Fachhochschule Vorarlberg vernetzt Wissenschaft mit Lehre und Industrie.

Die FHV-Forschenden schon das dritte Jahr in Folge mit über 3,1 Millionen Euro an eingeworbenen Drittmitteln einen neuen Rekord verzeichnen konnten. Credit:VLK

Die Fachhochschule Vorarlberg (FHV – Vorarlberg University of Applied Sciences) hat im letzten Jahr ihren Ruf als eine der forschungsstärksten Fachhochschulen Österreichs erneut bestätigt. Sowohl das Forschungsvolumen als auch die eingeworbenen Drittmittel und die Zahl der Kooperationspartner konnten 2021 weiter gesteigert werden. Nun stellt die FHV bereits wichtige Weichen für die Anforderungen von morgen. „Die bauliche Erweiterung des Campus als innovatives Zentrum bietet eine optimale Infrastruktur für Forschung und Lehre“, so Landeshauptmann Markus Wallner im Pressefoyer gemeinsam mit Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink, FHV-Geschäftsführer Stefan Fitz-Rankl und Stiftungsprofessor Markus Preißinger.

Wallner sieht im Ausbau des Campus für ein Forschungskompetenzzentrum eine wichtige Weichenstellung für die Forschung und eine Zukunftsinvestition, die Forschung und Studium noch enger zusammenbringt. Hier werden Themen und Fragestellungen von morgen beispielsweise im 3D-Labor des Fachbereichs Technik wissenschaftlich bearbeitet und Lösungen für Unternehmen und Gesellschaft entwickelt. „Das stärkt den Bildungs- und Wirtschaftsstandort Vorarlberg. Der Ausbau zukunftsorientierter Studiengänge und die Erweiterung des Platzangebots werden konsequent fortgesetzt“, betont Wallner und verweist auf die im Landeshaushalt 2022 vorgesehenen kräftigen Investitionen. Die Aufwendungen für die Fachhochschule Vorarlberg sind mit fast 13,9 Millionen Euro dotiert.

Zusätzlich fließen heuer rund elf Millionen Euro in den Neu- und Umbau an der FHV. Im Endausbau wird dieses Projekt ein Volumen von knapp 50 Millionen Euro erreichen. Derzeit ist der Innenausbau des aufgestockten V-Traktes im Endspurt, Ende April, Anfang Mai erfolgt die Übersiedelung mehrerer Forschungszentren in die neuen Räumlichkeiten. Zudem wird die Sanierung des Gebäudekomplexes der „Alten Textilschule“ in der Achstraße weitergeführt. Die Arbeiten an einem siebengeschossigen Erweiterungsbau sind gestartet, um der steigenden Zahl von derzeit ca. 1.600 Studierenden und rund 350 Mitarbeitenden Rechnung zu tragen.

Ausbau der Studienplätze
Landesstatthalterin Schöbi-Fink gibt einen Ausblick auf die Weiterentwicklung der Studienangebote an der FHV: „Im Bachelorstudiengang Gesundheits- und Krankenpflege sind die Erhöhung von 90 auf 120 Studienplätze für Erstsemestrige und der Vollausbau auf 360 Studienplätze bis zum Wintersemester 2023/24 erfreuliche und wichtige Schritte, um Vorarlberg in diesem Bereich fit für zukünftige Herausforderungen zu machen.“ Weiters ist zum Studienjahr 2022/23 ein Ausbau bundesgeförderter Studienplätze im Schwerpunkt MINT/Digitalisierung und Wirtschaftsingenieurwesen vorgesehen. Und nicht zuletzt verweist Schöbi-Fink auf den Start des Masterstudiengangs Wirtschaftsinformatik – Digital Transformation* ab Herbst 2022.                   
(* Arbeitstitel; vorbehaltlich der Akkreditierung durch die AQ Austria)

