Wahlfächer (FLEX)

Das neue Angebot an flexiblen Wahlfächern, das erstmals an der FHV dieser Form eingeführt wird, erlaubt es dir, dem Studium eine individuelle Note zu geben. Dafür hast du mindestens 12 ECTS zur Verfügung, je nach Interesse kannst du natürlich auch mehr machen.

Möglichkeiten für flexible Wahlfächer

  • Technische Vertiefungsfächer, die nicht Teil deines Schwerpunktes sind (4. und 5. Semester)
  • „Short Advanced Programs” (Internationale Kurse im Zuge von Run-EU) oder andere Kurse, die nicht Teil des Mechatronik Curriculums sind (Anerkennung)
  • Übercurriculares Engagement (z.B: Engagement in der ÖH)
  • Zielgruppenspezifische Angebote (erweiterte Laborpraxis, Mathematiktraining…)
  • Transdisziplinäre Zusatzangebote (Betriebliches Rechnungswesen, Intercultural Awareness, Persönlichkeitsentwicklung, Creative Engineering, Technologiefolgenabschätzung, Professional Writing Tools …)
  • Praxisbezug (Exkursion, Angewandte Regelungstechnik)
  • Erweitern des technische Horizonts (Digitale Signalverarbeitung, Strömungslehre, Stochastische Systeme, Numerische Simulation, Wärmetransfer, Embedded C++…

 

 

Im Studienplan sind 2 ECTS pro Semester eingeplant. Du kannst aber in jedem Semester so viele Wahlfächer mit so vielen ECTS machen, wie es für dich perfekt passt. Um das etwas besser zu beschreiben, stelle ich dir drei virtuelle Studierende vor:

Alex hatte nach der Pflichtschule genug vom Lernen und hat eine Lehre absolviert. Um beruflich weiterzukommen und in die technische Produktentwicklung einzusteigen, fiel die Entscheidung für das berufsbegleitende Studium Mechatronik. So kann der gewohnte Lebensstandard und die Selbstständigkeit bestmöglich erhalten bleiben.

Kim hat eine sehr gute Allgemeinbildung genossen und an einer AHS maturiert. Talentiert in vielen Bereichen wie Sprachen, Naturwissenschaften – insbesondere Mathematik – und sehr interessiert in Physik war der Entschluss, Technik zu studieren, nicht das, was andere Jugendliche mit dieser Ausbildung im Normalfall machen, aber dennoch wohlüberlegt.

Nikita hat sich schon früh der technischen Leidenschaft gewidmet und eine HTL besucht. Begierig, mehr zu wissen, war der Weg zum Studium die einzige Wahl. Um möglichst viel, über das Pflichtcurriculum hinaus, zu lernen, kommt idealerweise das Vollzeitstudium in Frage, bei dem mehr Zeit die intensive Beschäftigung mit technischen Inhalten bleibt.
 

Die verschiedenen Ansprüche und Wege zum Studium zeigen auf, dass es verschiedenste Kompetenzen gibt, die individuell nach Bedarf im Studium bereitgestellt werden sollten. Zum Beispiel:

Naturwissenschaftliche Anwendungskompetenz

Kim und Nikita haben durch die Oberstufe mindestens drei Jahre länger und intensiver Mathematik auf höherem Niveau trainiert. Die Lehrausbildung setzt hingegen oft eher auf praktische Anwendung als fundiertes theoretisches Fundament. Allerdings ist es auch in den AHS und BHS immer wieder der Fall, dass das nachvollziehbare Lösen von Aufgabenstellungen nicht mehr im Vordergrund steht, sondern eher das Erlernen der Bedienung komplexer Tools (Taschenrechner etc.). Zur technisch-naturwissenschaftlichen Grundkompetenz gehört aber auch der sichere und Schritt für Schritt nachvollziehbare Umgang mit einfachen mathematischen Lösungsverfahren. Daher wird der Erwerb folgender Kompetenzen als FLEX-Kompetenzen angeboten:

Bei erfolgreichem Abschluss der entsprechenden FLEX - Fächer, sind die Studierenden in der Lage

  •     mathematische Lösungsverfahren, welche zum Standard der Hochschulreife gehören, nachvollziehbar, Schritt für Schritt sicher zu lösen.
  •     Fehler in Lösungen mathematischer Problemstellungen zu finden und zu korrigieren (Selbstkontrolle).

