Lena Prassl hat ihr Masterstudium Soziale Arbeit an der FHV berufsbegleitend absolviert. Eine große Herausforderung, aber auch wie sie sagt, eine ihrer besten Entscheidungen. Nach dem Studium hatte sie Mut, neue Projekte umzusetzen, mit Netzwerkpartner:innen intensiv zu kooperieren und somit die Gebärdensprache in Vorarlberg bekannter zu machen.

Name, AlterLena Prassl, 29
Beruf, UnternehmenLandeszentrum für Hörgeschädigte (LZH), Beratungsstelle/Soziale Arbeit, Kommunikationsassistenz/Sensibilisierungen
Studium, AbschlussSoziale Arbeit Interkulturalität Master, 2018; Transkulturelle Kommunikation (Gebärdensprache und Russisch)

Worauf bist du beruflich oder privat besonders stolz?

Dass ich meine Liebe zu Sprachen und Menschen mit meiner beruflichen Tätigkeit verbinden darf. Dass ich für etwas brenne und trotzdem gelernt habe, wo die Grenzen sind. Ich bin stolz darauf, dass ich hier in Vorarlberg viele Menschen für die Gebärdensprache und die Welt der Gehörlosen begeistern konnte. Stolz, dass inklusive Projekte gestartet wurden und sich die Anfragen häufen. Es ist schön zu wissen, dass man den „Stein ins Rollen gebracht hat“.

Was fasziniert dich an deinem Beruf besonders, was würdest du gerne ändern?

Wer mich kennt, würde wahrscheinlich rasch antworten, dass ich übers ganze Gesicht strahle, wenn ich von meinen Tätigkeiten zu berichten beginne. Ich kann gar nicht anders, da die Leidenschaft für die Soziale Arbeit, ja die Arbeit mit Menschen Teil meines Wesens ist. Besonders faszinierend finde ich die Tatsache, was Kommunikation in einer zwischenmenschlichen Beziehung bewirken kann und inwiefern Sprache und das Gefühl verstanden zu werden Einfluss auf Vertrauen und eine gute Zusammenarbeit haben. Die Kommunikation mit meinen Klient:innen in Gebärdensprache ist Voraussetzung für eine gelingende Beratung/Begleitung und zugleich auch das Spannendste an meinem Beruf. Das lässt darauf schließen, dass ich rein gar nichts an meinem Beruf ändern möchte. Nichtsdestotrotz hätte ich den Wunsch, dass sich verhärtete Strukturen und Systeme lockern und in weiterer Folge offener für die Welt der Gehörlosen und die Gebärdensprache werden. In diesem Sinne müsste ich vielleicht doch etwas ändern – und zwar neue Methoden und Ideen kreieren, um diese Öffnungsschritte voranzutreiben.

Was ist die schönste Erinnerung an dein Studium?

Im Masterstudium können Forschungsprojekte eingereicht werden, welche die Studierenden gemeinsam zu meistern haben. Das Schönste für mich war zu beobachten, wie sich all meine Kommiliton:innen intensiv auf das Forschungsprojekt mit gehörlosen Menschen eingelassen haben. Alle wollten plötzlich ein paar Gebärden erlernen und den kulturellen Hintergrund der Gehörlosen verstehen, um den nötigen Respekt entgegenzubringen und eine Kommunikation auf Augenhöhe zu ermöglichen.

Welche Skills gewinnen deiner Meinung nach in der Zukunft an Bedeutung? Was müssen junge Menschen abseits von Fachwissen mitbringen?

Das ist eine hervorragende Frage und ich bin mir sicher, dass sie jede:r individuell anders betrachten und beantworten wird. Und genau das ist der Punkt: Ich wünsche mir für Studierende, dass sie die Individualität einer jeden Person erkennen und fördern wollen. Der Blick für Ressourcen anstatt für Hindernisse ist ein wertvolles Gut. Empathie und Zeit, jemandem zuzuhören/zuzusehen sind ebenfalls bedeutende Skills. Ein offener Blick für die Welt und die Menschen, die darauf leben – Buntheit und Diversität.

Verratest du uns deinen Lieblingsort in Dornbirn/Vorarlberg?

Überall dort, wo das Wasser zu Hause ist. Sobald ich die Enten und Schwäne im Wasser kreisen sehe, das Plätschern höre, wenn ein Boot über die leichten Wellen düst, können bei mir die kreativsten und wertvollsten Gedanken entspringen. Auch das Bewusstsein über die Kraft des Wassers ist hin und wieder hilfreich, um mutig meinem beruflichen und privaten Weg weiter zu folgen.

Ein Einblick in Lenas beruflichen Kontext mit gehörlosen Menschen und ihrer Sprache – der Gebärdensprache:

https://www.youtube.com/watch?v=LYGbBi6Wtw8

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