Nach 4 Jahren im Beruf dachte sich Raphael Feurle: „Das kann doch noch nicht alles gewesen sein!“ Er entschied sich für das Studium Elektrotechnik Dual an der FH Vorarlberg. Nun kann er bei seinem Ausbildungsunternehmen bei wichtigen Projekten mitarbeiten.

Das Interesse für Technik wurde bei Raphael Feurle schon in der Volksschule geweckt: „Wir hatten einem Baukasten mit Drähten und Lampen. Damit konnten wir Schaltkreise bauen. Das fand ich total spannend.“ Da ihm das Lernen leichtfiel, entschied er sich mit 14 für die HTL Bregenz. „Nach der Schule wollte ich jedoch arbeiten gehen und das Gelernte praktisch anwenden.“ Vier Jahre arbeitete er bei der Firma STB Steuerungstechnik. „Das Arbeiten war sehr lehrreich. Ich habe verstanden, wie die Theorie in der Praxis funktioniert. Trotzdem kam irgendwann der Gedanke, dass ich noch mehr lernen möchte. Zufällig bin ich damals auf das Studienangebot Elektrotechnik Dual gestoßen. Das war genau das Richtige für mich. Vor allem, weil ich schon eine eigene Wohnung und ein Auto hatte und ein Vollzeit-Studium finanziell für mich nicht mehr in Frage gekommen wäre.“

Studieren und Geld verdienen

Elektrotechnik Dual kombiniert ein Studium der Elektrotechnik an der FH Vorarlberg mit einer praktischen Ausbildung in einem Partnerunternehmen. Dabei übernehmen sowohl die Hochschule als auch das jeweilige Unternehmen Teile der Ausbildung. Für die Studierenden bedeutet das: Sie sind abwechselnd für einen gewissen Zeitraum an der Hochschule und einen gewissen Zeitraum im Unternehmen. Und was ebenfalls wichtig ist: Die Studierenden sind ab dem dritten Semester bei ihrem Ausbildungsunternehmen angestellt und beziehen ein monatliches Gehalt.

Da diese Ausbildung mit der Firma STB Steuerungstechnik nicht möglich war, entschied sich Raphael Feurle für die Firma Blum als Ausbildungsunternehmen: „Ich hatte mir die Liste der Partnerunternehmen angesehen und mich dann bei Blum beworben. Unter anderem, weil Blum auch Steuerungen für Sondermaschinen entwickelt und somit gut zu meiner beruflichen Vorbildung passt.“

Erste Praxisphase mit betrieblichen Projekten

Nach einem Jahr fundiertem Grundlagenstudium an der FH Vorarlberg hat Raphael Feurle im Sommer zum ersten Mal für drei Monate bei Blum gearbeitet. Der Einstieg dort war sehr einfach für ihn: “Da ich durch meinen früheren Job schon mit Steuerungen zu tun hatte, konnte ich gleich in einem coolen Projekt mitarbeiten.” Damit die Projekte in den Praxisphasen den Vorgaben im Studium entsprechen, wird mit dem Betreuer im Unternehmen ein Dispopapier ausgearbeitet und mit der Hochschule abgestimmt. Die Studierenden bearbeiten in den insgesamt vier Praxisphasen betriebliche Projekte aus den Bereichen Elektrotechnik, Elektronik, Informatik und Betriebswirtschaft.

Lernen „on the job“

Durch das duale Studienmodell setzen die Studierenden das in der Theorie Gelernte unmittelbar in den Praxisphasen im Unternehmen um. Wie wichtig das ist, weiß Raphael Feurle aus eigener Erfahrung: “In der Praxis spielen sich die Dinge oft anders ab, als man sich das in der Theorie vorgestellt hat. Gleichzeitig verändert sich aber auch das Arbeiten durch das Gelernte. Man löst Aufgaben anders, wenn man weiß, was dahintersteckt.”

Gute Entscheidung

Nun wechselt Raphael Feurle im 3-Monats-Rhythmus zwischen Studium an der FH Vorarlberg und Praxisphase bei Blum. Im Augenblick ist er wieder in der Studienphase. Diese ist aus seiner Sicht anstrengender als die Praxisphase: “Ich musste mich wieder erst an das Lernen gewöhnen. Vor allem, dass ich auch in der Freizeit noch was für das Studium tun muss.” Trotzdem hat Raphael Feurle seine Entscheidung noch nie bereut. “Es eröffnet ganz neue Sichtweisen, wenn man die Denkprozesse hinter den Dingen versteht und es macht einfach Spaß, Neues zu lernen.”

www.fhv.at/etdual

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