B12D
Stärkung der Gesundheitskompetenz zur Prävention von Vitamin B12 Defizienz bei Säuglingen und ihren Müttern
Vitamin‑B12‑Defizienz (B12D) betrifft über 30 % aller schwangeren Frauen in westlichen Gesellschaften und kann schwerwiegende Folgen für Mutter und Kind haben. Durch gezielte Aufklärung, frühzeitiges Screening und kostengünstige, wirksame und sichere Therapie stärken wir die Gesundheits‑ und Handlungskompetenz von werdenden Müttern und Fachkräften im Gesundheitswesen, die in der Schwangerschaftsvorsorge tätig sind.
Das Projekt "B12D – Stärkung der Gesundheitskompetenz zur Prävention von Vitamin‑B12‑Defizienz bei Säuglingen und ihren Müttern" richtet sich an schwangere Frauen, deren Familien und an Fachkräfte im Gesundheitswesen (Ärzt:innen, Hebammen, Pflege‑Fachkräfte, etc.) in Vorarlberg.
Vitamin B12 ist ausschließlich in tierischen Lebensmitteln (Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte) in ausreichender Menge enthalten; rein pflanzliche Kost führt ohne Supplementierung zu einem Mangel. Zusätzlich können seltene, oft unbemerkte Aufnahme‑ oder Transportstörungen zu niedrigen B12‑Spiegeln führen. Ein niedriger B12‑Status der Mutter erhöht das Risiko für Schwangerschafts‑Diabetes, Anämie, Frühgeburten und ein niedriges Geburtsgewicht. Bei Säuglingen kann ein schwerer, langanhaltender Mangel zu Fütterungs‑ und Gedeihstörungen, Entwicklungsverzögerungen und langfristigen kognitiven Defiziten führen. Ein Defizit an B12 als Ursache dieser Symptome wird häufig erst spät erkannt – genau dann sind bleibende Schäden am wahrscheinlichsten.
Unsere Strategie im Forschungsprojekt kombiniert zielgerichtete, leicht verständliche Informationsangebote (Flyer, Online‑Modul, Praxis‑Toolkits) mit fortlaufenden Weiterbildungen für Fachkräfte im Gesundheitswesen. Diese Strategie erhöht das Bewusstsein für die Bedeutung von Vitamin B12 und befähigt das gesamte Gesundheits‑Team, kompetent zu beraten und zu behandeln. Ein frühzeitiges B12‑Screening im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge und die darauf basierende, sichere und preisgünstige B12‑Therapie kann mütterliche als auch kindliche B12 Defizite verhindern
Dieses Projekt entsteht in Zusammenarbeit zwischen dem Forschungszentrum Human-Centred Technologies und dem Fachbereich Soziales & Gesundheit.
Projektziele
- Verbesserte Prävention: Aufklärung von Schwangeren, Familien und den relevanten Fachkräften im Gesundheitswesen über Ursachen, Risiken und wirksame Präventions‑/Behandlungsmaßnahmen bei B12‑Defizienz.
Frühdiagnostik: Integration eines einfachen B12‑Screenings in die geburtshilfliche und hausärztliche Betreuung, um mütterliche Defizite rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. - Kooperation & Wissensaustausch: Aufbau eines Erfahrungsaustauschs zwischen den Neugeborenen‑Screening‑Programmen für Österreich – mit Vorarlberg-Fokus- und für die Schweiz. Erweiterung der F&E‑Kooperation im Kompetenzfeld Gesundheit.
- Kompetenzaufbau für Fachkräfte: Entwicklung von Weiterbildungsmodulen, Praxisleitfäden und Entscheidungshilfen, damit Fachkräfte im Gesundheitswesen B12‑Mangel proaktiv adressieren können.
- Handlungskompetenz der Mütter stärken: Durch gezielte Informationsmaterialien und Schulungen die Eigeninitiative von Müttern fördern, sodass sie Ernährung, Supplementierung und Behandlung eigenverantwortlich steuern können.
- Nachhaltige Gesundheitsverbesserung: Reduktion von B12-Mangelzuständen und der damit verbundenen Gesundheitsrisiken bei Müttern und ihren Kindern. Verringerung von Neugeborenenscreening-Recalls und der damit verbundenen invasiven Diagnostik beim Neugeborenen.
Fakten
| Projektname | B12D |
| Programm | Interreg Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein |
| Forschungszentrum | Human-Centred Technologies der FHV |
| Projektdauer | 01.05.2026 - 31.12.2027 |
| Projektbudget ges. | 275.000 EUR |
| Anteil FHV | 161.000 EUR |
| Projektkoordination | FHV - Vorarlberg University of Applied Sciences |
| Projektpartner |
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