Daten wurden schon längst als Rohstoff mit unschätzbarem Nutzen erkannt. Die Menge und Vielfältigkeit der Daten nehmen rasant zu. Der Wert liegt vor allem in ihrer intelligenten Vernetzung.  Das zeigt sich nicht zuletzt an den überaus erfolgreichen Geschäftsmodellen großer Technologiekonzerne wie Facebook, Google, Amazon und Co. Durch ihre Expertise im Umgang mit Daten können sie Verhalten und Trends nicht nur detailliert beschreiben, sondern auch vorhersagen und sogar steuern. Auch viele andere privatwirtschaftliche Unternehmen verstehen es, durch die intelligente Nutzung von Daten ihre Innovationskraft zu fördern, ihre Prozesse effizienter zu gestalten, neue Produkte zu entwickeln und neue Märkte zu erschließen.

Die digitale Revolution birgt - auch für die öffentliche Verwaltung - bemerkenswerte Veränderungs- und Verbesserungspotentiale. Während die Bezeichnung E-Government oftmals nur die bloße Transformation analoger in digitale Prozesse beschreibt, räumt der Begriff Smart Government Informations- und Kommunikationstechnologien eine größere Rolle ein. Sie sollen das Verwaltungshandeln durch die intelligente Vernetzung großer Datenmengen mittels lernfähiger Algorithmen unterstützen. Im Ergebnis sollen beispielsweise nutzerorientiere und effiziente Verwaltungsdienstleistungen entstehen, modellgestützte Entscheidungshilfen für interne Prozessabwicklungen zur Verfügung gestellt und das Innovationspotential der Region durch das Bereitstellen von Open Data gefördert werden.

Herausforderung für Kommunen
Viele Kommunen stehen heute vor der Herausforderung, den Übergang zu einer intelligent vernetzten Verwaltung zu meistern. Der Weg dorthin ist bisweilen steinig, oft fehlt vor allem in kleineren Kommunen die entsprechende Expertise. Diese ist besonders wichtig, um die Unsicherheit im Umgang mit neuen Technologien auszumerzen und ihre Akzeptanz zu erhöhen. Zwar lancieren Kommunen entsprechende IT- und Digitalisierungsprojekte, doch werden diese oft in Isolation durchgeführt. Ein systematischer Erfahrungs- und Wissenstransfer zwischen Kommunen findet vor allem über Ländergrenzen hinweg kaum statt. In der Folge wird dazu tendiert, das Rad immer wieder neu zu erfinden, was zu unverhältnismäßig hohen Kosten und vermeidbaren Umwegen führt.

Genau hier setzt das Interreg-Projekt Smart Government Akademie Bodensee an. Für dieses Forschungsprojekt haben sich vier Hochschulen sowie neun Städte und Gemeinden der internationalen Bodenseeregion zusammengeschlossen. Gemeinsam möchten sie eine Plattform schaffen, welche einen systematischen Austausch von Wissen und Erfahrungen in Bezug auf die digitale Transformation der Kommunen ermöglichen soll. In diesem Zusammenhang steuert jeder der neun Städtepartner mindestens ein Praxisprojekt aus dem Themenfeld Smart Government bei, welches dann von einem Hochschulpartner von der Konzeption bis zur Umsetzung wissenschaftlich begleitet und dokumentiert wird. Die dabei gemachten Erfahrungen sollen dann in kompakter Form der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Für das Jahr 2019 liegt bereits ein erster Jahresbericht vor. 

Die Partnerstädte sind die österreichischen Städte Bregenz, Dornbirn und Feldkirch, die deutschen Städte Friedrichshafen, Konstanz und Ravensburg sowie die Schweizer Städte Schaffhausen, St. Gallen und die Gemeinde Berg SG. Von Seiten der Hochschulen nehmen die FH Vorarlberg, die Universität St. Gallen, die Universität Konstanz sowie die Zeppelin Universität Friedrichshafen teil.

Kontakt

Mag. Hanno Kalkhofer
Wissenschaftlicher Projektmitarbeiter

hanno.kalkhofer@fhv.at

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