Wenn ein Mensch altert, hat er:sie - so wie jeder Mensch - Anspruch auf eine würdevolle, individuelle Versorgung, professionell und auf Basis wissenschaftlicher Evidenz.

Die Projektgruppe mit Hochschullehrerin Christine Pomikal.

Dem Thema „Pflege alter Menschen“ ist eine Lehrveranstaltung im Rahmen des Studiums Gesundheits- und Krankenpflege an der FHV (2. Semester) gewidmet. Hier stellen wir das Projekt „Sicheres Medikamentenmanagement in den Pflegeheimen der Senioren-Betreuung Feldkirch“ vor. Seitens der Senioren-Betreuung Feldkirch (SBF) betreute Qualitätsmanagerin Bettina Arden-Stockinger die Studierenden. Nesegül Cun, Rebecca Dobler, Lara Luger und Katharina Prapotnik bearbeiteten die Fragestellung.

Pflegeeinrichtungen sind mit Zeit- und Personalmangel konfrontiert. Sicherheit und Qualität dürfen aber insbesondere beim Medikamentenmanagement nicht leiden. Bettina Arden-Stockinger schildert die Ausgangslage folgendermaßen: „Der allgemein spürbare Engpass an professionellen Pflegekräften im Gesundheits- und Krankenpflegebereich zeigt sich auch bei der Senioren-Betreuung Feldkirch. Daher ist es dringend notwendig, für die sowohl wirtschaftlich als auch administrativ sehr aufwendige Medikamentengebarung neue Lösungen zu erarbeiten. Die Problemstellung durch evidenzbasiertes Wissen sowie mögliche Handlungsempfehlungen zu untermauern, kam uns sehr gelegen. Gleichzeitig konnten wir den Studierenden einen positiven Einblick in den Verwaltungs- und Führungsbereich der stationären Langzeitpflege vermitteln.“

Umfangreiche Recherchen

Die Studentinnen erhielten im ersten Schritt von Bettina Arden-Stockinger detaillierte Informationen zur Situation. Es folgten Experteninterviews mit Verantwortlichen (Ärzt:innen, Pflegepersonen, Pharmazeut:innen und Zivildiener) sowie teilnehmende Beobachtung vor Ort. Umfangreiche Literaturrecherchen ergänzten die Vorarbeiten. „Sowohl bei unseren Besuchen in den Pflegeeinrichtungen als auch in den interdisziplinären Bereichen begegnete man uns stets offen und kooperativ. Alle Befragten waren sehr bemüht, unsere Fragen bestmöglich zu beantworten. Das Interesse, eine Lösung zu finden, war auf allen Seiten groß“, betonen die Studentinnen.
Die Einblicke in die Praxis waren für die Studentinnen sehr wertvoll. Sie berichten: „Zu Beginn war uns nicht klar, was für ein großer Aufwand hinter dem Medikamentenmanagement steckt und wie viele Teilbereiche involviert sind. Als wesentliche Faktoren konnten wir die Kommunikation im interdisziplinären Austausch und die Bereitschaft, alte Gewohnheiten zu hinterfragen, identifizieren.“ Verschiedene Lösungsansätze wurden entwickelt und mit den Ansprechpartnern validiert. 

Maschinelle Verblisterung

Die gemeinsamen Überlegungen und die damit verbundene Datenrecherche führten schließlich zur finalen Lösung, die maschinelle Verblisterung der Medikamente. Dabei werden die verordneten Medikamente maschinell in Blister-Beutel verpackt, mit Namen des Patienten, Station, Geburtsdatum, Wochentag, Datum und Uhrzeit der Einnahme beschriftet. Eine detaillierte Handlungsempfehlung in sieben Schritten wurde erstellt, Aufgaben und Verantwortlichkeiten klar definiert. Die maschinelle Verblisterung entlastet das Personal, ist für die Patient:innen sehr sicher und spart darüber hinaus Kosten. 

„Die selbstbewussten Studentinnen haben nicht nur nach Lösungen gesucht, sondern auch die internen Strukturen durchleuchtet. Sie haben uns spüren lassen, dass es ihnen nicht nur um die rasche Erledigung des Auftrags ging, sondern ihnen die Analyse, Lösungsfindung und die mögliche Umsetzung für die Mitarbeiter:innen der SBF am Herzen lagen“, lobt Bettina Arden-Stockinger.

„Dabei wurde eine potenzielle Fehlerquelle identifiziert, welche eine sofortige Änderung in den vier Heimen zur Folge hatte. Die maschinelle Verblisterung der Medikamente steigert die Patientensicherheit und ermöglicht eine wesentliche Zeit- und Ressourcenersparnis für das Personal. Gemeinsam mit den Studierenden werden in der SBF erste Handlungsempfehlungen zeitnah umgesetzt“, verweist die Qualitätsmanagerin abschließend auf die konkrete Umsetzung der Ergebnisse.
 

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