Das Austrian Blockchain Center soll Blockchain-Technologien und deren Anwendungen umfassend erforschen. Ziel des Zentrums ist es, die Anwendung von Blockchain-Technologien im Finanz- und Energiesektor, in der Logistik und im Einzelhandel, in der Verwaltung sowie in industriellen Anwendungen wie Industrie 4.0 und IoT voranzutreiben. In Anbetracht der disruptiven Natur der Blockchain-Technologien wird das Zentrum auch zur Koevolution der technologischen, rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen beitragen, die notwendig sind, um dezentrale Anwendungen zu ermöglichen. Diese neuen Anwendungen und Geschäftsmodelle, die sich aus Kooperationen zwischen etablierten Akteuren, innovativen Start-ups und führenden Forschungsinstituten ergeben, sind der Schlüssel für die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Etablierung von Österreich unter den zehn innovativsten Länder in Europa.

Der aktuelle Stand der Blockchain-Adaption in Österreich kann als lokales Bottom-Up-Lernen und Experimentieren bezeichnet werden. Innovative etablierte Unternehmen und Organisationen des öffentlichen Sektors haben Blockchain-Technologien in begrenzten internen Umgebungen ausprobiert, um sich mit den neuen technologischen Möglichkeiten vertraut zu machen, ihren Entwicklungsstand zu testen und die Auswirkungen auf Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle zu untersuchen. Innovative Start-ups haben ICOs durchgeführt und ihre Arbeit aufgenommen, juristische Gremien haben damit begonnen, Strategien zur Anpassung der regulatorischen Rahmenbedingungen zu entwickeln, und Universitäten und andere Forschungseinrichtungen haben Forschungsgruppen zu Blockchain- und Distributed-Ledger-Technologien gegründet. Dies sind wichtige erste Schritte. Blockchain-Technologien haben jedoch das größte Potenzial in Bereichen, die Grenzen von Organisationen überschreiten, so dass Innovationsnetzwerke gebildet werden müssen. Blockchain-Technologien haben auch das Potenzial, völlig neue Formen der Organisation von Wirtschaft und Staat zu unterstützen. Interdisziplinäre Forschung in den Bereichen Technologie, Wirtschaft und Recht ist notwendig, um diesen Herausforderungen gerecht zu werden.

Um zu dieser nächsten Phase der Adoption überzugehen, wurde vom österreichischen Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftliche Angelegenheiten der 9 Punkte Aktionsplan von Blockchain Austria https://www.blockchain-austria.gv.at/unser-9-punkteplan/ erstellt. Der Antrag für das Austrian Blockchain Center folgt den Aktionspunkten drei und acht dieses Plans. Punkt drei sieht die Einrichtung von interdisziplinären Forschungsinstituten und Forschungsplattformen, die mehrere Universitäten einbeziehen, vor. Aktionspunkt acht fordert die Bildung eines österreichischen Blockchain-Zentrums (ABC) als Wissensnetzwerk aller Interessengruppen. Diesen Leitlinien folgend haben sich 21 österreichische Forschungseinrichtungen und ihre internationalen Partner zusammengeschlossen, um interdisziplinär im Blockchain-Bereich zu forschen. Die Forschungsthemen des Zentrums sind in fünf Bereichen organisiert, die auf Aspekte von Blockchains in den Bereichen Informatik, Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Fertigungstechnik und Engineering sowie Recht und Politik abzielen. 54 österreichische und internationale Unternehmen werden mit den akademischen Partnern in der angewandten Forschung und der Entwicklung von Use Cases, Prototypen und Proof of Concepts zusammenarbeiten. 17 vorwiegend öffentliche Einrichtungen, die für die Blockchain-Einführung wichtig sind, nehmen als assoziierte Partner am Zentrum teil, so dass eine gemeinsame und reibungslose Koevolution des technologischen Fortschritts und der rechtlichen und politischen Infrastruktur gewährleistet ist.

Fakten

ProjektnameAustrian Blockchain Centre (ABC
ProgrammCOMET K1
ThemaBlockchain, Innovation
Projektdauer01. 10. 2019 — 30. 09. 2023
Projekt Budget20.380.620,00 EUR
ERDF Finanzierung10.190.310,00 EUR

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Contact

Prof. (FH) Dr.-Ing. Jens Schumacher
Leiter Forschungszentrum Business Informatics, Hochschullehrer

+43 5572 792 7118
jens.schumacher@fhv.at

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Martin Dobler, BSc MSc
Wissenschaftlicher Projektmitarbeiter

+43 5572 792 7126
martin.dobler@fhv.at

S2 16

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