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„Wenn man ein Ziel vor Augen hat“

30.10.2026
Student Ambassador Angelina Sönser studiert Gesundheits- und Krankenpflege an der FHV. Im Interview spricht sie über ihre Erfahrungen aus dem Berufsleben und die Herausforderungen, Studium und Familie zu vereinbaren.

 

Du warst viele Jahre als Köchin tätig und hast dort viel Verantwortung übernommen. Was hat in dir den Wunsch geweckt, beruflich einen neuen Weg einzuschlagen? 

Angelina Sönser: Schon als Kind wollte ich im medizinischen Bereich arbeiten, doch mein beruflicher Weg führte zunächst in die Gastronomie, wo ich zuletzt die Küchenleitung in einem Sozialzentrum übernahm. Dort sammelte ich erste Erfahrungen im Pflegebereich. Während meiner Karenz arbeitete ich zudem beim Mobilen Hilfsdienst (MOHI) und gewann tiefere Einblicke in die Betreuung von Menschen. Diese Erfahrungen rückten meinen ursprünglichen Berufswunsch wieder in den Vordergrund. Mit der Geburt meines Sohnes begann ich, meine berufliche Zukunft neu zu überdenken. Mir wurde klar, dass ich mit Menschen arbeiten, etwas Sinnvolles tun und meinen lang gehegten Traum verwirklichen möchte.. So entstand die Entscheidung, noch einmal einen völlig neuen Weg einzuschlagen und Gesundheits- und Krankenpflege zu studieren.

 

Welche Erfahrungen aus deiner bisherigen beruflichen Laufbahn helfen dir heute in deinem Studium am meisten?

Angelina: Meine Zeit in der Gastronomie, besonders als Küchenleiterin, hat mich stark geprägt. Ich habe gelernt, Verantwortung zu übernehmen, Abläufe zu organisieren, Prioritäten zu setzen und auch in stressigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Gerade in einer Küche müssen viele Dinge gleichzeitig funktionieren, und eine gute Zusammenarbeit im Team ist dabei unerlässlich. Diese Fähigkeiten helfen mir heute im Studium und in den Praktika sehr. Auch in der Pflege sind Flexibilität, Überblick und lösungsorientiertes Handeln wichtig. Besonders wertvoll ist für mich die Erfahrung, mit unterschiedlichen Menschen umzugehen und auf ihre individuellen Bedürfnisse einzugehen. Obwohl Gastronomie und Pflege unterschiedliche Berufsfelder sind, überschneiden sich viele grundlegende Kompetenzen. Davon profitiere ich heute auf meinem neuen beruflichen Weg.

 

Gab es ein bestimmtes Erlebnis, das deinen Wunsch geweckt hat, im Gesundheitswesen tätig zu werden?

Angelina: Ein besonders prägendes Erlebnis hatte ich während meiner Tätigkeit beim Mobilen Hilfsdienst (MOHI). Dabei kam es zu einer Notfallsituation, in der eine betreute Person eine Herzrhythmusstörung hatte. Interessanterweise fühlte ich mich in diesem Moment nicht überfordert, sondern konnte ruhig bleiben und mit der Situation umgehen. Dieses Erlebnis hat mir noch einmal deutlich gezeigt, wie sehr mich medizinische Themen interessieren und wie wichtig es mir ist, Menschen gerade in schwierigen Situationen helfen zu können. Gleichzeitig wurde mein Wunsch stärker, die medizinischen Hintergründe besser zu verstehen und mir das nötige Fachwissen anzueignen, um in solchen Situationen professionell handeln zu können. Die Erfahrung hat mich darin bestärkt, dass die Gesundheits- und Krankenpflege der richtige Weg für mich ist.

 

Wie prägt die Rolle als Mama eines kleinen Kindes deinen Weg durch das Studium?

