Damit wir wissen, über welche Kompetenzen Sie verfügen, oder ob Sie berechtigt sind, an ausgewählten Lehrveranstaltungen zur Vorbereitung auf ein Studium teilzunehmen, brauchen wir einen Nachweis Ihrer Kompetenzen (z.B.: die allgemeine Universitätsreife, und eine Klärung Ihrer ausreichenden Deutschkenntnisse - oder Englischkenntnisse bei der Teilnahme an englischsprachigen Lehrveranstaltungen).

Falls Sie keine Zeugnisse vorlegen können, gibt es einen alternativen Weg, wie Sie uns zeigen, was Sie in Ihrem bisherigen Studium oder Ihrer Ausbildung bereits gelernt haben: Das sogenannte background paper.

Die FH Vorarlberg akzeptiert den Umstand, dass manche bereitgestellten Informationen von InteressentInnen mit Fluchthintergrund aufgrund Ihrer momentan schwierigen Lebensumstände unvollständig eingereicht werden müssen oder komplett fehlen. Deshalb wird versucht, die akademischen Leistungen der InteressentInnen anhand von alternativen Informationen in einem sogenannten background paper zu rekonstruieren:

Schritt 1: Erstellen des background paper

Das background paper wird von der Interessentin/vom Interessent ausgefüllt und enthält folgende Informationen:

Detaillierte Informationen über Inhalt, Level und Inhalt der Ausbildung:

  • Persönliche Daten wie Name, Geburtsdatum, Geburtsort etc.
  • Benennung der erworbenen Qualifikationen im Herkunftsland Name der Bildungseinrichtung, in der die Ausbildung absolviert wurde Das Niveau (Level) der erworbenen Ausbildung: Studiendauer, Kalenderjahre der Ausbildung (z.B.: 2010 – 2013), Name der Studiengangs Beschreibung der Inhalte des Programms - mit Modulbeschreibungen, Inhalten der Seminare und Vorlesungen, Bewertung und Arbeitsumfang (wenn ein transcript of records fehlt) Bestätigung der Interessentin/des Interessents, dass die Informationen rechtmäßig wiedergegeben worden sind (mit Unterschrift der Interessentin/des Interessents)

Dokumente und unterstützende Beweismittel:

Die Interessentin/der Interessent legt so viele relevante Dokumente wie möglich vor, welche die eingereichten Unterlagen in Punkt A. bestätigen können, wie z.B.:

  • Matrikelnummer (wenn möglich)
  • Dokumente der Ausbildung (transcript, Schulzertifikate etc.)
  • Bestätigung über den Verleih eines Ausbildungsgrades
  • Bestätigung über berufliche Erfahrungen
  • Jegliche andere Beweismittel, wie: Namen der ProfessorInnen, Kursbeschreibungen etc.

 

Schritt 2: Einschätzung der Qualifikationen der Interessentin/des Interessents

Aufgrund der von Ihnen im background paper eingereichten Informationen prüfen die Verantwortlichen an der FH Vorarlberg Ihre Unterlagen.

 

Schritt 3: Das Bewertungsverfahren

Wenn notwendig, werden in einem dritten Schritt Ihre Unterlagen durch ein Bewertungsverfahren geprüft. Dies hängt von der Qualität der Informationen ab, die von den InteressentInnen abgegeben und im background paper festgehalten worden sind.

Ein Bewertungsverfahren kann bestehen aus:

  • Einem Interview der Interessentin/des Interessenten, durchgeführt von Spezialisten/Spezialistinnen der Studiengänge zu wichtigen Themen des Studiums
  • Einer Eingangsprüfung (ähnlich einer Eingangsprüfung des Aufnahmeverfahrens)

Personen, die im Ausland bereits ein Studium an einer Hochschule abgeschlossen und einen akademischen Grad erworben haben, können beim Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft eine Bewertung des akademischen Grades beantragen.

