Kontextstudium erweitert Horizont
28.04.2026
Exkursion von FHV-Studierenden beim Landesvolksanwalt bot eindrucksvollen Einblick in die Arbeit der Menschenrechtsinstitution.
Das Kontextstudium an der FHV ist ein fester Bestandteil der Masterstudiengänge und ermöglicht Studierenden, über die eigene Fachrichtung hinaus Kompetenzen zu erwerben. Das Angebot umfasst interdisziplinäre Lehrveranstaltungen, Projekte sowie internationale Angebote und fördert den Blick über den Tellerrand. Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Menschenrechte im beruflichen Kontext“ hatten die Studierenden die Möglichkeit, einen Einblick in die Arbeit des Landesvolksanwalts für Vorarlberg, Klaus Feuerstein, zu erhalten. Die Exkursion wurde von der Lehrbeauftragten und Juristin Smera Rehman organisiert und vermittelte den Studierenden einen praxisnahen und anschaulichen Eindruck von der Arbeit dieser bedeutenden Menschenrechtsinstitution.
Menschenrechte in der Praxis
Smera Rehman betonte: „Als Menschenrechtsjuristin ist es mir ein besonderes Anliegen, Studierenden aller Studienrichtungen der FHV die Bedeutung der Menschenrechte nahezubringen. Menschenrechte sind kein abstraktes Konzept, sondern betreffen jeden Lebensbereich und jede berufliche Tätigkeit. Ob in der Technik, im Gesundheitswesen, im Sozialbereich, im Management oder in der Verwaltung: Überall werden Entscheidungen getroffen, die Auswirkungen auf die Würde, Gleichbehandlung und Rechte von Menschen haben. Deshalb ist es mir wichtig, den Studierenden zu zeigen, wie Menschenrechte in der Praxis angewendet werden können und welche Verantwortung jede und jeder Einzelne im Alltag trägt.“
Der Landesvolksanwalt brachte den Studierenden das Mandat, die Aufgabenbereiche und die Befugnisse des Landesvolksanwalts näher. Als Organ des Vorarlberger Landtags prüfen der Landesvolksanwalt und sein Team seit 1985 mögliche Missstände in der Landes- und Gemeindeverwaltung, kontrollieren die Rechtmäßigkeit und Fairness behördlichen Handelns und dienen als unabhängige Anlaufstelle für Menschen, die sich von Behörden ungerecht behandelt fühlen.
Rolle im Alltag
Die Studierenden erhielten dadurch nicht nur ein vertieftes Verständnis für Verwaltungs- und Menschenrechtsfragen, sondern auch einen realistischen Eindruck davon, wie Menschenrechte und Anti-Diskriminierungsarbeit im Alltag eine Rolle spielen.
Anhand konkreter Beispiele aus der Praxis zeigte der Landesvolksanwalt auf, wie er Beschwerden über Behördenentscheidungen prüft, Missstände feststellt und Empfehlungen ausspricht, Diskriminierungsfälle nach dem Antidiskriminierungsgesetz bearbeitet, als Antidiskriminierungsstelle des Landes Vorarlberg agiert und den Monitoring-Ausschuss zur UN‑Behindertenrechtskonvention leitet. "Die Exkursion trug wesentlich dazu bei, theoretische Inhalte mit realen beruflichen Herausforderungen zu verknüpfen", so Smera Rehman abschließend.