Im Zuge der Lehrveranstaltung „Handlungsfeld Integration“ des zweiten Semesters im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit, fand am 15. Mai die Schwerpunktveranstaltung „Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft – aktuelle Herausforderungen“

Herausforderungen Migrationsgesellschaft

Im Zuge der Lehrveranstaltung „Handlungsfeld Integration“ des zweiten Semesters im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit, fand am 15. Mai die Schwerpunktveranstaltung „Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft – aktuelle Herausforderungen“ statt. Die Hochschullehrenden Doris Böhler, Oliver Mössinger und Heinz Allgäuer Hackl waren für die Organisation verantwortlich.

Der bereits 89-jährige Bertram Jäger hielt den anregenden Vortrag „Einwanderungsprozesse im Rahmen der GastarbeiterInnenzuwanderung nach Vorarlberg“. Als Zeitzeuge gab Herr Bertram Jäger beeindruckende Einblicke über seine Erlebnisse und Erfahrungen der vergangenen 60 Jahre und ließ bei der im anschließenden Plenum stattfindenden Diskussion keine Fragen unbeantwortet.
„Wenn auch nicht alles voraussehbar war, eines musste uns doch klar sein: dass diese Arbeitnehmer und ihre Familienmitglieder Menschen mit gleichen Menschenrechten und dem gleichen Anspruch auf Respektierung ihres Menschseins und ihrer Eigenart sind, denen wir sowohl die Möglichkeit der Integration eröffnen als auch die einer späteren Rückkehr in ihr Herkunftsland offen lassen müssen“, betonte Jäger. Beim gemeinsamen Abschluss zeigten sich alle teilnehmenden vom Mehrwert dieser Veranstaltung beeindruckt.

 

Bertram Jäger
Seine Verbindung zur katholischen Arbeitnehmerbewegung und sein Einsatz für soziale Fragen spiegeln sich in seiner politischen Karriere wider. Zwischen 1956 und 1960 war er Gemeindevertreter in Bürs und von 1960 bis 1970 Stadtvertreter in Bludenz, wo er über Jahre hinweg Obmann des Ortshilfswerk- und Fürsorgeausschusses war. Ab 1956 war Jäger zudem Mitglied und ab 1960 Obmann des Angestelltenbetriebsrates bei der Fa. Getzner Textil AG. 1964 wurde er für die ÖVP erstmals in den Vorarlberger Landtag und in die Kammer für Arbeiter und Angestellte (AK) gewählt. Von 1969 bis 1987 stand er der AK als Präsident vor.
Von 1974 bis 1987 führte Bertram Jäger die ÖAAB-Fraktion im Österreichischen Arbeiterkammertag, zwischen 1975 und 1992 war er Landesobmann des ÖAAB Vorarlberg. Er bekleidete auch viele bundespolitische Funktionen – so war er etwa von 1978 bis 1991 Bundesobmann-Stellvertreter des ÖAAB, von 1980 bis 1989 Stellvertreter des ÖVP-Bundesobmannes und von 1982 bis 1987 Vizepräsident des Österreichischen Arbeiterkammertages. Nach der Landtagswahl 1994 legte Bertram Jäger sein Amt als Landtagspräsident freiwillig zurück.
Als Vorstandsmitglied von CARE Österreich und als Aufsichtsratsmitglied der katholischen Wochenzeitung "Die Furche" widmet er sich weiterhin sozialpolitischen Themen.
Sein Einsatz für die Öffentlichkeit wurde durch die Verleihung des Großen Goldenen Ehrenzeichens mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich sowie des Leopold-Kunschak-Jubiläumspreises honoriert.“

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