Das wichtigste Fach, das niemand studiert - DEINE (BRUST-) GESUNDHEIT
01.10.2026Täglich treffen wir Entscheidungen für unsere Gesundheit: Welchen Informationen vertrauen wir? Welche Vorsorge ist sinnvoll? Und wie erkennen wir Veränderungen unseres Körpers frühzeitig?
„Gesundheitskompetenz ist für mich wie eine durchlaufende Mehrwertsteuer: Sie fällt nicht nur zu bestimmten Vorsorgeterminen an, sondern begleitet uns jeden einzelnen Tag. Deshalb gehört sie von Anfang an ins Bildungssystem, zum Beispiel fest verankert im Biologieunterricht,“ betont Nadja Will, Expertin für Gesundheits- und Krebskommunikation. „Die gesetzlichen und ergänzenden Früherkennungsangebote sind dann wichtige Meilensteine, aber wer gelernt hat, den eigenen Körper bewusst wahrzunehmen, geht aktiv und selbstbestimmt mit seiner Gesundheit um. Unterschätzt wird das Thema, weil wir uns oft erst dann mit Gesundheit beschäftigen, wenn sie fehlt.“
Wissen allein verändert noch kein Verhalten
Dass Aufklärung allein nicht automatisch zu gesundheitsbewusstem Handeln führt, zeigt sich besonders bei der Brustgesundheit. Obwohl die Bedeutung der Früherkennung seit Jahren bekannt ist, wird die regelmäßige Selbstuntersuchung der Brust von vielen Frauen nicht oder noch zu wenig durchgeführt.
„Viele Menschen wissen, dass Früherkennung wichtig ist. Trotzdem werden Vorsorgeangebote oft aufgeschoben – etwa aus Unsicherheit, Zeitmangel oder weil man sich gesund fühlt. Deshalb braucht es mehr als Wissen: Menschen müssen wissen, wie sie konkret handeln können, und sich dabei sicher fühlen“, so Hubert Jocham, Projektleiter des Forschungsprojekts MammAware.
Hier setzt das im Rahmen des Interreg VI-Programms Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein geförderte Projekt MammAware am Forschungszentrum Human-Centred Technologies (HCT) der FHV – Vorarlberg University of Applied Sciences an. Digitale Technologien unterstützen Menschen dabei, die Selbstuntersuchung der Brust zu erlernen und in ihren Alltag zu integrieren.
Forschung für mehr Gesundheitskompetenz
„MammAware möchte Gesundheitswissen in Handlungskompetenz übersetzen. Digitale Technologien sollen Menschen dabei unterstützen, Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen, Unsicherheiten abzubauen und die eigene Brustgesundheit bewusster in den Blick zu nehmen“, erklärt Hubert Jocham.
Die Erkenntnisse des Projekts reichen weit über die Brustgesundheit hinaus und zeigen, wie digitale Technologien Prävention und Gesundheitskompetenz stärken können.
Von der Forschung in die Praxis
Im Mittelpunkt des Aktionstags Brustgesundheit am 9. Oktober 2026 an der FHV steht die Frage, wie Gesundheitskompetenz gestärkt werden kann.
In Workshops, Praxisangeboten und Vorträgen können Besucher:innen neue Perspektiven auf Vorsorge und Prävention gewinnen. Den Abschluss bildet die Keynote von Nadja Will unter dem Titel „Das wichtigste Fach, das niemand studiert – Deine (Brust-)Gesundheit“.
Auf den Titel ihrer Keynote angesprochen erläutert Nadja Will: „Ich möchte den Menschen vor allem Mut und Motivation mitgeben. Ängste sind völlig normal, und Angst ist an sich sogar etwas Gutes. Sie darf uns nur nicht lähmen oder dazu bringen, wegzuschauen. Es geht nicht darum, ständig nach Krankheit zu suchen, sondern darum, Gesundheitskompetenz aktiv zu leben und mitzugestalten. Dann sind wir in jedem Moment frühzeitig dabei – für ein langes, vitales und aktives Leben.“
Der Aktionstag macht deutlich, worum es in Forschung und Bildung geht: Menschen dabei zu unterstützen, informierte und selbstbestimmte Entscheidungen für ihre Gesundheit zu treffen.
Anmeldung zu MammAware – Aktionstag Brustgesundheit hier.
Kontakt:
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Dr. Hubert JOCHAM, MSc
Hochschullehrer
+43 5572 792 5904
hubert.jocham@fhv.at