Thermische Wasseraufbereitung – Grundlagenforschung für eine saubere Zukunft

2030 verabschiedete die UN ihre Agenda 2030. Die darin enthaltenen 17 Nachhaltigkeitsziele („Sustainable Development Goals“) sollen für die zukünftige Entwicklung unseres Planeten die Grundlage liefern: nachhaltig, fair, gesund, ökonomisch und ökologisch. Eines der Nachhaltigkeitsziele ist dabei „Sauberes Wasser“ und umfasst die Themen Wasserknappheit, Wasserqualität und sanitäre Einrichtungen. Allein die Tatsache, dass im Jahr 2017 ca. 785 Millionen Menschen weltweit keine grundlegende Trinkwasserversorgung haben, zeigt die Wichtigkeit dieses Themas. Doch auch in Mitteleuropa haben Dürren und extreme Wetterbedingungen dafür gesorgt, dass das Thema Wasser stärker in die öffentliche Wahrnehmung gerückt ist und auch Wirtschaft und Wissenschaft reagieren müssen: bestehende Systeme werden weiterentwickelt und ausgebaut, neue Technologien werden erforscht und bewertet. 

Am Forschungszentrum Energie läuft daher seit Februar 2018 ein vom FWF gefördertes Grundlagenforschungsprojekt, in dem der Befeuchtungs-/Entfeuchtungs-Prozess (kurz: HDH, Humidification-Dehumidification process) eingehend untersucht wird. Dieser Prozess zur Wasseraufbereitung funktioniert ähnlich dem natürlichen Wasserkreislauf: Luft wird an einer warmen Oberfläche (zum Beispiel dem Bodensee) mit Wasser gesättigt, kühlt sich dann in einer kühleren Umgebung ab (zum Beispiel in den Vorarlberger Gebirgslagen), woraufhin es regnet. In der eigens konzipierten Testanlage untersucht das Team des Forschungszentrums diesen Prozess derzeit im Labormaßstab. Dabei wollen die Forscherinnen und Forscher insbesondere wissen, wie sich die einzelnen Luftblasen in einer von Luft durchströmten Wassersäule, mit Wasserdampf befeuchten. 

„Das spannende an unserem Prozess ist, dass dieser grundsätzlich sowohl für die Meerwasserentsalzung als auch für die Aufbereitung von industriellem Abwasser verwendet werden kann“, sagt Markus Preißinger, Leiter des Forschungszentrums Energie. Auf dem Weg dorthin seien aber noch viele Fragen offen, auf die das derzeitige Projekt Antworten liefern soll. 

„Ob der Prozess am Ende wirtschaftlich betrieben werden kann, hängt daher auch von den Ergebnissen unserer Grundlagenforschung ab“, ergänzt Elias Eder, der das Projekt im Rahmen seiner Dissertation bearbeitet. 

Das Projekt mit der Nummer P31103 wird vom „FWF Der Wissenschaftsfond“ gefördert.

 

 

Thermische Wasseraufbereitung – Grundlagenforschung für eine saubere Zukunft

Kontakt für interessierte Unternehmen:

Prof. (FH) Dr.-Ing. Markus Preißinger
illwerke vkw Stiftungsprofessor für Energieeffizienz, Leiter FZ Energie

+43 5572 792 3801
markus.preissinger@fhv.at

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Elias Eder, M.Sc.
Doktorand

+43 5572 792 3810
elias.eder@fhv.at

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