Digital Factory Vorarlberg: Startrampe für Digitalisierung

Schulterschluss zwischen AIT, Land Vorarlberg und FH Vorarlberg – Gründung eines überbetrieblichen Forschungszentrums – rund 5 Millionen Euro für Forschungsprojekte.

Das AIT Austrian Institute of Technology und die FH Vorarlberg bündeln ihre Expertise in Form eines Joint Ventures. Das gaben Landeshauptmann Markus Wallner und AIT Aufsichtsratsvorsitzender Hannes Androsch heute in Dornbirn bekannt. Die Partner investieren in den nächsten fünf Jahren rund fünf Millionen Euro in den Auf- und Ausbau der Digital Factory Vorarlberg GmbH. Diese überbetriebliche Forschungseinrichtung versteht sich als Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

Bereits seit 2018 forschen Mitarbeitende der FH Vorarlberg in der Digital Factory an den digitalen Technologien für die Fertigungsanlagen der Zukunft. Das größte außeruniversitäre Forschungszentrum Österreichs, das AIT Austrian Institute of Technology, zählt seit Mitte 2019 zu den strategischen Partnern. Auf dieser Basis konzipierte in den vergangenen Monaten ein interdisziplinäres Projektteam bestehend aus FH Vorarlberg und AIT unter Koordination der Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH (WISTO) ein gemeinschaftlich getragenes Forschungszentrum für den Standort Vorarlberg in Form eines Joint Ventures, an dem das AIT zu 51 Prozent und die FH Vorarlberg zu 49 Prozent beteiligt ist.

Die Verknüpfung der regionalen Hochschule mit den Kompetenzen des größten außeruniversitären Forschungszentrums Österreichs eröffnet den Zugang zu internationalen Forschungsnetzwerken, schafft überbetriebliche Forschungskapazität und -kompetenz und macht diese für Vorarlberger Unternehmen zugänglich. Für den Auf- und Ausbau der „Digital Factory Vorarlberg GmbH“ steht in den ersten fünf Jahren eine Basisfinanzierung in Höhe von rund fünf Millionen Euro zur Verfügung. Im Vollausbau wird die Basisfinanzierung jährlich 1,5 Millionen Euro betragen und rund 30 MitarbeiterInnen werden am Institut beschäftigt sein. Zusätzliche Finanzierung wird durch Beteiligung an Forschungsprogrammen und durch Partnerbetriebe sichergestellt.

Ziel der Forschungseinrichtung ist es, die Ergebnisse der Grundlagenforschung für die regionale Wirtschaft in Form von Produkten, Prozessen oder Dienstleistungen anwendungsorientiert nutzbar zu machen.

„Der Zugang und die Nutzung neuster digitaler Technologien sichert die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft. Das sichert auch den Vorsprung unserer Leitbetriebe und damit Wohlstand und Beschäftigung“, sagt Wirtschaftslandesrat Marco Tittler.

Für Hannes Androsch, Aufsichtsratsvorsitzender des AIT, bedingt die Globalisierung Kooperation auf regionaler Ebene mehr denn je: „Durch das Netzwerk des AIT erhält Vorarlberg Anbindung an das europäische Innovationssystem, neue Technologien und globale Entwicklungen werden fassbar.“

Ein Netzwerk für Wissenschaft, Lehre und Wirtschaft

Die Synergien einer Zusammenarbeit liegen für FH Vorarlberg und AIT klar auf der Hand. Das AIT ist in zahlreichen internationalen Forschungsprojekten aktiv, verfügt über ein weltweites Netzwerk führender WissenschaftlerInnen und hat Zugang zu den neuesten Erkenntnissen der Grundlagenforschung. „Das AIT unterstützt Wirtschaft und Gesellschaft in den Bereichen Digitalisierung, Dekarbonisierung und anderen Herausforderungen des Klimawandels”, sagt Helmut Leopold, Head of Center for Digital Safety & Security am AIT. Anwendungsorientierte Forschung benötige den Austausch zwischen Wissenschaft, Lehre und Wirtschaft, so Leopold, der darin explizit die Stärken der FH Vorarlberg sieht. Diese ist in der wirtschaftlich attraktiven Bodenseeregion bestens vernetzt und damit nah an den Bedürfnissen der Betriebe. „Mit der Digital Factory Vorarlberg schaffen wir die finanziellen und technologischen Voraussetzungen für einen Digitalisierungsschub, von dem nicht nur einzelne Unternehmen, sondern der gesamte Wirtschafts- und Forschungsstandort profitieren“, zeigt sich Stefan Fitz-Rankl, Geschäftsführer der FH Vorarlberg, überzeugt. „Gemeinsam können wir praxisorientierte Lösungen entwickeln, in unserer Modellfabrik validieren und darüber hinaus die Betriebe beim erforderlichen Kompetenzaufbau unterstützen. Kurz gesagt, wir bauen das Wissenszentrum für Digitalisierung hier am Standort massiv aus und werden aktuelle Forschungsergebnisse für unsere Partner in der Wirtschaft noch besser nutzbar machen.“

Forschungsschwerpunkte am Puls der Zeit

Die Forschungsschwerpunkte der Digital Factory Vorarlberg liegen in Cloud-basierten Fertigungssystemen, Data Science und Künstlicher Intelligenz, Funktechnologien und Cyber Security. Ein konkretes Beispiel ist etwa der Aufbau einer sogenannten Cyber-Range zur Entwicklung und Überprüfung von IT-Sicherheitssystemen für Vorarlberger Betriebe. Damit können unter anderem Cyber-Angriffe auf Firmennetzwerke simuliert und Mitarbeitende in Erkennung und Abwehr geschult werden. Auch im Bereich Funktechnologien wird das Forschungsinstitut aktiv sein. Ein Labor zur Entwicklung von 5G-basierten Anwendungen ist bereits in Planung. „Digitalisierung verlangt von Betrieben völlig neue Fähigkeiten. Unternehmen sollten sich frühzeitig mit den Chancen und disruptiven Effekten digitaler Technologien auseinandersetzen und dabei Forschung als Spielwiese für neue Ideen betrachten“, so Helmut Leopold.

Digital Factory Vorarlberg GmbH (DFV)

Gesellschaft zur Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten
Adresse: Campus V, Hochschulstraße 1, 6850 Dornbirn
Gesellschafter: 51 % Austrian Institute of Technology, 49 % FH Vorarlberg GmbH

 

 

 

Digital Factory Vorarlberg: Startrampe für Digitalisierung

Kontakt für interessierte Unternehmen:

Dr. Heinz Seyringer
Forschungsleiter

+43 5572 394159
heinz.seyringer@fhv.at

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