Medien: Die Zukunft ist jetzt

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ProjekttitelMedien: Die Zukunft ist jetzt
JahrWS 2022
Projektmitglieder5. Semester
  
FachbereichGestaltung
LehrveranstaltungGestaltungsgrundlagen 5
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Medien: Die Zukunft ist jetzt

Im Rahmen der Lehrveranstaltung Gestaltungsgrundlagen, unter Leitung von Dr.in Angelika Simma-Wallinger, hatten Studierende des 5. Semester die Möglichkeit, sich mit dem Thema „Zukunft der Medien“ auseinanderzusetzen. Dabei entstand eine Doppelseite in der Wirtschaftszeitung „Thema Vorarlberg“ und ein Beitrag für Radio Vorarlberg. Inwiefern sich die Student:innen mit diesem Thema auseinandersetzen und wie sie es dann schlussendlich umgesetzt haben – von Texten bis hin zu gestalterischen Elementen – blieb ihnen selbst überlassen.

Zu Beginn des Projektes hat sich das gesamte Semester mit der Recherche zu diesem Thema beschäftigt und daraufhin haben sich Interessensgruppen gebildet, welche kleinere Unterthemen bearbeitet haben. Das Ergebnis sind vier fiktionale Artikel aus der Perspektive des Jahres 2042. Im Mittelpunkt der Seite befindet sich eine Illustration von Jürgen Hopfner, welche die Aufmerksamkeit der Leser:innen auf sich zieht.

Außerdem konnten Maria Lechleitner und Luca Hauser eine Sonderausgabe der Kultursendung bei Radio Vorarlberg gestalten. Sie beleuchten in diesem Beitrag die Entwicklung der Medienlandschaft über die vergangenen Jahre. Auf dieser Zeitreise begleiteten sie Experten wie Franz Manola oder Gerold Riedmann, welche ihre professionelle Sichtweise miteinbringen. Der Beitrag wird am 23. Februrar 2022 ausgestrahlt und lädt Sie dazu ein, neue Einblicke in die Welt der Medien zu erlangen.

Zusätzlich hatte ein Teil des Jahrganges noch die Möglichkeit, Konzepte für das ORF-Player-Projekt „Space“ zu erarbeiten. „Space“ bietet Künstler:innen die Möglichkeit, sich auszutauschen und zu präsentieren. Die Gruppe hat an einem Baukastensystem mitgearbeitet, mit welchem den Nutzer:innen das Erstellern der persönlichen Künstlerseite auf der Space-Plattform erleichtert. Außerdem haben sich die Student:innen damit auseinandergesetzt, wie die Startseite von „Space“ aufgebaut sein soll und mit welchen Begriffen und Slogans die Plattform auf sich aufmerksam machen könnte.

Ergebnisse des Projektes behandeln unter anderem Themen wie Fleischverzicht, Folgen der Mediennutzung auf die Umwelt und Monopolmächte der Zukunft:

Immer diese Schwarzmalerei

Artikel von: Désirée Boric, Lena Hatzer, Emily Loitz, Hannes Rainer, Hanna Sandrießer

Blicken wir kurz zurück ins Jahr 2022: Die Medienindustrie war von einer Reihe an Herausforderungen geprägt. Fake News, Datenschutzprobleme, Propaganda und Hetzerei dominierten damals unterschiedlichste Medienkanäle. Das Vertrauen in ein positives Weltbild hat stark gelitten. Die eigene Meinung war nichts mehr wert, die Wahrheit in den Nachrichten nur schwer herauszufiltern und die Sozialen Medien zeigten eine Welt, die es nicht gibt. Kein Wunder, dass es damals viele „Schwarzmaler“ gab. Die gesellschaftliche Spaltung stand kurz bevor. Wie soll man da noch positiv bleiben?

Heute können wir uns dieses Szenario nicht mehr vorstellen und sind dankbar, dass wir diese Ungewissheiten überwinden und viele positive Aspekte aus der Medientechnologie herausziehen konnten. Wir haben gelernt, uns achtsamer und gezielter mit Digitalisierung auseinander zu setzen. Der bewusste Umgang mit schnelllebigen, multimedialen Inhalten ist zum 1x1 des täglichen Lebens geworden und die Zukunft hat mehr positive Seiten mit sich gebracht als vorerst gedacht.

