Ruedi Alexander Müller Beyeler 
Unternehmen durch Marken führen

Welche Bedeutung haben Marken in der aktuellen Gesellschaft? Wie lassen sich in dynamischen Gesellschaften Muster der Orientierung etablieren?

Die Marke entsteht in den Köpfen der Kunden, nicht am Tisch des Unternehmens“

Haben gegen Ende des 20. Jahrhunderts Firmen noch über die Kanäle der traditionellen Medien, wie TV, Zeitungen, Hörfunk ihre Werbung und Kommunikation steuern können, so ist das heute in den sozialen Medien nur mehr mit sehr viel Aufwand möglich.

Das gilt für Unternehmen, die ein Produkt bewerben möchten, in gewissem Sinne aber auch für jede und jeden Einzelnen. Ruedi Alexander Müller-Beyeler zieht zu Beginn seines Vortrags die Parallele zwischen einer Unternehmens-Marke und der Ich-Marke. Er macht deutlich, dass in Zeiten der Individualisierung jede und jeder sich selbst positioniert, wie (und ob) sie/er sich in der realen und virtuellen Welt darstellt. In der realen Welt bin ich immer ‚mit dabei‘, in der virtuellen Welt bewege ich mich auch ohne mein Beisein – in unterschiedlichen communities. So passiert es auch mit der Marke eines Unternehmens. Dies hat oft keinen linearen Einfluß auf die Wirkung der Marke.

Ist eine Marke erst einmal etabliert, hat sie eine gewisse Stabilität am Markt. Sie bietet dem Kunden in der Masse an Produkten eine Orientierung. Auftauchende Konkurrenz vermag nur mit Niedrigpreisen anzukommen. Die Marke kann auch weiterleben, wenn es das Unternehmen gar nicht mehr gibt. Eine gute Marke ist immer verbunden mit einem bestimmten Leistungsversprechen (muss nicht adäquat sein mit Qualität) und eine gute Marke braucht eine Geschichte. Über das Storytelling sollen sich nicht nur die Kunden mit der Marke identifizieren, sondern auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen.

In der anschließenden Diskussion wurde über das oberflächliche Image von Marken debattiert, inwiefern sie ‚lügen‘, die Kunden sich selbst belügen oder mit der Ambivalenz bewusst gearbeitet wird, weil die Kunden ja im Prinzip wissen, dass das, was das Image der Marke verspricht, nicht eintreten wird. Daran knüpft das Argument an, dass Marke wie eine archaische Form, eine Art Religion ist, an das geglaubt wird. Wir wissen, dass es nur Geschichten sind, aber wir glauben daran und mögen es.

(text:vfst foto:mro)

Vortragender Prof. Ruedi Alexander Müller-Beyeler
Vortragender Prof. Ruedi Alexander Müller-Beyeler
Diskussionsrunde OpenIdea
Diskussionsrunde
Ruedi Alexander Mueller Beyeler

Prof. Ruedi Alexander Müller-Beyeler leitet Marken- und Kommunikationsprojekte in einer zunehmend digitalisierten Welt – als Berater, Projektpartner, Manager auf Zeit, Verwaltungsrat und Hochschuldozent. Als junger Master of Science ETH machte er eine Führungskarriere in der Industrie. Dann wechselte er in die Marken- und Kommunikationsbranche und wurde Unternehmer. Heute lehrt und forscht er an der HTW Chur.

www.tatin.info
www.htwchur.ch

Vortrag: Unternehmen durch Marken führen

17. November 2016
19 Uhr
Aula der FH Vorarlberg

Veranstaltungsreihe OpenIdea