An der FH Vorarlberg wurde ein neues Josef Ressel Zentrum eröffnet: Mit dem „Josef Ressel Zentrum für Intelligente thermische Energiesysteme“ kann die Hochschule die Forschungsaktivitäten auf diesem Gebiet weiter ausbauen. Ziel ist es, das oft vernachlässigte Thema des Betriebs und der Optimierung von thermischen Energiesystemen in einer zunehmend digitalen Welt anzugehen. Finanziert wird das Zentrum vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) und den Unternehmenspartnern Bertsch Energy, Gantner Instruments, innotech MSR, Rupp und Weider Wärmepumpen.

Wirtschaftsministerium als Fördergeber
In Josef Ressel Zentren wird anwendungsorientierte Forschung auf hohem Niveau betrieben, hervorragende Forscherinnen und Forscher kooperieren dazu mit innovativen Unternehmen. Jedes Josef Ressel Zentrum entsteht aus einer besonderen Fragestellung aus der Wirtschaft und bedarf einer spezifischen wissenschaftlichen Expertise. Dazu werden für jeweils fünf Jahre Forschungsgruppen eingerichtet. Für die Förderung dieser Zusammenarbeit gilt die Christian Doppler Forschungsgesellschaft international als Best Practice Beispiel. Josef Ressel Zentren werden vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) und den beteiligten Unternehmen gemeinsam finanziert.

„Ob Heizen, Kühlen oder Biomassekraftwerke: Thermische Systeme effizient und zukunftsfit zu machen ist eine wichtige Aufgabe“, betont Dr. Margarete Schramböck, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort. „Das neue Josef Ressel Zentrum nutzt Methoden der Intelligenten Datennutzung, und macht damit die Digitalisierung auch für diesen Bereich nutzbar. Das ist ein wichtiger Baustein für die zukünftige Energieversorgung und effiziente Energienutzung in Österreich, unterstützt heimische Unternehmen und schafft neue Arbeitsplätze am Standort Österreich.“

Beim neuen Josef Ressel Zentrum für Intelligente thermische Energiesysteme sind die Unternehmenspartner Bertsch Energy, Gantner Instruments, innotech MSR, Rupp und Weider Wärmepumpen beteiligt.

Für Landesrat Marco Tittler ist das neue Josef Ressel Zentrum eine Bereicherung für die Forschungslandschaft in Vorarlberg. Es zeigt, auf welch hohem Niveau Forschung an der FH Vorarlberg betrieben wird: „Damit ein Forschungsvorhaben als Josef Ressel Zentrum geführt werden kann, braucht es hervorragende Forscherinnen und Forscher sowie innovative Unternehmen. Vorarlberg hat beides. Es ist in der wissenschaftlichen Landschaft Österreichs einzigartig, da sich derzeit kein Josef Ressel Zentrum explizit mit thermischen Systemen und den hierbei eingesetzten Technologien befasst.“

Der Geschäftsführer der FH Vorarlberg, Mag. Stefan Fitz-Rankl erläutert, welch wichtigen Beitrag die Forschung der FH Vorarlberg für die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Vorarlberg leiste: „An der FH Vorarlberg hat sich über fachliche und geographische Grenzen hinweg eine erfolgreiche Forschung entwickelt, deren Schwerpunkte in der angewandten Forschung und experimentellen Entwicklung liegen. Das heißt, die Fragestellungen leiten sich aus Problemen oder Anforderungen von Unternehmen und Institutionen ab oder kommen direkt aus den Betrieben. Die Erkenntnisse daraus fließen zum einen wieder in die Arbeit der Unternehmen und zum anderen in die Ausbildung der Studierenden ein.“

Trend zur Digitalisierung
Die vierte industrielle Revolution hin zu digitalen und vernetzten Systemen in Fertigungsprozessen ist in aller Munde. Die entsprechende (thermische) Energieversorgung wird jedoch meist vernachlässigt. Ähnliches gilt für zukünftige Gebäude, bei denen weiterhin etwa 70% des Energiebedarfs für Heiz- und Warmwasserbedarf benötigt werden. Viele industrielle Prozesse benötigen in Zukunft Wärmeenergie. Dieses Thema wird also in Wissenschaft und Industrie immer bedeutender.

Einige Unternehmen haben den fortschreitenden Trend zur Digitalisierung auch in diesem Bereich erkannt. Daher sind viele thermische Technologien und komplette thermische Energiesysteme bereits über Sensoren mit der digitalen Welt verbunden. Täglich wird eine große Menge an Betriebsdaten erfasst und gespeichert, entweder über Cloud- oder firmeneigene Speichersysteme. Derzeit besteht das Hauptproblem darin, dass diese Daten meistens nur gespeichert, aber noch nicht zur Schaffung eines Mehrwerts für die Unternehmen oder deren Kunden verwendet werden. Das Josef Ressel Zentrum für Intelligente thermische Energiesysteme zielt daher darauf ab, dieses oft vernachlässigte Thema anzugehen: „Wir haben ein Konsortium von fünf renommierten Unternehmen aus verschiedenen Bereichen der thermischen Energiesysteme gebildet. Gemeinsam mit unserem multidisziplinären Team wollen wir die Herausforderungen unserer Industriepartner lösen und gleichzeitig neue wissenschaftliche Entwicklungen im Bereich der thermischen Energiesysteme erarbeiten“, erklärt Zentrumsleiter Markus Preißinger.

Der Leiter des neuen Josef Ressel Zentrums ist Prof. (FH) Dr. Markus Preißinger. Er leitet seit 2017 das Forschungszentrum Energie an der FH Vorarlberg und ist Inhaber der illwerke vkw Stiftungsprofessur für Energieeffizienz. Darüber hinaus gilt er als Experte für thermische Energiesysteme und den hierbei eingesetzten Technologien.

Kontakt

Prof. (FH) Dr.-Ing. Markus Preißinger
illwerke vkw Stiftungsprofessor für Energieeffizienz, Leiter FZ Energie

+43 5572 792 3801
markus.preissinger@fhv.at

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