(Unvollständiger Auszug aus den Lernergebnissen des FLEX-Faches "Mathematische Praktikum")

Technische Anwendungskompetenz

Alex und Nikita haben durch deren Vorbildung sehr viele technische Anwendungen miterlebt und fühlen sich in der Anwendung wohl. Kim ist eher weit weg von der Anwendung der Technik. Kim kann im Zuge der FLEX-Fächer daher beispielsweise folgende Kompetenzen erwerben:

Bei erfolgreichem Abschluss der entsprechenden FLEX - Fächer, sind die Studierenden in der Lage

  • Standard-Fertigungsverfahren der manuellen mechanischen Fertigung routinemäßig anzuwenden.
  • einfache elektrische Messungen mit Standard-Messequipment routinemäßig durchzuführen.
  • einfache Steuerungsalgorithmen auf eingebetteten Systemen zu implementieren und zu testen.
  • die industrielle Umsetzung von Produktions- und Fertigungsverfahren zu beschreiben.
  • regelungstechnische Systeme auf Basis eingebetteter Systeme bzw. speicherprogrammierbarer Steuerungen zu implementieren und zu testen.

(Unvollständiger Auszug aus den Lernergebnissen der FLEX-Fächer "Fertigungstechnik - Labortraining", "Elektronik - Labortechnik" und "Angewandte Regelungstechnik" )

Vertiefte technische Kompetenz

Nachdem Nikita sowohl die praktische als auch die naturwissenschaftliche Anwendungskompetenz keine Sorgen bereitet, kann die volle Konzentration auf eine noch größere Breite an technischen Vertiefungen liegen. Die 12 ECTS Wahlmöglichkeiten können bei Bedarf zur Gänze genutzt werden, um entweder andere, nicht gewählte fachliche Vertiefungen zu besuchen oder aber um weitere Angebote für technische Vertiefungen innerhalb der FLEX - Fächer zu konsumieren. Die dadurch erworbenen Kompetenzen sind sehr unterschiedlich und speziell. Es werden daher hier nur beispielhaft wenige Kompetenzen genannt, welche als vertiefende FLEX-Fächer angeboten werden können.

Bei erfolgreichem Abschluss der entsprechenden FLEX - Fächer, sind die Studierenden in der Lage

  •     Effekte der digitalen Signalverarbeitung auf Basis der mathematischen Hintergründe zu erklären und deren unerwünschte Effekte zu minimieren.
  •     Wärmeübertragungsmechanismen zu erklären, Systeme zu dimensionieren und zu analysieren.
  •     geeignete numerische Methoden für technische Problemstellungen auszuwählen, anzuwenden und deren Ergebnisse qualitativ zu bewerten.

(Unvollständiger Auszug aus den Lernergebnissen der FLEX-Fächer "Digitale Signalverarbeitung", "Wärmetransfer" und "Angewandte Numerische Methoden" )

Transdisziplinäre Vertiefung

Während des Studiums findet Alex Gefallen daran, an Neuem, Unerforschtem zu arbeiten. Ein Masterstudium soll den Weg zu vertieftem wissenschaftlichen Arbeiten ermöglichen. Um bestmöglich darauf vorbereitet zu sein, entschließt sich Alex, die Hälfte der 12 FLEX-ECTS für folgende transdisziplinären Kompetenzen zu investieren:

Bei erfolgreichem Abschluss der entsprechenden FLEX - Fächer, sind die Studierenden in der Lage

  •     Tools zum wissenschaftlichen Recherchieren und Schreiben (LATEX, ZOTERO etc.) zielgerichtet und effizient anzuwenden.
  •     ein Thema wissenschaftlich korrekt in Form eines Papers oder Plakates aufzubereiten.
  •     mit Kritik umzugehen, sich selbst richtig einzuschätzen, das eigene Potential zu erkennen und zu nutzen.

(Unvollständiger Auszug aus den Lernergebnissen der FLEX-Fächer "Professionelle Schreibsoftware", "Schreiben wissenschaftlicher Artikel" und "Persönlichkeitsentwicklung" )