Im Rahmen der Eventreihe „FORWARD – gemeinsam weiterdenken“ stand kürzlich das Thema „Sterben und Tod ins Leben lassen“ im Fokus. Expert:innen und Interessierte befassten sich in einem Impulsvortrag, in Workshops und einer Podiumsdiskussion an der FHV mit diesem Thema.

Im Laufe des Lebens wird sich früher oder später jede:r mit Sterben und Tod auseinandersetzen müssen – sei es der Tod von nahestehenden Personen oder der eigene Tod. Dies ist und bleibt allgegenwärtig, selbst wenn es noch so oft verdrängt oder tabuisiert wird. So war es die Intention der Organisator:innen aus dem Fachbereich Soziale Arbeit dieses Thema im Rahmen von "FORWARD – gemeinsam weiterdenken" ins Leben zu lassen und darüber zu sprechen.

Herausfordernde Bedürfnisse

Welchen Umgang haben wir persönlich mit dem Tod? Wie gehen wir in unserer westlichen Kultur damit um? Wie begegnen andere Kulturen, Religionen oder Länder der Vergänglichkeit? Welche Aufgabe hat die Soziale Arbeit in diesem Kontext? Diese und ähnliche Fragen wurden aufgegriffen und diskutiert. Am Beginn des Events stand der Impulsvortrag von Dr. Miriam Sitter (Vorsitzende Löwenzahn-Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche in Hannover), die einführend anmerkte: „Die Endlichkeit des Lebens ist ein Teil der menschlichen Existenz. Und doch bereitet uns diese Endlichkeit, so selbstverständlich und alltäglich sie auch sein mag, so einige Herausforderungen.“ Diese Herausforderungen von Trauernden in der Gesellschaft, aber auch deren schwierige Bedürfniserfüllung und Bedürfniskollisionen stellte die Expertin in den Fokus ihres Vortrags und machte dabei auf die Wichtigkeit der Schaffung von empathischen Räumen für Trauernde aufmerksam.

Workshops und Talk

In drei Workshops wurde zum gemeinsamen Austausch und einem Perspektivwechsel zu verschiedenen Gesichtspunkten von Sterben und Tod eingeladen. Beim anschließenden Talk am Campus teilten die Expert:innen und Wissenschaftler:innen Michael Thaler (Leitung ifs Familienberatung), Susan Vogel (Professorin an der Hochschule Magdeburg-Stendall), MR Dr. Albert Lingg (ehem. Leiter der psychiatrischen Abteilung und Chefarzt im LKH Rankweil), Astrid Bechter-Boss (Lebens- und Sozialberaterin Lebenskreise) sowie Dr. Miriam Sitter ihre Sichtweisen und Erfahrungen zur Begleitung von Trauernden. Unter anderem betonte Albert Lingg, die Wichtigkeit der Enttabuisierung vor allem beim Thema Suizid. „Wenn man sich fragt, warum die Suizide im Vergleich zu früher so drastisch abgenommen haben, dann hat das in erster Linie mit Enttabuisierung zu tun. Mit Prävention kann man Menschen erreichen. Trotzdem ist dies hierzulande noch ausbaufähig.“

Über FORWARD – gemeinsam weiterdenken

"FORWARD – gemeinsam weiterdenken" ist das Event-Format der FHV. Aktuelle wirtschafts- und gesellschaftspolitische Themen werden aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet und kontrovers diskutiert. Dazu treffen Wissenschaftler:innen, Expert:innen und Vordenker:innen im Herzen der Bodenseeregion – am Standort der Fachhochschule in Dornbirn – zusammen. Der abwechslungsreiche Mix aus Keynotes, Diskussionsrunden und Erfolgsstorys aus der Wirtschaft steht für Inspiration, neue Ideen und zukünftige Chancen

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