Nachrichten waren vor gut 20 Jahren der Publikumsmagnet. 2,77 Millionen Menschen, damals noch ein Marktanteil von über 67%, verfolgten beispielsweise die Nachrichtensendung Zeit im Bild über die Ausbreitung von Covid-19. Tagtäglich wurde von Missständen, Umweltkatastrophen und Skandalen berichtet. Die Menschen fühlten sich unsicher und belogen. Es wurde nur reagiert und keine Lösungen geboten.

Das im Jahre 2028 durchgeboxte und von sozialen Aktivist:innen vorangetriebene Gesetz, dass bei Negativmeldungen stets eine zuverlässige Quelle mit angegeben werden muss, hat Früchte getragen. Des weiteren wurde die Regelung eingeführt, dass bei negativ behafteter Nachrichtenberichterstattung ein Lösungsansatz mitberichtet werden muss. Diese bahnbrechenden Veränderungen kann man heute als Erfolg betrachten. Wir gehen viel vorsichtiger und achtsamer mit unserer Umwelt um. Wir verstehen es, politische Entscheidungen kritisch und objektiv zu hinterfragen und uns eigene Meinungen zu bilden, welche auf wissenschaftlichen Fakten basieren. Wir können mit Überzeugung sagen, dass das Jahr 2028 heute als positiver Meilenstein der Nachrichtengeschichte angesehen werden kann und alles „schwarz zu malen“ gehörte damals schon der Vergangenheit an.

Veränderung zwingt jeden aus seiner Komfortzone. Was bleiben will, muss sich verändern und wir haben es als Gesellschaft geschafft, dass die Medienbranche und ihre Technologien uns heute in unserem Zusammenleben und im Austausch unterstützen. Das Leben bleibt also bunt.

Folgenschwere Klicks

Artikel von: Peter Fuchs, Maria Lechleitner, Diana Marte, Isabell Rellinghaus, Aleksandra Trankic

Privatpersonen, die ihre Freizeit digital gestalten, müssen bald drauflegen: Kommende Woche treffen sich Bund und Länder, um einen Gesetzesentwurf zur Erhebung einer Umwelt- und Gesundheitssteuer auf Online-Unterhaltungselektronik zu beschließen.

Anzeichen einer benötigten Intervention der Branche sind lang bekannt, beginnend mit den allgegenwärtigen Auswirkungen des Klimawandels. Erneuerbare Energien schleifen noch immer hinter technischen Errungenschaften her. Ein Beispiel hierfür ist die Einführung von Bitcoin als Landeswährung, welche unvergleichbare Mengen an Energie benötigt. Nun sollen allerdings Privatpersonen zur Kasse gebeten werden. Der Verbrauch unseres digitalen Datenverkehrs nimmt exponentiell zu. Schon 2021 machten der Betrieb von Internet sowie Computern schätzungsweise 1,8 bis 2,8% der globalen Treibhausgasemissionen aus. Beispielsweise verursachte eine Google-Suche sieben Gramm CO2, etwa die Hälfte der Energie, welche man für das Aufkochen einer Kanne Tee benötigt. Eine halbe Stunde Streaming auf einem hochauflösenden Gerät (4K), verbrauchte etwa so viel wie eine acht Kilometer lange Autofahrt. Emissionen durch Anbieter wie Google und Netflix sind inzwischen pro Einheit gesunken, die steigende Anzahl an Menschen mit Internetzugriff macht hier allerdings immer noch den Unterschied.

Auch gesundheitliche Folgen sind präsenter denn je. Mit Smartphones, unseren alltäglichen Begleitern und weiterer neuer, sich dicht am Körper befindender Technologie, wie Apple’s iSkin, werden beispielsweise Auswirkungen elektromagnetischer Strahlung zunehmen.

Eine rückwirkende Bewertung der Umstände lässt wenig Spielraum für andere Möglichkeiten als staatliche Interventionen. Bei anhaltenden Konventionen dieser Art scheint ein Comeback alter Medienformate nicht unplausibel. Vielleicht genießen wir unseren Kaffee am Morgen bald wieder mit einer Zeitung aus Papier statt Pixeln

5 Jahre Fleischverzicht – Thema Vorarlberg zieht positive Bilanz

Artikel von: Anja Kraus

Fünf Jahre sind vergangen seit der Herbeiführung der Fleischwende, die Vertreter:innen der World Superinfluencer Association (WSA) auf dem Klimagipfel 2037 in Tokio beschlossen hatten. Was zunächst in weiten Teilen der Weltbevölkerung auf Ablehnung und massive Proteste stieß, scheint sich fünf Jahre später tatsächlich als die Lösung zur Rettung unseres Planeten zu erweisen.

