Der russische Doppeladler ist immer wachsam:
Russlands Kampf für und gegen westliche Werte
Referent: Dr. Colin Gregory-Moores

Veranstaltungsinfos

Donnerstag, 30. März 2017
18:30  -  19:30 Uhr
Cafeteria, Bibliothek der FH Vorarlberg

Anmeldung


Im Dezember 1825 wurde die Stadt Sankt-Petersburg Zeugin eines Machtkampfes zwischen 3.000 von rebellischen Offizieren geführten Soldaten einerseits und dem Zaren Nikolaus I. andererseits. Ergebnis waren eine Niederlage und die Verbannung der sogenannten Dezembristen nach Sibirien sowie die Ablehnung der von ihnen angestrebten Verfassung. Diese Niederlage kündigte den Sieg eines konservativen Zaren und Verfechters der Dreifaltigkeit des russischen Absolutismus an: Orthodoxie, Autokratie und Nationalismus. 2017 steht eine gespaltene außerparlamentarische Opposition einem politischen System, öffentlichen Institutionen und einer Medienlandschaft gegenüber, welche Teile der westlichen Medien oft fälschlicherweise pauschal als ausschließlich orthodox, autokratisch und nationalistisch charakterisieren.

Dieser Vortrag setzt sich mit der jetzigen Debatte in der russischen Gesellschaft über nichttraditionelle (westliche) und traditionelle (russische) Werte auseinander. Es wird das Verständnis der "westlichen Werte" in der heutigen russischen Gesellschaft behandelt und der Frage nachgegangen, warum die westliche Auffassung, diese Debatte als einen Streit "für oder gegen westliche Werte" zu verstehen, nicht immer zielführend ist.