Sensorbasiertes Benachrichtigungssystem

Zur Aufrechterhaltung der persönlichen Sicherheit kommen u.a. Notrufsysteme zum Einsatz, mit welchen man sowohl manuell als auch automatisch Nachrichten absetzen kann. Bei klassischen Notrufsystemen ist der Zusammenhang zwischen dem Absetzen einer Nachricht (z.B. nach Sturzerkennung) und dem Adressaten der Nachricht (z.B. Rettung, Pflegekraft) klar definiert und bereits etabliert. Doch neben der Überwachung von Notsituationen können sensorbasierte Benachrichtigungssysteme auch andere Ereignisse erkennen, die eine direkte Kontaktaufnahme sinnvoll erscheinen lassen.

Get notified - Funktionsprinzip

Gewöhnliche Präsenzmelder senden Schaltimpulse, z.B. an die Beleuchtung, sobald sie eine Bewegung im Raum erkennen. Im Falle einer Einwilligung betroffener Personen können diese Schaltimpulse auf einem Computer weiterverarbeitet werden. Dort bilden sie die Grundlage für automatische Mitteilungen, die an Personen in definierten Situationen geschickt werden können. Versendet werden können Kurznachrichten (SMS) oder E-Mails. Der Text kann frei verfasst werden.

Wenn eine Person alleine wohnt, können z.B. folgende Situationen gut identifiziert werden:

  • sie weist eine eingeschränkte Bewegungsaktivität auf
  • sie wechselt nur noch selten den Aufenthaltsort
  • sie zeigt keine deutliche Tag-Nacht-Struktur mehr
  • sie hat nachts zu viele Schlafunterbrechungen
  • sie geht ungewöhnlich oft zur Toilette
  • sie ist morgens nicht aus dem Bett gestiegen
  • sie scheint in einem Raum schon länger reglos zu sein
  • sie zieht sich übermäßig lange in ihre Wohnung zurück
  • sie bleibt schon lange von zu Hause weg

 

Get notified - Aktuelle Umsetzung

Das erste sensorbasierte Benachrichtigungssystem wurde 2010 am Garnmarkt in Götzis installiert und ist noch heute in Betrieb. Bis heute wird es in elf Sozialeinrichtungen mit sehr unterschiedlichen Wohnformen sowie in Privathäusern eingesetzt. Es sind mit Stand 2020 in Summe mehr als 50 Anwendungsfälle und es werden ständig mehr. Wir verfolgen in Forschung und Entwicklung das Konzept von “Living Lab”, d.h. wir forschen und entwickeln gemeinsam mit den Endanwender:innen der Innovationen.

Kontakt

Wenn Sie sich für ein sensorbasiertes Benachrichtigungssystem interessieren, dann richten Sie bitte Ihre Anfrage an:
 

Prof. (FH) Dr. Guido Kempter
Fachhochschule Vorarlberg GmbH
CAMPUS V, Hochschulstraße 1
6850 Dornbirn, Austria
+43 5572 792 7300
guido.kempter@fhv.at

Get notfied

Exemplarische Nachrichten

Sie können die Mitteilungen an Personen Ihres Vertrauens schicken lassen, damit diese Personen bewusst Sorge für Sie tragen können:

  • Jene können sich z.B. nach dem Grund für ein längeres Ausbleiben von der Wohnung erkundigen.
  • Bei verringerter Fortbewegung können gemeinsam Überlegungen zur Förderung der Mobilität angestellt werden.
  • Selbige können kurz mal nachschauen, falls sich in Ihrer Wohnung für eine längere Zeit nichts tut.
  • Falls Sie morgens nicht aus dem Bett kommen, können sich jene nach der Ursache erkundigen.
  • Falls die definierten Situationen nicht auftreten, erhalten jene die Nachricht, das alles in Ordnung ist.

Auch Sie können die Mitteilungen zugeschickt bekommen, damit Sie gezielt Überlegungen zur Gestaltung Ihres Alltags anstellen können:

  • Bei nachweislich weniger Fortbewegung können Sie eine Förderung Ihrer Mobilität anstreben.
  • Im Fall eines verschlechterten Schlafs können Sie sich Gedanken zur Schlafhygiene machen.
  • Wenn Sie übermäßig oft zur Toilette gehen müssen, können Sie z.B. Ihre Ernährungsgewohnheiten überprüfen.
  • Wenn Sie schon längere Zeit nicht mehr die Wohnung verlassen haben, dann wären Außenaktivitäten in Betracht zu ziehen.
  • Im Falle eines veränderten Tagesrhythmus können Sie sich überlegen, wie Sie Ihre Tagesstruktur stützen können.

Bei den Benachrichtigungen handelt es sich um keinen Notruf, sondern um Mitteilungen, die im Normalfall keiner unmittelbaren Reaktion bedürfen. Bei dieser Anwendung werden alle Anforderungen des Datenschutzes erfüllt.