Demnach konnten laut einer Studie des Social Movements #Lawyers4Animals unter Leitung von Superinfluencer Dr. Andrew Cope in den letzten fünf Jahren seit der schrittweisen Reduzierung der globalen Nutztierhaltung und des anschließenden weltweiten Verbots fast 20% der weltweiten Treibhausgase, das entspricht etwa 11 Gigatonnen CO² Äquivalent pro Jahr, und gut 670 Milliarden Tonnen Wasser eingespart werden. Zudem wurden 46% der weltweiten landwirtschaftlichen Nutzungsflächen auf die Produktion menschlicher statt tierischer Nahrung umgestellt. Der Welthunger konnte um fast 30% reduziert und somit die Leben von schätzungsweise 5 Millionen Kindern unter fünf Jahren gerettet werden. Über 300 Milliarden zur Schlachtung bestimmter Tiere mussten gar nicht erst gezüchtet werden. Auch die Zahl der häufig durch fleischbasierte, cholesterinreiche Ernährung verursachten Todesfälle durch Herzinfarkt und Schlaganfall sank um 34%.

Metaverse Präsident Mark Zuckerberg (58) indessen, schreibt die Faktoren in erster Linie dem Ausbau seiner virtuellen Welt dem Metaverse zu. Durch die Verschiebung der Lebenswelten auf eine virtuelle Ebene sei der Konsum physischer Produkte weltweit zurückgegangen, was seiner Ansicht nach den entscheidenden Beitrag zur Klimawende geleistet habe. Zu Recht befürchtet Zuckerberg durch die von Gesundheitsinfluencerin Magdalena Frey geplante Einschränkung der täglichen Screenzeit einen Einbruch seines Erfolges und ruft unter dem Hashtag #FreeMetaverse seine Anhänger:innen zu Protesten auf.

Tschüss Facebook, Google und Co.! – von der Monopolmacht über Public-Service bis zum Metaverse

Artikel von: Hanna Sandrießer und Angelika Simma-Wallinger

Seit dem Ende der Monopol-Ära der einst mächtigsten „Big-5“ Technologiegiganten Meta (ehemals Facebook), Alphabet (Google), Amazon und Co. hat sich die Medienlandschaft komplett verändert.

In einem Technologiekonsortium haben öffentlich-rechtliche und private Medienunternehmen bereits 2025 das Public-Service Internet „Space“ gegründet, das unabhängig von den damaligen Big 5 nicht mehr rein auf Aufmerksamkeitsökonomie basiert war. Finanziert wird Space aus den Einnahmen der sogenannten Medien-Milliardärssteuer, die von Einzelunternehmer:innen im Medienbereich eingehoben wird.

Möglich wurde „Space“ auch durch den Strukturwandel der Medien zu einer Parallel-Cross-Media-Revolution. So haben sich die früheren, linearen öffentlich-rechtlichen TV-Sender im DACH-Raum - ORF, ARD, ZDF und SRF – schon in den 2020er Jahren zur „OMI“ („Offenen Medien- und Informationsgesellschaft“) zusammengeschlossen und eine gemeinsame Mediathek etabliert, um ein möglichst breitgefächertes Spektrum an qualitativem und wissenschaftlichen Content für die Zuschauer:innen zu bieten. Inhalte und Länge der Sendung können nun flexibel und individuell bestimmt werden.

Jetzt steht der Sprung in die nächste Dimension bevor: Nach einem jahrzehntelangen Rechtsstreit mit dem Meta-Konzern mussten 2038 die Quellcodes des Metaverse offengelegt werden. Seither können die immersiven Technologien AR und VR im Paralleluniversum für alle Lebensbereiche gemeinschaftlich genutzt werden. Auch OMI startet im Metaverse durch: Seit Jänner 2042 sind die ersten Public-Service News-Shows „On Air“, die von Holo-Moderator:innen präsentiert werden. Interessierte Zuseher:innen können sich per Avatar-Hologramm in die Formate einbringen und die Inhalte interaktiv mitgestalten. Anders als es Prognosen vorhergesagt haben, steuert aber keine KI die Inhalte, sondern die Auswahl wird weiterhin von Journalist:innen getroffen.


