Award für herausragende Praxis-Projekte in der Pflegeausbildung
05.10.2026
Bereits zum neunten Mal fand die Konferenz für Praxisanleiter:innen (KoPAL) an der FHV statt. Im Rahmen des Events wurde zum dritten Mal der FHV/connexia Good Practice PAL Award vergeben. Johannes Lechner vom Marienhospital Suttgart durfte sich über den Hauptpreis freuen. Jeweils Sonderpreise erhielten Sarah Fisar und Laura Pfefferkorn vom LKH Rankweil sowie Matthias Hellmair und sein Team vom LKH Feldkirch.
Die KoPAL-Konferenz hat sich als wichtiges Event in Vorarlberg für alle in den Gesundheitseinrichtungen tätigen Praxisanleiter:innen etabliert. Sie bietet Informationen über aktuelle Entwicklungen im Studium Gesundheits- und Krankenpflege, greift fachliche Themen der Praxisanleitung auf und ermöglicht die Sichtbarmachung und Vernetzung der Praxisanleitung in Vorarlberg. Das Thema der diesjährigen Veranstaltung wurde durch einen Kompass symbolisiert, welcher für die orientierungs- und richtungsgebende Wirkung der Praxisanleitung für Auszubildende steht. Nach der Begrüßung durch Diana Brodda, Fachbereich Soziales & Gesundheit & Kompetenzfeld Gesundheits- und Krankenpflege, folgte ein Rückblick von Studiengangsleiter Bachelor Gesundheits- und Krankenpflege, Arno Geiger. Hochschullehrer Peter Jäger sprach in seinem Impulsvortrag zum Thema „Der Seiltanz des Lernens – warum Sicherheit und Unbehagen im Praktikum zusammengehören". Danach gab es eine Podiumsdiskussion zum Thema “Rahmenbedingungen für psychologische Sicherheit”.
Award für Marienhospital Stuttgart
Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung des Good Practice PAL Awards von FHV und connexia – Gesellschaft für Gesundheit und Pflege. Der Hauptpreis ging an Johannes Lechner vom Marienhospital Stuttgart mit dem Projekt „Flexibler Ausbildungsbereich“. Es setzt an einer der sensibelsten Schnittstellen an – dem Übergang der Ausbildungszeit in den Berufsstart. „Indem die Auszubildenden unter Anleitung eigenverantwortlich einen ganzen Bereich übernehmen, trainieren sie Priorisierung, interdisziplinäre Kommunikation, Dokumentation, Pflegeplanung und echte Verantwortungsübernahme. Die Evaluation mit 21 Auszubildenden in sieben Wochen auf vier Stationen belegt den Erfolg des Modells. Eine starke zentrale Praxisanleitung, ausreichende Ressourcen und organisatorische Flexibilität vorausgesetzt, ist das Konzept gut auf andere Einrichtungen übertragbar. Damit ist es ein gereiftes Good-Practice-Projekt, das pädagogische Fundierung und Organisationsentwicklung vorbildlich verbindet“, betont Laudator Nikolaus Blatter vom Land Vorarlberg.
Der Preisträger zeigte sich erfreut: „Der KoPAL-Award zeigt, dass wir im Marienhospital Stuttgart eine qualitativ hochwertige Pflegeausbildung anbieten, mit engagierter, fachkompetenter und erfolgreicher Praxisanleitung. Wir freuen uns sehr, dass diese Arbeit gesehen und mit dieser Auszeichnung gewürdigt wird. Für mich und unser Team ist der Award Motivation, unsere Praxisanleitung auch in Zukunft weiterzuentwickeln, um das Beste für unsere Auszubildenden, unsere Profession und dadurch für unsere zu Pflegenden zu erreichen. Der Award macht sichtbar, was gute Praxisanleitung erreichen kann, und stellt innovative Best Practice Beispiele einem breiten Publikum vor."
Sonderpreise für Vorarlberg
Sarah Fisar und Laura Pefferkorn vom LKH Rankweil sowie Matthias Hellmair vom LKH Feldkirch durften sich über Sonderpreise freuen. Am LKH Rankweil wurde im Rahmen des Projekts „Spot the Risk“ ein innovatives und praxisnahes Lernkonzept entwickelt. Laudator Peter Jäger von der FHV: „Aufbauend auf der Methode des ‚Room of Horrors‘ werden Auszubildende dazu angeregt, potenzielle Risiken gezielt wahrzunehmen, Situationen aufmerksam zu beobachten und klinische Zusammenhänge zu reflektieren. Dadurch stärkt das Projekt nicht nur das klinische Denken und die professionelle Handlungskompetenz, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Patient:innensicherheit und zu einer konstruktiven Lern- und Fehlerkultur.“
Matthias Hellmayr und sein Team von der Notaufnahme am LKH Feldkirch durften sich über den zweiten Sonderpreis freuen. Sie setzten sich in ihrem Projekt mit der Implementierung eines strukturierten und sensiblen Onboarding-Prozesses auseinander, das gezielt auf die Reduktion und Prävention von Praxisängsten bei Auszubildenen ausgerichtet ist. Dafür entwickelten sie eine Online-Plattform. „Durch das aktive Anschreiben ist eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit den Auszubildenden gewährleistet, relevante Informationen stehen zur Verfügung oder auch Dienstplanwünsche können deponiert werden. Diese Aspekte haben einen hohen Stellenwert für ein erfolgreiches Recruiting. Auch die enge Begleitung der Auszubildenden durch die Mentor:innen tragen dazu bei, ein gutes Ankommen zu ermöglichen“, erläutert Laudatorin Petra Ilg von connexia.
Zur neunten Austragung der Konferenz waren rund 180 Gäste an die FHV gekommen. Zu den Gratulantinnen zählte auch Landesrätin Martina Rüscher: „Vielen Dank an die FHV und connexia für die Organisation und die wichtige Wertschätzung der Praxisanleitung. Eine gute Ausbildung braucht neben fundiertem Wissen vor allem Menschen, die ihr Wissen und ihre Erfahrung mit Engagement weitergeben. Herzliche Gratulation an alle Preisträger:innen und all jene Institutionen, die Projekte oder Konzepte eingereicht haben. Ihre Projekte zeigen, wie vielfältig und innovativ Praxisanleitung gestaltet werden kann.“