Durch die Erweiterung des Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz 2010 – ElWOG 2010 (letztgültige Fassung mit der Änderung BGBl. I Nr. 108/2017) um den §16a wird der Rechtsanspruch auf den Betrieb von gemeinschaftlichen Erzeugungsanlagen (GEE) geregelt. Dies ermöglicht erstmals, dass regenerative Kleinerzeugungsanlagen von mehreren Parteien gemeinschaftlich genutzt werden können.

Die Abbildung zeigt links den Stand der Technik mit zentraler Brauchwassererzeugung über Erdgas (GT=Gastherme) und Zirkulationsleitung und rechts: den Ansatz aus PrOAGE mit dezentraler Warmwassererzeugung mittels Wärmepumpe (WP) oder direkt elektrische (DE), separatem Smart Meter pro Wohnung und zentraler PV-Anlage.

Projektziel

Als typischer Anwendungsfall wird ein Mehrparteienhaus (32 WE) mit einer PV-Anlage (38 kWP) mit realen Erzeugungs- und Verbrauchsprofilen in einer Jahressimulation bilanziert. Da es eine zeitliche Diskrepanz zwischen Erzeugung und Bedarf gibt, werden dezentrale Warmwasserspeicher (WWS) mit elektrischer Beheizung und bekannten Verbrauchsprofilen als verschiebbare und direkt steuerbare Lasten mitberücksichtigt. Dies erlaubt es verschiedene Steuerungsstrategien zu realisieren, um den erzeugten PV-Strom möglichst innerhalb der Grenzen der Hausgemeinschaft zu verbrauchen.

Ausgehend von der klassischen Niedertarif-Schaltung der WWS als Basis-Szenario wird diese mit der Beheizung bei PV-Überschuss und verschiedenen Optimierungsszenarien verglichen. Es ist eine Steigerung des Autarkiegrades des gesamten Wohngebäudes von ca. 20 % auf bis zu 40 % zu verzeichnen. Die Eigenverbrauchsquote des PV Ertrags steigt von ca. 55 % auf über 90 % bei optimaler Steuerung. Werden die Stromkosten bilanziert, ergibt sich eine maximale Einsparung von ca. 8 %, jedoch nur bei Kostenoptimierter Betriebsweise. In allen anderen Fällen ist die Einsparung vernachlässigbar. Der Gesamtenergieverbrauch verringert sich um ca. 6 % bei optimierter bedarfsorientierter Schaltung der WWS.

Kontaktpersonen Forschungszentrum Energie

Prof. (FH) Dr.-Ing. Markus Preißinger
illwerke vkw Stiftungsprofessor für Energieeffizienz, Leiter Forschungszentrum Energie

+43 5572 792 3801
markus.preissinger@fhv.at

E1 03

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DI Helena Gössler
Assistenz

+43 5572 792 3800
helena.goessler@fhv.at

E1 02

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