Angelina: Mama zu sein und gleichzeitig ein Vollzeitstudium zu absolvieren, ist auf jeden Fall eine Herausforderung. Mein Alltag erfordert viel Organisation, Flexibilität und manchmal auch starke Nerven. Vorlesungen, Praktika, Prüfungen und Familienleben unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer einfach. Es gibt Tage, an denen nicht alles nach Plan läuft und man improvisieren muss. Gleichzeitig hat mich das Mama-Sein in vielerlei Hinsicht verändert. Ich habe gelernt, Prioritäten zu setzen, meine Zeit bewusster zu nutzen und auch in herausfordernden Situationen geduldig zu bleiben. Mein Sohn ist dabei eine meiner größten Motivationen. Ich möchte ihm vorleben, dass man seine Träume verfolgen darf, auch wenn der Weg dorthin nicht immer einfach ist. Natürlich braucht es dafür Menschen, die einen unterstützen und einem den Rücken stärken. Gerade die Kombination aus Familie und Studium zeigt mir aber immer wieder, wie viel man schaffen kann, wenn man ein Ziel vor Augen hat.

 

Welchen Rat würdest du anderen jungen Müttern geben, die überlegen, ein Studium zu beginnen? 

Angelina: Traut euch! Mutter zu sein bedeutet nicht, dass man seine Träume und beruflichen Ziele aufgeben muss. Natürlich ist ein Studium mit Kind nicht immer einfach. Es braucht Organisation, Durchhaltevermögen und Menschen, die einen unterstützen. Oft unterschätzt wird die emotionale Seite. Auch ich habe manchmal ein schlechtes Gewissen, wenn ich wegen des Studiums weniger Zeit mit meinem Sohn verbringen kann. Man möchte für sein Kind da sein und gleichzeitig seinen eigenen Weg gehen. Ich musste lernen, dass ich nicht immer allem zu hundert Prozent gerecht werden kann und dass das in Ordnung ist. Gleichzeitig können wir unseren Kindern etwas Wertvolles vorleben: dass es sich lohnt, für seine Ziele zu kämpfen, mutig zu sein und an sich selbst zu glauben. Mein Rat ist deshalb, sich nicht von Zweifeln aufhalten zu lassen, Unterstützung anzunehmen und auch auf die eigenen Bedürfnisse zu achten. Es muss nicht alles perfekt laufen, um Großartiges zu erreichen.

 

Was wünscht du dir für deine berufliche Zukunft? 

Angelina: Für meine berufliche Zukunft wünsche ich mir vor allem, meine Begeisterung für Medizin und die Arbeit mit Menschen langfristig verbinden zu können. Besonders fasziniert mich die Akut- und Intensivpflege, weil hier fundiertes Fachwissen, schnelles Handeln und Teamarbeit aufeinandertreffen. Ich möchte medizinische Zusammenhänge verstehen und dieses Wissen gezielt einsetzen, um Menschen auch in kritischen Situationen bestmöglich zu versorgen. Gleichzeitig ist mir wichtig, bei allen medizinischen Herausforderungen den Menschen nie aus den Augen zu verlieren. Denn professionelle Pflege bedeutet für mich nicht nur Fachkompetenz, sondern auch Empathie und Menschlichkeit. Nach meinem Bachelorabschluss möchte ich mich kontinuierlich weiterbilden, neue Herausforderungen annehmen und mich fachlich wie persönlich weiterentwickeln. Die Pflege bietet viele Möglichkeiten, und ich bin gespannt, wohin mich mein Weg noch führen wird.


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Infokasten:

Name: Angelina Sönser

Tätigkeit: Bachelorstudentin Gesundheits- und Krankenpflege an der FHV, Jahrgangssprecherin und Student Ambassador

Hobbys: Zeit mit meiner Familie verbringen, Kochen, die Natur genießen und mich mit medizinischen Themen beschäftigen.

Motto: „Es ist nie zu spät, aus einem Traum ein Ziel zu machen.“


Als Student Ambassador der FHV ist Angelina Sönser Markenbotschafterin der Hochschule. Sie repräsentiert die FHV nach außen, gibt authentische Einblicke ins Studierendenleben und ist Ansprechperson für Studieninteressierte und Studierende. Ob auf Bildungsmessen, bei Events am Campus oder auf Social Media – Angelina stellt die Studienprogramme vor, teilt Erfahrungen aus dem Studienalltag und bringt Menschen zusammen. So stärken die Student Ambassadors die FHV-Community.