Chiara, Juliane und Lukas sind drei von insgesamt 24 Studierenden der FH Vorarlberg, die derzeit ihr Praktikum im Gesundheits- und Pflegebereich absolvieren. Chiara arbeitet in einem Pflegeheim, Juliane auf der Unfallchirurgie und Lukas auf der Palliativstation. Trotz Corona-Epidemie gehen sie täglich zur Arbeit und leisten einen wertvollen Beitrag zur Bewältigung der Krise.

Chiara Piazza studiert im 4. Semester Gesundheits- und Krankenpflege an der FH Vorarlberg. Im Pflegeheim SeneCura in Bludenz unterstützt sie die BewohnerInnen bei der Körperpflege, versorgt Wunden, überprüft die Vitalwerte und reicht ihnen das Essen. Besonders die Kommunikation mit den Bewohnerinnen und Bewohnern hat derzeit besondere Bedeutung, weil die Angehörigen derzeit nicht zu Besuch kommen können. „Die täglichen Arbeiten haben sich sonst nicht verändert“, berichtet die 21-Jährige. „Jedoch wurden zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen umgesetzt und die Hygienestandards nochmals verschärft.“ Chiara macht sich zwar viele Gedanken, versucht aber, in jedem Tag etwas Positives zu sehen und dies in den Vordergrund zu stellen: „Ich sehe meinen Beitrag als ein kleines Bruchstück des großen Ganzen und weiß, dass ich mit meinem Handeln ein paar wenigen Menschen helfen kann.“

Juliane Fink absolviert ihr Praktikum auf der Unfallchirurgie im LKH Bregenz. Dort sind die Vorsichtsmaßnahmen überall spürbar. „Es wird streng kontrolliert, wer ins Krankenhaus darf und wer nicht. Auch wurde vor dem LKH ein Triage-Zelt aufgebaut, welches jede Neuaufnahme zuerst passieren muss, um überhaupt ins Krankenhaus kommen zu können“, berichtet die Bezauerin. „Außerdem müssen wir bei Patientenkontakt unter zwei Meter Abstand FFP1-Masken tragen und die Patienten müssen beim Verlassen des Zimmers eine Mund-Nasen-Maske tragen.“ Trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen ist der persönliche Kontakt mit den PatientInnen für Juliane wichtig: „Das bedeutet auch, dass ich mir die ein oder andere Minute Zeit nehme und den Patienten ein offenes Ohr schenke, ihre Sorgen anhöre oder ihnen einfach ein bisschen Zeit schenke. Es ist erstaunlich, wie viel einem die Patienten zurückgeben und mit was für noch so kleinen Taten man ihnen eine Freude bereiten kann. Am Ende des Tages zählt für mich das kleine Lächeln auf den Lippen der Patienten.“

Auch die Arbeitssituation von Lukas Nachbaur hat sich durch die Corona-Epidemie verändert: “Auf der Palliativstation in Hohenems dürfen nur noch wenige Angehörige auf die Station. Darüber hinaus ist das Gebäude vom Hauptgebäude abgeschottet und wir müssen Medikamente, Essen und sonstige Utensilien aus einer Schleuse abholen, um jeden Kontakt mit dem anderen Personal zu vermeiden.“ Auch hier müssen die Pflegekräfte Schutzmasken tragen, wenn sie in Kontakt mit den Patienten oder den Angehörigen sind. Trotz all dieser Vorsichtsmaßnahmen ist es für Lukas wichtig, sich viel Zeit für die Patienten zu nehmen. „Das Wohlbefinden der Patienten ist das Wichtigste, gerade wenn es um den letzten Lebensabschnitt geht.“

Alle drei Studierende beschäftigt die Ungewissheit, was noch kommen wird. Lukas Nachbauer helfen vor allem die Informationen, die er fortlaufend von der FH Vorarlberg bekommt. An der Hochschule arbeitet ein Krisenteam intensiv an der Betreuung und Begleitung der Studierenden, die derzeit ihr Praktikum machen. „Wir sind in ständigem Kontakt mit den Studierenden und auch mit den Praktikumsstellen“, erklärt Barbara Harold, Studiengangsleitung des Studiengangs Gesundheits- und Krankenpflege. „Uns ist es wichtig, dass unsere Studierenden während ihrer Praktika gut geschützt sind und in den Teams gerade jetzt professionelle Pflege gemeinsam sicherstellen können.“

Für Chiara, Juliane und Lukas zählt, dass sie in der aktuellen Situation einen Beitrag leisten können. Lukas Nachbaur bringt es auf den Punkt: „Ich denke, dass ich nicht so gefährdet bin wie viele andere. Und ich habe auch keine eigene Familie, die ich zuhause versorgen muss. Also kann ich die Mütter und Väter, die in der Pflege arbeiten, entlasten.“

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