Am Internationalen Tag der menschlichen Solidarität stellen wir ein besonderes Projekt von FHV-Studierenden vor: Schau Hin – Misch Dich Ein! Es thematisiert die zunehmende Anonymisierung und Gleichgültigkeit im öffentlichen Raum und ruft zu mehr Courage auf.

Im Rahmen einer Lehrveranstaltung zu „Neue Autorität“ an der Fachhochschule Vorarlberg haben Student:innen eine Plakatkampagne entworfen. „Schau Hin – Misch Dich Ein!“ wird nun in der Gemeinde Schlins umgesetzt. Hintergrund ist die wachsende Anonymisierung und Gleichgültigkeit im öffentlichen Raum sowie vermehrt wahrgenommene Konflikte zwischen Jugendlichen am Jagdberg. Mitbürgerinnen und Mitbürger sollen für diese Thematik sensibilisiert und zu couragiertem Handeln aufgefordert werden.

Präsenz und Zugewandtheit

Methodisch steht das Haltungskonzept der Neuen Autorität von Prof. Dr. Haim Omer im Zentrum der Kampagne. Wo weder „Laissez-Faire“ noch herkömmliche autoritäre Strenge weiterhelfen, braucht es Führung aus der Beziehung heraus. Schon allein durch Präsenz und Zugewandtheit können Situationen maßgeblich positiv beeinflusst werden. 

Praktische Tipps zum Mitnehmen 

„Ich sehe dich und ich bin mit deinem Handeln nicht einverstanden“, ist die Grundhaltung der Plakate. Zwei Ursachen für eskalierendes Fehlverhalten im Alltag sind Gleichgültigkeit und Intransparenz. Die Betroffenen machen die Erfahrung, dass alles toleriert wird bzw. ohne Konsequenzen bleibt. Die Kampagne regt dazu an, im öffentlichen Raum präsent zu sein, Konflikte oder anderes unerwünschtes Verhalten wahrzunehmen sowie sich selbst in die Situation einzubringen. Es genügt vielleicht schon, sich den Personen zu nähern und sich in unmittelbarer Nähe zu positionieren. Sätze wie „Damit bin ich nicht einverstanden.“ veranlassen schon viele Übermutige innezuhalten und von fragwürdigem Verhalten Abstand zu nehmen. Sollte dies nicht ausreichen, kann auf deeskalierende Weise mitgeteilt werden, dass man mit dem gezeigten Verhalten nicht einverstanden ist. An den Plakaten befinden sich Abreißzettel mit wertvollen Tipps, die mitgenommen werden können. So kann man sich selbst für kommende Situationen sensibilisieren und vielleicht etwas Neues ausprobieren.

Mitte November haben die Studierenden das Projekt an die Gemeinde Schlins und die Stiftung Jupident übergeben. Hochschullehrer Martin Meusburger betont: „Uns ist es ein Anliegen, dass Studierende Konzepte nicht nur theoretisch kennenlernen, sondern ihre Ideen auch mit realen Akteuren umsetzen.“
 

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