Verwendete Literatur:

Immer diese Schwarzmalerei:
Arends Johannes, Kurier Online: Fast 2,8 Millionen sahen gestern ZIB, 16.03.2020 Online im Internet: URL kurier.at/kultur/medien/mehr-als-22-millionen-sahen-gestern-zib/400782719 (Zugriff am 01.02.202022)

Folgenschwere Klicks:
Kim (2021): Bitcoin mining consumes 0.5% of all electricity used globally and 7 times Google's total usage, new report says. Online unter: www.businessinsider.com/bitcoin-mining-electricity-usage-more-than-google-2021-9 (Zugriff: 27.01.2022)
Klatt (2021): Internet und Computer klimaschädlicher als Flugverkehr. Online unter: www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/umwelt/internet-und-computer-klimaschaedlicher-als-flugverkehr-13375404 (Zugriff: 27.01.2022)
Süddeutsche Zeitung GmbH (2019): Clouds voller CO2. Online unter: www.sueddeutsche.de/kultur/internet-co2-fussabdruck-1.4628731 (Zugriff: 27.01.2022)
ntv Nachrichtenfernsehen GmbH (2019): Streaming strapaziert das Klima. Online unter: www.n-tv.de/wirtschaft/Serienjunkies-haben-schlechte-CO2-Bilanz-article21363869.html (Zugriff: 27.01.2022)

5 Jahre Fleischverzicht – Thema Vorarlberg zieht positive Bilanz:
Fleischatlas 2021. Online im Internet: www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/massentierhaltung/massentierhaltung_fleischatlas_2021.pdf
Einen Monat lang vegan: Mit dem Veganuary 2021. Online im Internet: www.gastmesse.at/de-at/story/veganuary2021.html
Studie zum Influencer Marketing: So wichtig sind Authentizität und Inklusion. Online im Internet: onlinemarketing.de/social-media-marketing/studie-influencer-marketing-authentizitat-inklusion

Tschüss Facebook, Google und Co.! – von der Monopolmacht über Public-Service bis zum Metaverse:
Bocksch, René (2022): GAFAM: Big Tech wächst auch im zweiten Pandemie-Jahr stark. Online im Internet: de.statista.com/infografik/26542/aktienkursanstieg-der-groessten-tech-unternehmen/ (Zugriff am: 27.01.2022)
Etschmaier, Saskia (2022): (ALP-)TRAUM METAVERSE: Gekommen, um zu bleiben. Online im Internet unter: orf.at/stories/3244814/ (Zugriff am: 01.02.2022)
Knöpfli, Markus (2018): 10 Thesen zur (nahen) Zukunft der Medien. Online im Internet: www.horizont.net/schweiz/nachrichten/Admeira-10-Thesen-zur-nahen-Zukunft-der-Medien-166734 (Zugriff am: 16.01.2022)
Sauter, Mathilda (2022): Die digitale (Medien-)Gesellschaft im SciFi-Spiegel: Fallstudie TV-Serie »Black Mirror«. Online im Internet: filmpuls.info/fallstudie-black-mirror/ (Zugriff am: 01.02.2022)
Seitz, Janine; Kirig, Anja; Kelber, Cornelia; u.a. (2013): Zukunft der Medien. Online im Internet: onlineshop.zukunftsinstitut.de/shop/zukunft-der-medien/ (Zugriff am: 16.01.2022)
Stiftung für Zukunftsfragen (2020): Die Zukunft der Medien. Alte und „neue“ Medien verschmelzen nur langsam. Online im Internet: www.stiftungfuerzukunftsfragen.de/forschung/forschungsthemen/die-zukunft-der-medien (Zugriff am: 16.01.2022)
Unterberger, Klaus (2021): Occupy Internet: Manifest für ein öffentlich-rechtliches Internet veröffentlicht. Online im Internet unter: zukunft.orf.at/show_content.php (Zugriff am: 24.01.2022)
WDR mediagroup GmbH, rheingold institut (Hrsg.) (2014): Mediennutzung 2024. Online im Internet: wdr-medi-agroup.com/en/download/spezialmodule/dokumente/Studie_Mediennutzung2024_Broschuere.pdf (Zugriff am: 16.01.2022)


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