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„Dem inneren Ruf folgen“

06.03.2026
FHV Alumna Diana Eglseder, Geschäftsführerin von Startup Vorarlberg und Mitgründerin der Fempower Community, spricht im Interview über ihr Angebot für Gründer:innen, den Weltfrauentag am 8. März und Förderungen von bis zu 10.000 Euro für Female Founders.
 
Was bietet Startup Vorarlberg für Personen, die gerne gründen möchten?
 
Diana Eglseder: Mein Team und ich begleiten Startups von der ersten Idee bis zur Skalierung. Je nach Phase stehen unterschiedliche Themen im Fokus – anfangs Orientierung, Struktur und Validierung, später Wachstum, Finanzierung und strategische Weiterentwicklung. Ein wichtiger Teil unserer Arbeit ist es, das Ökosystem zu vernetzen und die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Investor:innen, Forschungseinrichtungen und öffentlichen Stellen zu fördern. Gleichzeitig verbinden wir unser Gründungszentrum national und international mit anderen Startup- und Innovations-Hubs. Wir gestalten Programme und Events und schaffen Plattformen für Austausch und Sichtbarkeit. Zudem setzen wir Impulse, um die Region im Bereich Innovation und Unternehmertum nachhaltig zu stärken. Insgesamt verbindet die Tätigkeit strategisches Denken, operative Umsetzung, Netzwerkaufbau und die direkte Arbeit mit Gründer:innen.


Am 8. März ist Weltfrauentag. Welche Bedeutung hat der Tag für dich persönlich?
 
Diana Eglseder: Er schafft Sichtbarkeit für bestehende Ungleichheiten überall dort, wo Frauen nach wie vor strukturell benachteiligt sind, sei es im Berufsleben, in der Bezahlung, in Führungspositionen oder in gesellschaftlichen Rollenbildern. Der Tag erinnert daran, dass Gleichberechtigung noch keine Selbstverständlichkeit ist. Gleichzeitig ist er auch ein Tag der Anerkennung und der Dankbarkeit. Anerkennung für all jene Fortschritte, die bereits erreicht wurden, und Dankbarkeit gegenüber den Generationen von Frauen, die sich mit großem Mut und unter deutlich schwierigeren Bedingungen für ihre Rechte eingesetzt haben. Viele Errungenschaften, die heute selbstverständlich erscheinen, waren hart erkämpft. Darüber hinaus steht der Weltfrauentag für weltweite Solidarität. Während wir in Europa bereits viel erreicht haben und unsere Rechte aktiv einfordern konnten, ist das in vielen Teilen der Welt noch immer nicht möglich. Der Tag verbindet Frauen über Ländergrenzen hinweg und erinnert uns daran, dass Gleichberechtigung ein globales Anliegen ist.


Sind Frauen bessere Unternehmerinnen?
 
Diana Eglseder: Ich würde nicht sagen, dass Frauen grundsätzlich die besseren Unternehmerinnen sind – solche Generalisierungen greifen zu kurz. Menschen bringen unterschiedliche Fähigkeiten, Erfahrungen und Motivationen mit, die darüber entscheiden, wie erfolgreich sie ein Unternehmen führen. Entscheidend ist die Kombination vielfältiger Perspektiven. Gleichzeitig steht außer Frage, dass Frauen hervorragende Führungskräfte sein können. Studien zeigen, dass diverse Führungsteams resilienter, innovativer und oft auch wirtschaftlich erfolgreicher sind. Unterschiedliche Sichtweisen helfen, bessere Entscheidungen zu treffen und komplexe Herausforderungen zu lösen. Wichtig ist daher Chancengleichheit: Potenziale sollten unabhängig vom Geschlecht erkannt und gefördert werden. Dazu gehört auch, Frauen gezielt in Führungspositionen zu bringen. Nicht aus Symbolgründen, sondern weil Organisationen nachweislich von Vielfalt profitieren.


Gibt es eine spezielle Unterstützung für Gründerinnen?
 
Diana Eglseder: Ja. 2022 habe ich gemeinsam mit Magdalena Meusburger die Fempower Community gegründet. Unser Ziel ist es, Frauen mit unternehmerischen Vorhaben gezielt zu stärken. Vor allem in gesellschaftlichen und strukturellen Herausforderungen, an denen es häufig scheitert und der eigenen Persönlichkeitsentwicklung. Frauen sind nämlich exzellent ausgebildet und fachlich sehr stark in ihrem Wissen und Können. Dafür bieten wir quartalsweise Trainings auf der Soft-Skill-Ebene an, etwa zu Präsenz, Kommunikation, mentaler Gesundheit, gesunder Performance oder Führung. Zusätzlich bauen wir unser Mentoring-Programm wieder auf, um Frauen besser zu vernetzen und ihnen Sparring-Partnerinnen zur Seite zu stellen. Auch bei Startup Vorarlberg gibt es spezielle Zuschüsse für Gründerinnen in der Inkubation: Female Founders können bis zu 10.000 Euro für die Weiterentwicklung ihrer Idee erhalten.


Was möchtest du Gründerinnen mit einer Geschäftsidee mit auf den Weg geben?
 
Diana Eglseder: Lass dir niemals von irgendjemandem einreden, dass du etwas nicht kannst oder nicht imstande bist, deinen eigenen Weg zu gehen. Wenn du eine Vision oder ein Vorhaben hast, dann solltest du dem unbedingt nachgehen. In den vergangenen Jahren durfte ich nämlich viele Menschen kennenlernen, die für ein Thema oder eine Idee gebrannt haben, sich aber nicht getraut haben, dem – ich nenne es mal „inneren Ruf“ – wirklich zu folgen. Gleichzeitig waren unter den Begegnungen auch Menschen, die mir gesagt haben, sie würden sich so sehr wünschen, eine solche klare Vision oder Herzensidee zu haben – etwas, das sie wirklich antreibt und nicht mehr loslässt. Seither weiß ich: Es ist ein echtes Privileg, einen kreativen und motivierten Geist zu haben. Und es wäre viel zu schade, dieses Potenzial ungenutzt zu lassen oder sich von äußeren Umständen bei der Umsetzung eigener Ideen entmutigen zu lassen.


Vielen Dank für das Interview.