Das Forschungszentrum Sozial- und Wirtschaftswissenschaften der FH Vorarlberg hat einen akademischen Lehrgang für rumänische Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter in Bukarest organisiert.

Das Know-how kam dabei ebenfalls aus Vorarlberg: Lehrende waren Praktikerinnen und Praktiker aus der Sozialen Arbeit in Vorarlberg. Das Projekt wurde nun mit einem ersten Lehrgang abgeschlossen.  Projektauftraggeber ist die gemeinnützige Sozialorganisation Concordia Rumänien.

Das Weiterbildungsprojekt wurde von April bis Oktober 2017 in Rumänien durchgeführt. In insgesamt fünf Blockwochen sowie drei Praktikumsphasen durchliefen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Weiterbildungsprogramm, das in erster Linie auf praxisorientiertes Arbeiten mit notleidenden Menschen ausgerichtet war.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Lehrgangs waren Fachpersonen aus unterschiedlichsten sozialen Einrichtungen in Rumänien. Sie wurden in der praktischen Arbeit geschult und weitergebildet. „Durch den Lehrgang wurden die Fachpersonen befähigt, ihre Arbeit mit notleidenden Menschen vor Ort nach professionellem Standard durchzuführen“, berichtet FH-Dozent und Lehrgangsleiter Mag. Bernhard Gut, DSA.

Für die Realisierung des Projekts erhielt Gut im November den „Award für bedeutsame Leistungen im Bereich der rumänischen Psychiatrieversorgung“. „Eine solche Anerkennung ausgesprochen zu bekommen, ohne rumänischer Staatsbürger zu sein, ist für mich eine besondere Ehre“, so Bernhard Gut über die Auszeichnung, die er stellvertretend für alle Lehrenden entgegengenommen hat.

Lehrende dieses Projekts waren Praktikerinnen und Praktiker aus der Sozialen Arbeit in Vorarlberg, die ihre Erfahrungen und ihr Wissen an die rumänischen Kolleginnen und Kollegen weitergaben. Für die 30 Trainingsplätze gab es mehr als 120 Bewerbungen, 28 TeilnehmerInnen schlossen den Lehrgang im Oktober 2017 ab.

Investition in die Zukunft
Bei der Übergabe der Zertifikate waren neben der Rektorin der FH Vorarlberg, Prof. (FH) Dr. Dipl. Psych. Tanja Eiselen, auch der stellvertretende österreichische Botschaftsrat und stellvertretende Missionschef Benedikt Saupe anwesend. Er sprach von einem „ausgesprochen bemerkenswerten Modellprojekt mit Vorarlberger Handschrift“, welches in Rumänien umgesetzt wurde.

Die Weiterbildungsmaßnahme wurde als Kooperation zwischen der FH Vorarlberg und Concordia Rumänien durchgeführt. Ziel war es, die rumänischen Fachkräfte vor allem hinsichtlich der praktischen Arbeit und der direkten Klientenbetreuung zu schulen. Die 28 Absolventinnen und Absolventen betreuen ca. 2.500 Personen in den unterschiedlichsten Bereichen der Sozialen Arbeit (Kinder und Jugendliche, Familien, Personen in existenzbedrohlichen Situationen, Menschen mit mentalen Beeinträchtigungen). Durch die Qualitätssteigerung und die vor allem praxisorientierte Vermittlung von sozialarbeiterischem Know-how ist so eine effektivere und effizientere Hilfe vor Ort möglich.

Außerdem wurde beim Projekt auf die Nachhaltigkeit und Kontinuität großen Wert gelegt. So wurden im Rahmen dieser Weiterbildungsmaßnahme eigene TrainerInnen aus Rumänien geschult, welche die Inhalte und Methoden aus diesem ersten Lehrgang künftig an weitere TeilnehmerInnen weitergeben. Dadurch ist es möglich, eine langanhaltende und fachlich fundierte Weiterbildung zu gewährleisten. Diese kann nun eigenständig von rumänischen Fachkräften durchgeführt werden.

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