Beim Blick in die Zeitung denkt man, dass das komplette Energiesystem der Zukunft elektrisch sein wird. Dabei vergessen viele, dass thermische Energiesysteme dabei weiterhin eine große Rolle spielen werden. Deswegen wollen wir diese fit machen für die Zukunft indem wir sie effizienter machen, digitaler und am Ende immer auch ein Stück intelligenter.

Prof. (FH) Dr.-Ing. Markus Preißinger
Leiter des Josef Ressel Zentrums

 

Thermische Energiesysteme wie Biomassekraftwerke, Produktionsanlagen in der Lebensmittelindustrie oder auch Wärmepumpen in Wohngebäuden verfügen über Sensoren, die Betriebsdaten erfassen und aufzeichnen. In der Leitwarte oder auch remote in cloudbasierten Tools werden diese Daten visualisiert und von Expertinnen und Experten bewertet. Bislang werden diese Daten allerdings nicht dauerhaft und gesamthaft ausgewertet, da ihre Analyse und Nutzbarmachung methodisch äußerst komplex ist. Am Josef Ressel Zentrum für Intelligente Thermische Energiesysteme stellen wir uns dieser Aufgabe. Hierzu nutzen wir unsere Expertise in den Bereichen Verfahrens- und Prozesstechnik, Energiesystemanalyse- und bewertung, Modellierung, Optimierung und Data Science. In Kombination mit historischen Betriebsdaten aus Anlagen unserer Unternehmenspartner entwickeln wir Systeme zur prädiktiven Wartung, zur Betriebsplanung, zum strategischem Anlagendesign, zum automatisierten Expertensystem. - und damit einen Mehwert für Hersteller und Kunden.

Wir wollen thermischen Energiesystemen ein Gehirn geben. Es wird immer Dinge geben, die eine Maschine besser kann: schnelles Rechnen, logische Verknüpfungen herstellen oder auch die automatisierte Datenanalyse. Es wird aber auch immer Dinge geben, die der Mensch besser kann: Kreativität in der Problemlösung, Expertinnenwissen und das Erkennen von Synergien. Das Beste aus diesen zwei Welten zu kombinieren - daran arbeiten wir an unserem Josef Ressel Zentrum.

Konkret heißt das etwa für Kühlsysteme in der Lebensmittelindustrie, dass diese bisher meist mit hohen Redundanzen arbeiten, um den Ausfall einzelner Kühlgeräte auszugleichen. Wenn man allerdings alle vorhandenen Systemdaten auslesen und intelligent auswerten kann, dann kann man auch verlässlich vorhersagen, wann das System gewartet werden muss, um nicht auszufallen. Somit können benötigte Redundanzen verringert und Kosten eingespart werden. Im Fall der Wärmepumpe im Eigenheim, die vielleicht auch noch Tageszeiten mit günstigem Strom optimal nutzen will, kann man das System auf Basis operationeller und historischer Daten ebenfalls durch intelligente Analyse optimieren. Biomassekraftwerke können wiederum durch eine dauerhafte Überwachung der Betriebszustände und über den Vergleich mit historischen Daten optimiert betrieben werden und höhere Erträge an erneuerbarem Strom erzielen.

Gemeinsam mit unseren Unternehmenspartnern entwickeln wir damit wissenschaftliches Know-how und wirtschaftliche Innovationen für ein effizientes und intelligentes Energiesystem der Zukunft.

Grußwort von Frau Bundesministerin Dr. Schramböck zur Eröffnung des JRZ für Intelligente Thermische Energiesysteme

Wir bedanken uns für die finanzielle Unterstützung durch das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort und die Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung.

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