Dies kann für Menschen mit Fluchthintergrund hilfreich sein, um etwaige Berufs- oder Ausbildungschancen zu erhöhen. Nähere Informationen finden Sie unter http://wissenschaft.bmwfw.gv.at/bmwfw/studium/academic-mobility/enic-naric-austria/

Jede Person, die im Ausland ein Studium an einer Hochschule abgeschlossen und einen akademischen Grad erworben hat.

Die Bewertung der ausländischen Hochschulqualifikation beziehungsweise des akademischen Grades kann beim Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) beantragt werden. Derzeit können jedoch aufgrund Überlastung keine Anträge gestellt werden.

Ihre Zeugnisse werden geprüft, damit wir herausfinden können, ob Sie die allgemeine Universitätsreife und ausreichende Sprachkenntnisse für eine Zulassung zu ausgewählten Lehrveranstaltungen an der FH Vorarlberg erfüllen.

Eine Nostrifizierung ist die Anerkennung eines ausländischen Studienabschlusses als gleichwertig mit dem Abschluss eines inländischen Bachelor-, Master-, Diplom- oder Doktoratsstudiums durch das für Studienangelegenheiten zuständige Organ einer Universität bzw. durch das Fachhochschulkollegium.

Je nach Bedarf können für die Nostrifizierung Ergänzungsprüfungen vorgeschrieben werden.

Eine erfolgreiche Nostrifizierung bedeutet die völlige Gleichstellung mit dem österreichischen Studienabschluss, das Recht auf Führung des entsprechenden österreichischen akademischen Grades und die Berechtigung zur Ausübung eines Berufes, die in Österreich mit einem Studienabschluss verbunden ist.

Wer z.B. den Beruf eines Arztes bzw. einer Ärztin ausüben will, muss unter anderem nachweisen, dass er/sie das österreichische Medizinstudium erfolgreich abgeschlossen hat, dass er/sie aufgrund des EU-Rechtes unmittelbar zur Berufsausübung berechtigt ist oder - wenn all das nicht zutrifft - dass sein/ihr abgeschlossenes ausländisches Medizinstudium in Österreich nostrifiziert worden ist. (Vgl. http://wissenschaft.bmwfw.gv.at/bmwfw/studium/academic-mobility/enic-naric-austria/was-ist-eine-nostrifizierung/)

Für eine Zulassung zu den für Flüchtlinge ausgewählten Lehrveranstaltungen an der FH Vorarlberg zur Vorbereitung auf ein mögliches Studium ist dies aber NICHT ERFORDERLICH. Ebenfalls nicht erforderlich ist die Nostrifizierung für die Zulassung zu einem weiterführenden Studium.)

Nur Personen, die nachweisen können, dass die Nostrifizierung für die angestrebte berufliche Tätigkeit in Österreich eine zwingende Voraussetzung ist, können die Nostrifizierung beantragen. In allen anderen Fällen obliegt die Bewertung des ausländischen Studiums ohnehin dem/der Arbeit- oder Dienstgeber/in. Auch für ein weiterführendes Studium ist keine Nostrifizierung erforderlich.

Ein Rechtsanspruch auf Nostrifizierung besteht nur dann, wenn diese für eine angestrebte Tätigkeit in Österreich eine zwingende Voraussetzung ist. Dies muss durch entsprechende Unterlagen schriftlich nachgewiesen werden. Darüber hinaus darf die gleiche Nostrifizierung nur an einer Hochschule beantragt werden. Mehrfache Anträge sind nicht zulässig.

Die Nostrifizierung von ausländischen Studienabschlüssen kann beim Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) oder an jeder Universität bzw. Fachhochschule, an der ein vergleichbares österreichisches Studium eingerichtet ist, beantragt werden. In vielen Fällen kommen daher mehrere Universitäten bzw. Fachhochschulen in Betracht. Wo das Verfahren beantragt wird, bleibt der Antragstellerin beziehungsweise dem Antragsteller überlassen. Der gleiche Nostrifizierungsantrag kann jedoch nur an einer Hochschule oder beim BMWFW eingebracht werden.

Für die Nostrifizierung können Kosten anfallen, die je nach Hochschule unterschiedlich sein können.