Intelligentes Lademanagement für Elektroautos

Die Anzahl an Elektroautos ist steigend. Das könnte zukünftig zu Engpässen bei Trafo-Stationen bzw. ganz allgemein im Verteilnetz führen. Markus Preißinger und sein Team vom Forschungszentrum Energie an der FH Vorarlberg verfolgen mit dem Forschungsprojekt E-MOB das Ziel, eine volkswirtschaftlich tragbare Lösung zu finden.

E-MOB ist ein großes europäisches Forschungsprojekt zum Thema Elektromobilität. Das Ziel der neun Partner aus acht europäischen Ländern ist es, Maßnahmen für eine verbesserte Integration der Elektromobilität zu entwickeln und diese mit politischen Entscheidungsträgern zu diskutieren und umzusetzen. „Das Forschungszentrum Energie hat sich zum Ziel gesetzt, die komplexe Wechselwirkung zwischen einer hohen Anzahl an Elektroautos und dem elektrischen Verteilnetz zu analysieren und für zukünftige Szenarien zu bewerten“, führt Preißinger aus.

Wenn in einer Straße auf einmal zehn statt zwei Personen ein Elektroauto fahren und alle zehn zur gleichen Zeit laden wollen, so könnte z.B. die Trafo-Station an ihre Grenzen stoßen. „Obwohl das Problem einleuchtend erscheint, ist die Lösung alles andere als trivial. Denn der konventionelle Netzausbau über dickere Kabel und leistungsstärkere Trafo-Stationen führt zu enormen Kosten“, so Preißinger. Der Schwerpunkt der Arbeiten an der FH Vorarlberg liegt daher in einem volkswirtschaftlich optimierten Ausbau auf Basis eines intelligenten Lademanagements: Wo müssen Ladesäulen an öffentlichen Orten stehen? Wäre es volkswirtschaftlich sinnvoll, vermehrt bei der Arbeit oder öffentlich zu laden? Das sind nur zwei der typischen Forschungsfragen, die es gilt, in den nächsten Jahren zu beantworten.

Intelligente Algorithmen
„Unserer Meinung nach liegt der Schlüssel zur Beantwortung dieser Fragen in intelligenten Algorithmen. Das Ziel ist es, dem Verteilnetz sozusagen ein Gehirn zu geben, sodass sich dieses selbst regulieren kann, beispielsweise indem die Ladeleistung an einzelnen Ladepunkten vorausschauend verringert wird“, erklärt Preißinger. Das funktioniert aber nur, wenn der Komfort erhalten bleibt und die Besitzerinnen und Besitzer von Elektroautos auch immer dann ein vollgeladenes Auto haben, wenn sie es benötigen. Ein netter Nebeneffekt könnte sein, dass genau dann geladen wird, wenn genügend erneuerbare Energie aus Vorarlberg zur Verfügung steht. Das würde die Elektromobilität auch ökologisch verbessern und könnte einen weiteren Beitrag zur Energieautonomie Vorarlberg liefern.

Ansätze direkt umsetzen
Die gesamte Forschung und Entwicklung bringt aber nichts, wenn man die Ideen nicht sprichwörtlich „auf die Straße bringt“. Daher ist E-MOB klar darauf ausgerichtet, dass die Erkenntnisse des Projektes in die strategischen Planungen der beteiligten Regionen einfließen. In Vorarlberg ist dies „elektrisch mobil“, die Elektromobilitätsstrategie Vorarlbergs, die im Jahr 2020 ausläuft und anschließend überarbeitet wird. „Wir wollen vielversprechende Ansätze direkt umsetzen – in der Region und mit der Region“, betont Preißinger.

„Integrated actions towards enhanced e-mobility in European regions“ lautet der gesamte Titel des Projektes, das sich im Förderinstrument „Interreg Europe“ durchgesetzt hat. Es wird in den nächsten vier Jahren für alle Partner insgesamt mit knapp 1,5 Mio. Euro gefördert.

 

 

Kontakt für interessierte Unternehmen:

Prof. (FH) Dr.-Ing. Markus Preißinger
illwerke vkw Stiftungsprofessor für Energieeffizienz, Leiter Forschungszentrum Energie

+43 5572 792 3801
markus.preissinger@fhv.at

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