Forschung an der FHV mit Spitzenleistungen
„Forschung ist an der FHV ein wichtiger Faktor mit einem kontinuierlichen Wachstum und einer sehr erfolgreichen Performance“, betont FHV-Geschäftsführer Stefan Fitz-Rankl und hebt hervor, dass die FHV-Forschenden schon das dritte Jahr in Folge mit über 3,1 Millionen Euro an eingeworbenen Drittmitteln einen neuen Rekord verzeichnen konnten. „Unsere Teams arbeiten so erfolgreich, dass die 2021 gemeinsam mit dem AIT gegründete Digital Factory Vorarlberg operativ auf eigenen Beinen steht und einen erfolgreichen Weg gehen wird“, so Fitz-Rankl. Die FHV hält jeweils Anteile an der V-Research GmbH (49 Prozent) und der Digital Factory Vorarlberg GmbH (49 Prozent).
Darüber hinaus nutzt die FHV sehr intensiv internationale Kooperationen und Chancen in Europa, fügt Fitz-Rankl hinzu: „Wir sind seit zwei Jahren Europäische Hochschule, hier arbeiten wir im Rahmen von RUN-EU intensiv an der Entwicklung europäischer Innovation Hubs als Drehscheibe für Innovation und Unternehmen. Weltweit verfügen wir über Kooperationen mit 133 Partnerhochschulen. Wir bilden von Technik bis zur Pflege die zukünftigen Fachkräfte und Forschenden aus, die beste Optionen am Arbeitsmarkt haben.“ Fitz-Rankl verweist auf den Bewerbungsschluss am 15. Mai für einen Studiumstart im Herbst. Zudem sei erfreulich, dass der berufsbegleitende Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen im Herbst eine Aufstockung auf 54 Plätze verbuchen kann.

Bereit für die Zukunft
Die FHV steht mit ihrer angewandten Forschung und experimentellen Entwicklung in enger Kooperation mit Unternehmen, Organisationen sowie internationalen wissenschaftlichen Partnern. Prof. (FH) Markus Preißinger, illwerke vkw Stiftungsprofessor für Energieeffizienz und Leiter des Forschungszentrums Energie, ist seit Jänner 2022 FHV-Forschungsleiter und will den erfolgreichen Weg fortsetzen: „Das Land Vorarlberg und die FHV haben verstanden, was die Zukunft ausmacht. Vernetzung und Kooperation statt Silodenken – Forschung und Innovation statt technologischem Stillstand. In Zukunft werden wir auf die Unternehmen noch stärker zugehen.“ Mit fünf Forschungszentren ist die FHV am Puls der Zeit und beschäftigt über 80 ForscherInnen. Von diesen Kompetenzen profitieren die Studierenden. „Wir arbeiten an 102 Forschungsprojekten mit 254 Kooperationspartnern und einem Forschungsvolumen von 5,5 Millionen Euro“, so Preißinger.

Inhaltich beschäftigt sich die Forschung der FHV in ihren Forschungszentren „Business Informatics“, „Energie“, „Mikrotechnik“ und „Nutzerzentrierte Technologien“ sowie der Forschungsgruppe „Empirische Sozialwissenschaften“ mit Kernfragen der zukünftigen Arbeits- und Lebenswelten: Wie müssen sich Geschäftsprozesse und Produkte in einer vermehrt global verteilten und agilen Wirtschaft verändern? Wie müssen nachhaltige Energiesysteme zukünftig aufgebaut und vernetzt sein, oder auch wie intelligent müssen diese sein? Wie können hochfunktionale Mikrosensoren in neuartigen Implantaten eingesetzt werden? Wie muss die Schnittstelle zwischen Mensch und Technik aussehen, damit sie die digitale Transformation in Arbeit und Freizeit positiv unterstützt? Und wie schaffen wir es bei allen wichtigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen auch soziale Aspekte zu berücksichtigen?

Die FHV-Forschung ist bei diesen und anderen Fragstellungen auch in der anwendungsorientierten Forschung auf hohem Niveau etabliert: Mit dem Josef Ressel Zentrum für Robuste Entscheidungen hat es Michael Hellwig mit seinem Team geschafft, ein Projekt der Spitzenforschung nach Vorarlberg zu holen. Die Forschungsthemen sind vielfältig und interdisziplinär: „Katrin Paldán vom Forschungszentrum Nutzerzentrierte Technologien forscht an Robotik und Funktionen, die eine Entlastung für Pflegekräfte bringen und gleichzeitig eine gute Lebensqualität der gepflegten Menschen sicherstellen. Matthias Domke vom Forschungszentrum Mikrotechnik spürt Mikroplastik in Lebensmitteln auf, Stefan Arzbacher vom Forschungszentrum Energie baut derzeit ein Labor für schnelle Lebensalterprüfungen für die nachhaltige Produktentwicklung auf“, nennt Preißinger Beispiele.

 

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