„Was essen wir heute?“
29.09.2026
Was hat dich von Chile nach Vorarlberg geführt?
Fernanda Mardones: Vor acht Jahren kam ich aus Chile nach Europa, zunächst mit dem Wunsch, etwas Neues zu erleben. Über meinen heutigen Mann führte mein Weg nach Vorarlberg. Ich lernte Deutsch, arbeitete in verschiedenen Bereichen und begann schließlich, mich auch beruflich neu zu orientieren. Heute ist Vorarlberg meine Heimat, und der Ort, an dem ich meine eigene berufliche Zukunft aufgebaut habe.
Warum hast du dich für das Masterstudium Design und Creative Leadership an der FHV entschieden?
Fernanda: Nach mehreren Jahren Berufserfahrung wollte ich mich fachlich weiterentwickeln und gleichzeitig stärker in Vorarlberg verwurzeln. Durch das Studium konnte ich mir ein Netzwerk in Vorarlberg aufbauen und neue berufliche Möglichkeiten entdecken, die mir ohne diesen Schritt wahrscheinlich verschlossen geblieben wären.
Wie entstand die Idee für MioKio während deines Studiums?
Fernanda: Alles begann im Fach „Humanökologie“ bei Ulrike Bechtold. Unsere Aufgabe war, ein alltägliches Problem zu identifizieren und mithilfe der Nudging-Methode eine Lösung dafür zu entwickeln. Ich beschäftigte mich mit der täglichen Frage in meiner Familie: „Was gibt es zu essen?“. Ein Jahr später erkannte Thomas Metzler im Rahmen der Lehrveranstaltung Unternehmerisches Denken das Potenzial hinter dieser Idee und ermutigte mich, sie weiterzuentwickeln. So entstand Schritt für Schritt der Essensplaner MioKio.
Was möchtest du mit MioKio in Zukunft erreichen?
Fernanda: Wir möchten Familien den Alltag erleichtern und ihnen helfen, Essen gemeinsam zu planen und Kinder aktiv einzubeziehen. MioKio soll zunächst Familien in Vorarlberg erreichen und sich danach im deutschsprachigen Raum weiterentwickeln. Langfristig möchten wir zeigen, dass eine alltägliche Herausforderung wie die Essensplanung auch zu einem verbindenden Familienmoment werden kann.
Welche Erfahrungen aus dem Studium begleiten dich heute?
Fernanda: Was mich bis heute begleitet, ist die Haltung, die eigenen Hypothesen immer wieder zu hinterfragen. Technologie verändert sich und damit auch die Gesellschaft. Wir müssen bereit sein, uns anzupassen, zu recherchieren und unsere Zielgruppe immer wieder neu kennenzulernen. Denn am Ende gestalten wir für Menschen, und genau diese Menschen müssen im Zentrum stehen.
Wie wichtig ist Kreativität für dich als Unternehmerin?
Fernanda: Kreativität ist für mich ein Geschenk Gottes. Sie ermöglicht es uns, alltägliche Situationen aus einer anderen Perspektive zu sehen und auf Probleme mit Lösungen, statt mit Beschwerden zu reagieren. Kreativität bedeutet, anders zu denken und genau das einzubringen, was einen einzigartig macht: Zuerst als Mensch und dann als Unternehmerin.
Vielen Dank für das Interview.
Tätigkeit: Grafikdesignerin, Unternehmerin, Bibliothekarin in Lochau, Spanischkurse, Kreativworkshops für Kinder
Studienabschlüsse: Master InterMedia an der FHV
Motto: Ich tue alles, was ich kann, Gott tut den Rest.