Digitale Unterstützung für Menschen mit Typ-1 Diabetes
Das Projekt eNSPIRE entwickelt eine digitale Plattform für Menschen mit Typ-1-Diabetes. Sie verbindet Gesundheitsdaten, KI-gestützte Unterstützung und Peer-Austausch, um das Selbstmanagement zu stärken und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
Die Zahl der Menschen mit Typ-1-Diabetes steigt weltweit - besonders bei Kindern und Jugendlichen. Studien zeigen, dass jedes Jahr etwa 3-4 % mehr Menschen neu an Typ-1-Diabetes erkranken. Neben genetischen Faktoren spielen auch Umweltbedingungen und Prozesse im Immunsystem eine Rolle.
Das Forschungsprojekt eNSPIRE baut auf Erkenntnissen aus früheren Projekten auf. Dabei wurde deutlich, dass neben der medizinischen Behandlung auch psychosoziale Faktoren eine wichtige Rolle im Alltag mit der Erkrankung spielen. Gleichzeitig wurde ein großer Bedarf an digitalen Lösungen festgestellt, die Menschen mit Typ-1-Diabetes beim Umgang mit ihrer Krankheit unterstützen.
Ziele und Innovation
Ziel des Projekts eNSPIRE ist die Entwicklung einer digitalen, datenbasierten Plattform, die Menschen mit Typ-1-Diabetes dabei hilft, ihre Erkrankung besser zu verstehen und im Alltag selbstständig zu managen.
Die Plattform kombiniert drei zentrale Unterstützungsbereiche:
Gesundheitsdaten
Die Anwendung kann Daten aus Continuous-Glucose-Monitoring-Systemen (CGM) integrieren, die kontinuierlich den Blutzucker messen. Dadurch erhalten Nutzer:innen einen besseren Überblick über ihre Werte und ihre Therapie.
Emotionale Unterstützung
Ein KI-gestützter Chatbot mit medizinischem Expertenwissen steht Nutzer:innen zur Verfügung und kann aktiv Unterstützung und Informationen bieten.
Soziale Unterstützung
Über ein sicheres Peer-Beratungs-System können sich Betroffene mit geschulten Personen austauschen, die selbst mit Typ-1-Diabetes leben und ihre Erfahrungen teilen.
Die besondere Innovation von eNSPIRE liegt darin, dass medizinische Daten, persönliche Erfahrungen und psychosoziale Unterstützung in einer einzigen Plattform zusammengeführt werden. Zusätzlich werden sogenannte Patient-Reported Outcomes (PRO) integriert. Dabei berichten Patient:innen selbst über ihr Wohlbefinden und ihre Lebenssituation.
So können Zusammenhänge zwischen Lebensstil, Emotionen und Blutzuckerwerten besser verstanden werden. Ärzt:innen erhalten gleichzeitig zusätzliche Informationen zwischen den Behandlungsterminen und können Therapien gezielter anpassen.
Zu den zentralen Herausforderungen des Projekts gehören unter anderem die Entwicklung geeigneter Matching-Algorithmen für den Peer-Support, eine möglichst personalisierte Unterstützung sowie die Gewährleistung von Datenschutz und Datensicherheit.
Erwartete Ergebnisse
Durch gezielte digitale Unterstützung soll das Selbstmanagement von Menschen mit Typ-1-Diabetes verbessert werden. Gleichzeitig können mögliche gesundheitliche Probleme früher erkannt werden.
Die Kombination aus Gesundheitsdaten, emotionaler Unterstützung und sozialem Austausch kann langfristig zu einer besseren Gesundheit und höherer Lebensqualität beitragen.
Erwartete Ergebnisse sind unter anderem:
• mehr Selbstständigkeit im Umgang mit der Erkrankung
• bessere Therapietreue
• weniger akute Komplikationen
• höhere Lebensqualität
• stärkere Gesundheitskompetenz und Eigenverantwortung
• mögliche Übertragbarkeit der Lösung auf andere chronische Erkrankungen
Verwertungsperspektive
Die aks gesundheit GmbH plant, die Ergebnisse des Projekts künftig in bestehende Versorgungsangebote zu integrieren. Besonders im Bereich digitaler Peer-Support-Programme soll das entwickelte Konzept weiter genutzt werden.
Langfristig soll die Anwendung auch auf andere chronische Erkrankungen ausgeweitet werden.
Darüber hinaus wird eNSPIRE so entwickelt, dass eine spätere Zulassung als digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) im österreichischen Gesundheitssystem möglich ist. Dafür werden im Projekt unter anderem eine technische Umsetzung, eine Wirksamkeitsstudie sowie die notwendige Dokumentation vorbereitet.
Ziel ist es, mit eNSPIRE einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Telemedizin und digitalen Gesundheitsversorgung in Österreich zu leisten.
Förderprogramm
Das Projekt eNSPIRE 1 wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur gefördert, die im Rahmen des FFG Förderprogramms benefit bereitgestellt werden. www.ffg.at
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Fakten
| Projektname | Bedarfsgerechte digitale Unterstützung für emotionale, soziale und praktische Herausforderungen im Krankheitsmanagement (Kurztitel: eNSPIRE 1) |
| Programm | Virtuelle Welten und digitale Lösungen für die Gesundheit |
| Projektnummer | FO999927816 |
| Projektdauer | 01.03.2026 - 28.02.2029 |
| Projektbudget ges. | 922.962,00 EUR |
| Anteil FHV | 385.805,00 EUR |
| Projektkoordination |
FHV - Vorarlberg University of Applied Sciences Ansprechpartnerin: Dr. Katrin Paldán |
| Projektpartner |
aks gesundheit GmbH ESD - Evaluation Software Development GmbH |