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Onboarding neu denken

17.09.2026
Wie gelingt es kleinen und mittleren Unternehmen, neue Mitarbeiter:innen erfolgreich zu integrieren und langfristig zu binden? Mit dieser Frage beschäftigt sich das durch Interreg-ABH-IV geförderte Forschungsprojekt „LeBi – Einleben und Einbinden: Erfolgreiches Onboarding für KMU in der Bodenseeregion“, das unter der Leitung der Forschungsgruppe Empirische Sozialwissenschaften der FHV gemeinsam mit der OST – Ostschweizer Fachhochschule und der Hochschule Kempten umgesetzt wird.

Key Takeaways

  • Fachkräfte binden: Professionelles Onboarding erhöht die Chancen auf langfristige Mitarbeiter:innenbindung.
  • Positiv starten: Strukturierte Onboarding-Prozesse fördern Orientierung, Integration und Zufriedenheit am Arbeitsplatz.
  • Praxisorientiert entwickeln: Die Online-Toolbox entsteht gemeinsam mit Unternehmen aus der Bodenseeregion.

 

Gute Fachkräfte zu gewinnen ist schwierig, sie langfristig zu halten oft noch schwieriger. Genau hier setzt das Forschungsprojekt „LeBi“ an. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels gewinnt professionelles Onboarding auch für KMU verstärkt an Bedeutung. Ein gelungener Einstieg schafft Orientierung, stärkt das Zugehörigkeitsgefühl und kann wesentlich dazu beitragen, Mitarbeiter:innen langfristig im Unternehmen zu halten.

 

Online-Toolbox für KMU

Im Zentrum des Projekts „LeBi“ steht die Entwicklung und Testung einer innovativen Online-Toolbox. Diese soll KMU dabei unterstützen, strukturierte und bedarfsgerechte Onboarding-Prozesse einzuführen und bestehende Abläufe zu professionalisieren. Ziel ist es, die Integration neuer Mitarbeiter:innen zu erleichtern, deren Bindung zu stärken und Fluktuation in der Anfangsphase von Beschäftigungsverhältnissen zu reduzieren.

In der Entwicklung der Online-Toolbox finden neben den unterschiedlichen Phasen und Ebenen des Onboardings auch verschiedene Diversity-Dimensionen Berücksichtigung. Dadurch können Unternehmen Integrationsprozesse gezielter gestalten und auf unterschiedliche Lebenssituationen und Bedürfnisse neuer Mitarbeiter:innen eingehen, beispielsweise von Expats oder Personen mit Betreuungspflichten.

Im Projekt kommen quantitative und qualitative Forschungsmethoden zum Einsatz. Gemeinsam mit Pilotunternehmen, Serviceunternehmen und weiteren Stakeholder:innen aus Vorarlberg, der Ostschweiz und Süddeutschland wird die Online-Toolbox entwickelt und erprobt, um ihre wissenschaftliche Fundierung und Praxistauglichkeit sicherzustellen. Erste Ergebnisse aus der Analysephase zeigen, dass professionelles Onboarding sowohl Unternehmen als auch neuen Mitarbeiter:innen zugutekommt, etwa durch die Vermeidung von Frühfluktuation und eine raschere Einarbeitung. Besonders für KMU ist ein strukturierter Onboarding-Prozess entscheidend, da Herausforderungen bei der fachlichen Einarbeitung oder sozialen Integration aufgrund der kleineren Betriebsstrukturen meist unmittelbarer spürbar sind als in Großunternehmen.

 

Starke Partnerschaft für die Region

Für die praxisnahe Entwicklung und nachhaltige Verankerung der kostenlosen Online-Toolbox arbeitet das Projekt mit mehr als 30 Partner:innen aus Vorarlberg, der Ostschweiz und Süddeutschland zusammen. Neben den involvierten Hochschulen bringen Pilotunternehmen, Serviceunternehmen sowie Kammern und kammerähnliche Institutionen ihre Perspektiven und Erfahrungen in das Projekt ein.

Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Integration neuer Mitarbeiter:innen, zur Fachkräftesicherung in KMU und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in der Bodenseeregion.

 

Kontakt:


Portraitbild Julia Reiner | © FHV


Dr. Julia REINER, B.A. MA
Scientist
Forschungsgruppe Empirische Sozialwissenschaften

+43 5572 792 2352
julia.reiner@fhv.at