Förderung eines selbstbestimmten Lebens in vertrauter häuslicher Umgebung im hohen Alter

Vier Hochschulen und neun Städte der internationalen Bodenseeregion haben sich im  EU Interreg-Projekt Smart Government Akademie Bodensee zusammengeschlossen, um einen systematischen Wissensaustausch  in Bezug auf das Thema digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung zu ermöglichen. Im Zentrum dieses Austauschs steht die Betrachtung und Analyse der diesbezüglichen Initiativen der Städtepartner, die von der Konzeption bis hin Umsetzung von jeweils einem der Hochschulpartner wissenschaftliche begleitet, reflektiert und dokumentiert werden. 

In diesem Rahmen widmet sich das Forschungszentrum für Business Informatics der Fachhochschule Vorarlberg gemeinsam mit der Stadt Dornbirn dem Thema Smart Care. Im Sinne der Daseinsvorsorge möchte die Kommune Menschen in ihrem Wunsch unterstützen, auch im hohen Alter und im Falle von Betreuungs- und Pflegbedürftigkeit ein möglichst selbstbestimmtes Leben in ihrer vertrauten Umgebung zu verbringen. Diese Aufgabe wird vor dem Hintergrund der zunehmenden Alterung der Gesellschaft, der kritischen Verfügbarkeit professioneller sowie der Abnahme informeller Pflege- und Betreuungskräfte jedoch immer herausfordernder. Daher untersucht die Kooperationspartnerschaft zwischen Fachhochschule Vorarlberg und Stadt Dornbirn, wie diesbezügliche smarte Lösungsansätze, im Sinne vernetzter, digitaler und datenbasierter öffentlicher Dienstleistungsangebote, ausgestaltet sein könnten.  

Wo smarte Technologie Anwendung findet
Geeignete Anknüpfungspunkte für dieses Vorhaben bietet das Vorgängerprojekt Smart Care Dornbirn des Forschungszentrums für nutzerzentrierte Technologien, in dem bereits wertvolle Erkenntnisse in diesem Themenfeld gewonnen wurden. Hier wurden durch eine Reihe von Workshops, Befragungen, Interviews und Gesprächen mit Vertreter:innen diverser Interessensgruppen des regionalen Betreuungs- und Pflegsystems Anwendungsszenarien für smarte Technologien herausgearbeitet. Zu den vielversprechendsten zählten AAL-Technologien (Ambient Assisted Living) im privaten Wohnen sowie eine Austausch- und Serviceplattform für Betreuungs- und Pflegedienste in Dornbirn, für welche sämtliche Anforderung geklärt und in einem Lastenheft festgehalten wurden.

Im Zuge des nun laufenden neuen Projektes setzt sich das Forschungszentrum für Business Informatics in Folge vertieft mit diesen beiden Anwendungsszenarien auseinander. Für die Austausch- und Serviceplattform wurde die ökonomische Machbarkeit überprüft und eine Kostenanalyse durchgeführt. Im Hinblick auf das Szenario AAL-Technologien im privaten Wohnen wurde eine zentrale Informationsplattform auf Basis eines Expertensystems konzipiert. Sie beinhaltet bereits eine umfassende Kategorisierung von AAL-Technologien und -Produkten, eine Definition der Anforderungen und der Zielgruppen, Frageleitfäden und Entscheidungsbäume sowie einen Prototyp für die visuelle Darstellung.

Mithilfe des Expertensystems sollen bestehende Informationsdefizite über AAL-Technologien und -Produkte überwunden und ihr Potential dahingehend aufgezeigt werden, Senior:innen und Menschen mit Handicap möglichst lange ein selbstbestimmtes und selbständiges Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Dabei wird ein Nutzer:innenzentrierter Ansatz verfolgt, um die Attraktivität und die Benutzer:innenfreundlichkeit sicherzustellen.

Kontakt für interessierte Unternehmen:

Dr. Katrin Paldán
Senior Researcher

+43 5572 792 7306
katrin.paldan@fhv.at

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Martin Dobler, BSc MSc
Wissenschaftlicher Projektmitarbeiter

+43 5572 792 7126
martin.dobler@fhv.at

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Nicola Moosbrugger
Projektmitarbeiterin

+43 5572 792 3732
nicola.moosbrugger@fhv.at

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