„Die richtigen Fragen zur richtigen Zeit“
15.09.2026
Was begeistert dich an deiner Arbeit als Innovationsmanager?
Bernhard Fäßler: Mich begeistert vor allem die Möglichkeit, neue Ideen frühzeitig zu erkennen und daraus konkrete Projekte für die Energiezukunft zu entwickeln. Besonders spannend finde ich die Verbindung von Technologie, Wirtschaft und Menschen, denn die besten Innovationen entstehen meist dann, wenn unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen. Es macht einfach Spaß, sich beruflich mit Themen zu beschäftigen, die heute noch wie Zukunftsmusik klingen und morgen schon Realität sein können.
Warum sollte man nie aufhören Fragen zu stellen?
Bernhard: Man sollte nie aufhören, Fragen zu stellen, weil Neugier der Ausgangspunkt für jedes Lernen und jede Innovation ist. Oft entstehen die besten Ideen nicht durch Antworten, sondern durch die richtigen Fragen zur richtigen Zeit. Außerdem habe ich festgestellt, dass Menschen, die viele Fragen stellen, meist nicht weniger wissen, sondern mehr verstehen wollen.
Du hast an der FHV und auch in Norwegen studiert. Wie haben diese Erfahrungen deinen Weg geprägt?
Bernhard: Das Studium an der FHV und an der Universität Agder in Norwegen hat meinen Blick auf Technik, Innovation und Zusammenarbeit stark erweitert. An der FHV habe ich eine sehr praxisnahe Ausbildung erhalten, während ich in Norwegen gelernt habe, Herausforderungen aus einer internationalen Perspektive zu betrachten und offen für neue Denkweisen zu sein. Rückblickend haben beide Erfahrungen dazu beigetragen, dass ich heute Veränderungen als Chance sehe und auch bei komplexen Fragestellungen gerne über den Tellerrand hinausblicke.
Mit welchen Projekten beschäftigst du dich momentan?
Bernhard: Momentan beschäftige ich mich vor allem mit Zukunftsthemen im Energiebereich. Dazu gehören Projekte rund um künstliche Intelligenz, Batteriespeicher, Wasserstoff sowie die Frage, wie wir unser Energiesystem flexibler und effizienter gestalten können. Daneben forsche und unterrichte ich weiterhin an der Universität Agder, was mir hilft, aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen direkt mit den praktischen Herausforderungen im Energiebereich zu verbinden. Besonders spannend finde ich, dass man dabei nie auslernt, denn gefühlt kommt jede Woche eine neue Technologie oder Idee dazu, die man sich genauer ansehen sollte.
Wie entsteht aus einer Idee ein erfolgreiches Projekt?
Bernhard: Aus einer Idee wird dann ein erfolgreiches Projekt, wenn man sie früh mit der Realität abgleicht und den konkreten Nutzen im Blick behält. Gute Ideen gibt es viele, entscheidend ist aber, die richtigen Menschen zusammenzubringen, mutig zu testen und aus Rückschlägen zu lernen. Innovation ist deshalb selten ein Geistesblitz, sondern meistens das Ergebnis von Neugier, Ausdauer und einer guten Portion Teamarbeit.
Welche Skills gewinnen deiner Meinung nach in Zukunft an Bedeutung? Was müssen junge Menschen abseits von Fachwissen mitbringen?
Bernhard: Ich bin überzeugt, dass neben Fachwissen vor allem Neugier, kritisches Denken, Lernbereitschaft und die Fähigkeit, mit Veränderungen umzugehen, immer wichtiger werden. Technologien entwickeln sich heute so schnell, dass niemand alles wissen kann und man Informationen einordnen, hinterfragen und bewerten können muss. Wer offen bleibt, die richtigen Fragen stellt und gut mit anderen zusammenarbeitet, hat daher oft einen größeren Vorteil als jemand, der nur auf bestehendes Wissen setzt.
Vielen Dank für das Interview.
Tätigkeit: Leiter des Innovationsmanagements bei den illwerke vkw
Studienabschlüsse: Bachelor und Master in Mechatronik
Motto: never stop questioning