Innovation in der Pflege – uDay 20

Innovationen in der Pflege sichtbar und greifbar machen, das war das Anliegen des 20. uDays. Der jährlich stattfindende Usability Day des Forschungszentrums für Nutzerzentrierte Technologien wurde dieses Jahr am 20. September 2022 veranstaltet. Ausgehend von drei aktuellen Projekten bot die internationale Tagung einen Einblick in verschiedene Innovationen für den Pflegebereich.

Augmented Reality für CareTrain
In dem von Pflegewissenschaftler Hubert Jocham ins Leben gerufenen internationalen Projekt CareTrain wurde eine Augmented-Reality-Anwendung entwickelt und evaluiert. Mit dieser Anwendung ist es möglich, Untersuchungssituationen im klinischen Assessment realitätsgetreu zu simulieren und zu trainieren. Darüber hinaus können Studierende unmittelbar in der klinisch-praktischen Handlung instruiert und angeleitet werden – all dies mit anschließendem fachlichem Feedback. Für die hauseigene Entwicklung der AR-Applikation war die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Pflegewissenschaftler:innen und Techniker:innen gefragt. Nino Brugger, Programmierer und Entwickler der Caretrain Augmented Reality, ist es gelungen, eine robuste AR-Applikation zu entwickeln, mit der Benutzer:innen in ein virtuelles Herz und den Brustkorb einer Person sehen können. Das Herz kann mit einem speziellen Stethoskop abgehört werden. Dabei können verschiedene Zustände untersucht werden.

Weiterbildung für Pflegekräfte
In dem zweiten vorgestellten internationalen Projekt IENE 10 geht es um die Entwicklung eines Weiterbildungsprogramms für Pflegekräfte, damit sie für den Einsatz von Pflegeassistenzrobotern in Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens gut ausgebildet sind. Entwickelt wurde ein sogenannter Massive Open Online-Kurs (MOOC), der sowohl die positiven als auch die negativen Implikationen von sozialen Assistenzrobotern und künstlicher Intelligenz vermittelt und hierbei Aspekte der Diversität und sozialen Inklusion berücksichtigt. „Wir wollen die praktischen Grundlagen für die Einführung von Pflegeassistenzrobotern vermitteln. Die Mensch-Roboter-Interaktion, die technische Bedienung, die Reaktion auf Fehlfunktionen und die ethischen Anforderungen bilden ebenfalls einen zentralen Bestandteil dieses Kurses“, erläutert Andreas Künz vom Forschungszentrum für Nutzerzentrierte Technologien. Andreas Künz begleitet gemeinsam mit der Pflegewissenschaftlerin und Studiengangsleiterin Andrea Kuckert-Wöstheinrich das Projekt seitens der FHV.

Projekt TeleCareHub
Auch zu Lösungen für Telepflege wird an der FHV geforscht. Im Projekt TeleCareHub geht es darum, Entlastungspotentiale der Telepflege zu identifizieren und Lösungen für die Pflege zu Hause für Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Zu- und Angehörigen anzubieten. Die FHV leitet seit März 2022 ein österreichweites Forschungskonsortium mit Expert:innen von Hochschulen, Kliniken, Sozialdiensten und Technologieunternehmen. In Vorarlberg sind Connexia und Intefox als Projektpartner mit an Bord. „Von den gemeinsam erarbeiteten Lösungen erhoffen wir uns Vorteile wie etwa eine erhöhte Sicherheit und Orientierung, das frühe Erkennen von Bedürfnissen sowie eine Hilfsstellung beim Erbringen der täglichen Aktivitäten“, so die Projektkoordinatorin Katrin Paldán vom Forschungszentrum für Nutzerzentrierte Technologien.

Weiterführende Infos

Weitere Informationen zu den drei Projekten des Forschungszentrums für Nutzerzentrierte Technologien finden Sie hier: