Die FH Vorarlberg wächst kontinuierlich und ist auch in der Forschung erfolgreich, daher ist der Platzbedarf groß. Bis 2024 soll deshalb der Campus der FH Vorarlberg in Dornbirn in drei Bauetappen ausgebaut werden. Die Bedarfsdeckung wird durch Verdichtung bzw. Aufstockung und Zubauten am Areal sowie Adaptierung bestehender Flächen erreicht. In Zukunft soll den Studierenden und dem Forschungsbereich dadurch mehr Nutzfläche zur Verfügung stehen.

Der Ausbau wird den Studierenden und der Forschung ab 2024 mindestens 5.300 Quadratmeter mehr an Nutzfläche bringen. „Dies ist dringend notwendig, denn schon in drei Jahren werden wir unser mittelfristiges Ziel von 1.500 Studierenden erreicht haben“, erklärt Stefan Fitz-Rankl, Geschäftsführer der FH Vorarlberg. „Die Notwendigkeit und die Dringlichkeit für neue Räumlichkeiten sind spürbar”, so Fitz-Rankl. In den vergangenen Jahren wuchs die FH Vorarlberg kontinuierlich: „Seit dem letzten Erweiterungsbau im Jahr 2005 stieg die Studierendenzahl von 875 auf heute rund 1.300, plus rund 300 Studierende in Weiterbildungslehrgängen. Derzeit ist die Infrastruktur der FH Vorarlberg jedoch nur für rund 1.000 Studierende ausgelegt. Wir stoßen also bereits jetzt an unsere Grenzen.“

Steigender Bedarf
„Die dynamische Entwicklung der FH Vorarlberg muss weiter vorangetrieben werden, da für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg dringend weitere Fachkräfte zur Verfügung gestellt werden müssen. Der Erweiterungsbau sichert den Wissenschaftsstandort Vorarlberg und stärkt die Reputation der gesamten Region“, führt Landeshauptmann Markus Wallner weiter aus. „Wenn wir uns die rasante Entwicklung in der Technik bzw. Digitalisierung anschauen, ist eine optimale Hochschulausbildung für Vorarlberg enorm wichtig. Alleine im wichtigen Bereich der Technik-Studiengänge wurden in den letzten Jahren fast 50% mehr Studienplätze aufgebaut, und diese Entwicklung darf nicht stoppen.“

Bedarf besteht hauptsächlich an Hörsälen, Seminarräumen und Laborflächen für die Studierenden. Momentan bietet die FH Vorarlberg 9 Bachelor- und 7 Masterstudiengänge an. Es kommen ab Herbst 2018 jedoch weitere Studiengänge hinzu: Im Bereich Betriebswirtschaft werden die Masterprogramme ausgebaut. Der neue Masterstudiengang „International Management & Leadership“ startet im Herbst*, dafür liegen alleine zum heutigen Tag über dreimal so viele Anmeldungen vor wie Studienplätze zur Verfügung stehen. Dieser international ausgerichtete Studiengang wird 30 Studierende ausbilden. Der neue Bachelorstudiengang „Gesundheits- und Krankenpflege“ wird ebenfalls im Herbst mit 25 Studienplätzen starten*, d.h. in drei Jahren sind es 75 zusätzliche Studierende. Ab Herbst 2019 soll es darüber hinaus einen weiteren Bachelorstudiengang im Bereich „Informatik“ in berufsbegleitender Form mit 30 Studienplätzen geben*, was in drei Jahren ein weiteres Plus an 90 Studierenden bedeutet. Auch die Forschungsaktivitäten werden in den nächsten Jahren noch weiter gestärkt und ausgebaut. Dafür werden im Erweiterungskonzept ebenfalls zusätzliche Laborflächen und Arbeitsplätze eingeplant. Das heißt, schon die jetzt fix geplanten Studienangebote werden die FH Vorarlberg nahe an 1.500 Studierende bringen.

Aktuell gibt es für die 533 Anfängerstudienlätze im Herbst 2018 über 1.150 Bewerbungen. Das zeigt, wie gut die FH Vorarlberg in der Region verankert ist und welch ausgezeichneten Ruf sie hat.

Verdichtung und Erweiterung
Die Bedarfsdeckung soll einerseits durch Verdichtung und Adaptierung im Bestand sowie andererseits durch Schaffung von zusätzlichen Erweiterungsflächen erreicht werden. Ebenfalls erfolgen Optimierungen in der Erhöhung der Auslastung der Hörsäle und Gruppenräume.

Bauetappe 1:
In drei Bauetappen wird der Campus der Hochschule in Dornbirn kontinuierlich erweitert. In einem ersten Schritt soll das Gebäude Hochschulstraße (Bauteile U, V und W) aufgestockt und adaptiert werden. Der Bauteil V wird um zwei Geschosse aufgestockt und um eine Hüfte über dem Bauteil W erweitert. Der Trakt V erhält somit 2.334 Quadratmeter mehr an Nutzfläche. In diesen Bauteilen erfolgen darüber hinaus Verdichtungen und funktionale Adaptierungen. Die Fertigstellung der ersten Bauetappe ist bereits für 2020 geplant.

Bauetappe 2:
In einer zweiten Bauetappe wird in der Achstraße ein neues Gebäude (Bauteil G) errichtet. Dieser Zubau entsteht auf dem Areal des bisherigen Hausmeisterhauses und wird vor allem als Labor- und Hörsaalnutzung konzipiert. Im Bauteil G erhält die FH Vorarlberg mindestens 3.000 Quadratmeter mehr Fläche.

Bauetappe 3:
Anschließend wird in der dritten Bauphase auch das bestehende Gebäude Achstraße (Bauteile A-F) saniert. „Eine Sanierung ist unbedingt notwendig, die Gebäudehüllen weisen Schädigungen auf und Teilbereiche werden bereits durch Wassereintritte angegriffen“, führt FH-Rektorin Tanja Eiselen aus. „Die ehemalige Textilschule wurde 1955 erbaut und ist denkmalgeschützt. Die Sanierung des Gebäudes wird deshalb auch dementsprechend achtsam und substanzschonend erfolgen.“

Zusätzliche Bauflächen werden nicht verbraucht. „Mit der zugrundeliegenden Planung soll der prognostizierte Bedarf an Hörsaalflächen und weiteren Nutzflächen bis 2025 gesichert sein“, erklärt Geschäftsführer Stefan Fitz-Rankl.

Als Generalplaner für die Erweiterung des bestehenden Gebäudes Hochschulstraße fungiert das Architekturbüro walser + werle. Für die zweite und dritte Bauetappe in der Achstraße soll das Projekt ab Herbst zum Wettbewerb ausgeschrieben werden. Somit kann mit der gesamthaften Planung im Frühjahr 2019 begonnen werden. Nach den Planungs- und Ausschreibungsphasen erfolgt ab 2020/2021 die Bauausführung, welche in mehreren Bauabschnitten bis Ende des Jahres 2024 gesamthaft abgeschlossen werden sollen.

Es werden insgesamt rund 41 Millionen Euro – das entspricht im Jahr 2024 mit Berücksichtigung der Indexanpassung 47,3 Millionen Euro – in das gesamte Sanierungs- und Ausbauprojekt investiert. Die Kosten der Einrichtung und Möblierung sind hier bereits inkludiert.

Strategische Stoßrichtung der FH Vorarlberg
Generell setzt sich die FH Vorarlberg drei Ziele:

1. Qualitatives Wachstum
Ganz wesentlich ist der weitere Ausbau der Studienplätze an der FH Vorarlberg. Durch die kontinuierliche Erweiterung des Studienangebots werden sich die derzeit 1.300 Studienplätze im Jahr 2020 auf 1.500 Plätze erhöhen. Neben den schon geplanten neuen Studiengängen sollen in den nächsten Jahren weitere neue Angebote in jenen Bereichen entstehen, in denen die Nachfrage nach hoch qualifizierten SpezialistInnen in der Region stark ist: Bereits heute studieren rund 46% aller Studierenden der FH Vorarlberg berufsbegleitend. Die Hochschule hat sich schon sehr früh darauf ausgerichtet, dieser hohen Nachfrage nachzukommen und wird laufend weitere berufsbegleitende Studiengänge schaffen. Aber auch das duale Angebot sowie flexible Studienprogramme sollen langfristig ausgebaut werden.

Qualitatives Wachstum bedeutet beispielsweise den schrittweisen Aufbau eines neuen Querschnittgeschäftsfeldes im Bereich Gesundheit, Pflege, altersgerechtes Wohnen, Mensch und Technik. Das neue Geschäftsfeld hat die Bedürfnisse des Landes Vorarlberg im Fokus und wird damit einen starken Nutzen für Vorarlberg und die Region haben.

Neben der Aus- wird auch die Weiterbildung in Zusammenarbeit mit Schloss Hofen wesentlich verstärkt.

2. Regionale Verankerung und Nutzen für die Region
Die enge Vernetzung mit möglichst vielen Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft ist für die FH Vorarlberg sehr wichtig. Ausbildung zusammen und für die Unternehmen in der Region ist ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs und des guten Rufs der FH Vorarlberg. Es besteht eine besonders enge Zusammenarbeit zwischen der FH Vorarlberg und acht regionalen Industrieunternehmen: Bachmann Electronics, Blum, Hirschmann Automotive, illwerke VKW, inet-logistics, Liebherr, ThyssenKrupp Presta und Zumtobel Group sind die „Starken Partner“ der FH Vorarlberg. Diese strategischen Partnerschaften mit Unternehmen werden in Zukunft noch weiter ausgebaut werden. Langfristig sollen damit noch mehr Technikstudierende und damit AbsolventInnen gewonnen werden, die in Vorarlberg und der Umgebung dringend gebraucht werden.

Die Zusammenarbeit mit Universitäten soll künftig verstärkt werden und die Erhöhung der Durchlässigkeit bei der Hochschulbildung ist ein weiteres Ziel. Letztendlich soll die FH Vorarlberg DER Partner für Aus- und Weiterbildung, Forschung und Wissenstransfer sein und damit zum wichtigsten Impulsgeber der Region werden.

3. Exzellenz in Lehre und Forschung
Auch der Ausbau der Forschungsaktivitäten ist für die Hochschule ein weiterer wichtiger Meilenstein. Bereits im kommenden Herbst wird mit der „Digital Factory Vorarlberg“ ein weiteres Forschungszentrum an der FH Vorarlberg eröffnet. Somit beschäftigen sich künftig insgesamt sechs Forschungszentren mit angewandter Forschung und experimenteller Entwicklung.

Dabei zeigt sich wieder die enge Vernetzung mit den Unternehmen der Region: So können sich beispielsweise Unternehmen mit aktuellen Fragestellungen an die Forschungszentren wenden und Forschungsfragen unter anderem auch als studentische Projektarbeiten in Auftrag geben. Mit den Studierenden werden dann Lösungen und Konzepte entwickelt. Das neue Forschungszentrum „Digital Factory Vorarlberg“ wird Unternehmen in der Region beim Thema „digitale Transformation“ unterstützen und begleiten.

Darüber hinaus soll auch die Kooperation mit dem Forschungsinstitut V-Research ausgebaut werden, um noch schlagkräftiger zu werden.

Anhand der vorhandenen Kernkompetenzen wird eine langfristige Personalentwicklung weiterverfolgt. Ebenso sind Effizienzsteigerungen durch Optimierung von Abläufen und Prozessen sowie modernen IT-Systemen ein weiteres Ziel.

Der jetzt beginnende sinnvolle und ressourcenschonende Ausbau der Infrastruktur ist ein ganz wesentlicher Meilenstein, der eine erfolgreiche Weiterarbeit unterstützt.

Weitere Meldungen der FH Vorarlberg