wurde überarbeitet. Für jene Inhalte, bei deren Beschäftigung ein individuelles Tempo von Vorteil ist, stehen Online-Tutorials zur Verfügung. Im Gegenzug bietet InterMedia reichlich Zeit für Diskussionen, Beratung, Coaching und persönliche Betreuung. Ziel ist es, die spezifischen Talente der Studierenden möglichst optimal zu fördern und zu unterstützen. Die Unterrichtseinheiten sind zu großen Themenfeldern zusammengefasst, um Querverbindungen und Zusammenhänge herstellen und diskutieren zu können.

Für die praktische Arbeit stehen den Studierenden offene „Werkstätten“ zur Verfügung. Hier treffen alle Semester aufeinander und können im Rahmen gegenseitiger Unterstützung, bei professioneller Beratung durch Unterrichtende, die für sie relevanten handwerklichen Fähigkeiten entwickeln.

Durch die wachsende Bedeutung von Gestaltung in vielen Bereichen, zusammen mit einer rasanten technologischen Entwicklung, ergeben sich sehr viele Fragestellungen, für die es noch keine fertigen Antworten gibt. Im Masterstudium wird nach Antworten auf diese Fragen geforscht. Neu ist, dass die Studierenden zwei Jahre Zeit haben, an einer selbst gewählten Forschungsfrage zu arbeiten. Ergänzend zum eigenen Forschungsbereich werden die Studierenden mit den aktuellen Fragestellungen im Feld Gestaltung vertraut gemacht. In den ersten drei Semestern haben die Studierenden auch die Gelegenheit, im Rahmen von Intensivgestaltungsprojekten angrenzende Themen in überschaubarer Zeit gestalterisch zu bewältigen.    

Bachelorstudiengänge im Bereich Gestaltung

Masterstudiengänge im Bereich Gestaltung

Chronik der Studiengänge