The Russian Double-Headed Eagle Is Always on Its Guard:
Russia’s Struggle for and against Western Values

Veranstaltungsinfos

Thursday, 30. March 2017
18:30  -  19:30 Uhr
Cafeteria, Bibliothek der FH Vorarlberg

Anmeldung


Im Dezember 1825 wurde Sankt-Petersburg Zeuge eines Machtkampfes zwischen 3,000 von rebellischen Offizieren geführten Soldaten einerseits und dem Zaren Nikolas I andererseits. Das Ergebnis war eine Niederlage und die Verbannung der sogenannten Dezembristen nach Sibirien und dazu die Ablehnung der von ihnen angestrebten Verfassung. Diese Niederlage kündigte den Sieg eines konservativen Zaren und Verfechters der Dreifaltigkeit des russischen Absolutismus an: Orthodoxie, Autokratie und Nationalismus. 2016 steht eine gespaltene Opposition einem politischen System, öffentlichen Institutionen und einer Medienlandschaft orthodoxer, autokratischer und nationalistischer Ausprägung gegenüber. Dieser Vortrag setzt sich mit den Hauptkonflikten zwischen russischen Konservativen und Reformisten auseinander, mit Fokus auf die Russische Föderation und die Präsidentschaften von Wladimir Putin. Weiterhin wird das Verständnis der „westlichen Werte“ der russischen Gesellschaft behandelt und der Grund dafür beleuchtet, warum die westliche Auffassung wenig zielführend ist, den Streit zwischen Konservativen und Reformisten als einen Streit „für oder gegen westliche Werte“ zu verstehen. Denn dieser Streit findet immer noch unter dem Blick eines Doppeladlers mit orthodoxer Herkunft statt. Er ist das Symbol der Einheit von orthodoxer Kirche und Staat und er hält immer noch einen Reichszepter und einen Reichsapfel in den Krallen.

Referent:
Dr. Colin Gregory-Moores wurde1962 in England geboren, wo er ein BA-Studium in Deutsch und Russisch an der Bradford University absolvierte. 1986-1996 schloss er ein MA- und ein PhD-Studium der deutschen Literatur an der University of Illinois at Urbana-Champaign, USA, ab. Seit 2000 arbeitet er als Hochschullehrer für Englisch an der FH Vorarlberg. 2009 entdeckte er seine Liebe für Russland wieder und fährt seitdem jedes Jahr in das Land, um sein Studium der Sprache und Kultur fortzusetzen.