• #forschung
  • #forschungsnewsletter

Gesundheitsversorgung neu denken: Wie digitale Technologien Patient:innen unterstützen können

16.09.2026
Die Gesundheitsversorgung steht vor großen Herausforderungen: Die Bevölkerung wird älter, chronische Erkrankungen nehmen zu und gleichzeitig fehlen vielerorts Fachkräfte. Digitale Gesundheitstechnologien könnten dazu beitragen, die Versorgung auch künftig patient:innenorientiert, zugänglich und qualitativ hochwertig zu gestalten.


Key Takeaways:

-       Digitale Innovation für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung: Neue Technologien helfen, Versorgungskapazitäten zu sichern und das Gesundheitssystem zu entlasten.

-       Mehr Selbstständigkeit für Patient:innen: Telemedizinische Angebote fördern Gesundheitskompetenz und aktive Mitwirkung im Behandlungsprozess.

-       Menschzentrierte Technologien mit Mehrwert: Digitale Lösungen verbessern die Vernetzung, entlasten Fachkräfte und ergänzen die persönliche Betreuung.

 

Wie digitale Technologien Menschen im Umgang mit Erkrankungen unterstützen und neue Versorgungsmodelle ermöglichen können, erforscht das Forschungszentrum Human-Centred Technologies (HCT) der FHV gemeinsam mit Partnern in den Projekten APAT4PATIENTS und eNSPIRE1.

„Der demografische Wandel und die Ressourcenknappheit erfordern innovative Versorgungsformen, um die Versorgungsqualität zu halten oder sogar zu verbessern“, betont Projektleiterin und Wissenschaftlerin am Forschungszentrum HCT der FHV Katrin Paldán.

 

Wenn medizinische Versorgung nach Hause kommt

Im Interreg ABH VI geförderten Projekt APAT4PATIENTS (Telemedizin in der ambulanten Antibiotikatherapie) steht die ambulante parenterale Antibiotikatherapie im Mittelpunkt. Patient:innen können ihre intravenöse Antibiotikabehandlung zuhause fortsetzen, anstatt über längere Zeit im Krankenhaus zu bleiben. Forschende untersuchen, wie Wearables also am Körper getragene digitale Messgeräte zur kontinuierlichen Erfassung von Vitalparametern, und telemedizinische Visiten die Sicherheit dieser Behandlungsform erhöhen können.

Das Potenzial ist groß: Krankenhäuser werden entlastet, Versorgungskapazitäten erweitert und Patient:innen gewinnen mehr Selbstständigkeit im Alltag.

 

Digitale Unterstützung für das Leben mit Diabetes

Das Projekt eNSPIRE1 widmet sich dem Alltag von Menschen mit Typ-1-Diabetes. Neben medizinischen Daten spielen auch emotionale, soziale und praktische Herausforderungen eine entscheidende Rolle im Krankheitsmanagement.

eNSPIRE1 (Bedarfsgerechte digitale Unterstützung für emotionale, soziale und praktische Herausforderungen im Krankheitsmanagement) wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur gefördert, die im Rahmen des FFG-Förderprogramms benefit bereitgestellt werden.

Die Forschenden entwickeln eine digitale Plattform, die Gesundheitsdaten, KI-gestützte Informationen und den Austausch mit geschulten Betroffenen verbindet. „Unser Ziel ist es, die Gesundheitskompetenz zu stärken und Betroffene dabei zu unterstützen, ihre Erkrankung besser zu verstehen und selbstbestimmt zu handeln“, betont Paldán.

 

Technologie als Teil einer nachhaltigen Gesundheitsversorgung

Ob Telemedizin oder digitale Selbstmanagement-Unterstützung: Beide Projekte zeigen, wie Technologien Menschen und Gesundheitsfachkräfte unterstützen können, ohne persönliche Betreuung zu ersetzen.

Angesichts des demografischen Wandels, der steigenden Zahl chronischer Erkrankungen und des Fachkräftemangels könnten solche Ansätze künftig wichtige Bausteine einer nachhaltigen Gesundheitsversorgung sein. Die Forschung an der FHV liefert damit wertvolle Erkenntnisse darüber, wie digitale Innovationen dazu beitragen können, Gesundheitsversorgung patient:innenorientierter, effizienter und zugänglicher zu gestalten.

 

Kontakt:

Profilbild von Katrin Paldan | © Nina Broell / FHV


Dr. Katrin PALDAN
Senior Scientist mit Gruppenleitung

+43 5572 792 3791
katrin.paldan@fhv.at