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KI-Geschäftsmodelle im Wandel: FHV-Forschung untersucht Muster und Potenziale

16.02.2026
Während weltweit KI-Startups in rasantem Tempo neue Produkte entwickeln und Millionen an Investments anziehen, stehen viele etablierte Unternehmen vor der Frage, wie sie KI sinnvoll und strategisch in ihr Geschäftsmodell integrieren sollen.

 

Genau hier setzt die aktuelle Forschung der FHV – Vorarlberg University of Applied Sciences an: Die Blum Stiftungsprofessur und Forschungsgruppe für Digital Business Transformation untersucht die „Landschaft von KI-Geschäftsmodellen“ und analysiert, welche Muster sich aus internationalen KI-Startups ableiten lassen und was diese Erkenntnisse für die regionale Wirtschaft bedeuten.
„Wir betrachten KI nicht nur als Technologie, sondern als strategischen Faktor im Geschäftsmodell“, erklärt Marcus Bentele, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsgruppe Digital Business Transformation an der FHV und Projektleiter. „Das ist entscheidend, um zu verstehen, wie Innovation entsteht und welche Strukturen sich in der KI-Ökonomie herausbilden.“

 

Forschungsfokus: Von Startups zu etablierten Unternehmen

Der aktuelle Schwerpunkt der Forschung liegt auf KI-Startups, die KI als Hauptprodukt anbieten – von Chatbots und KI-Agenten bis zu Infrastruktur-Anbietern für Training und Betrieb. Die Analyse umfasst:

  • Typen von Geschäftsmodellen (Infrastruktur, Modellentwicklung, Datenbereitstellung, KI-Services, Datenmonetarisierung, Robotik)
  • Vernetzung und gegenseitige Beeinflussung der Modelle
  • Rolle von KI als Werttreiber im Geschäftsmodell

 

Ein Blick in die Forschung – Interview mit Marcus Bentele


Was bedeutet „Landschaft von KI-Geschäftsmodellen“ konkret?


„Wir analysieren Geschäftsmodelle von KI-Startups, die KI als Kernprodukt vertreiben. Uns interessiert, wie diese Modelle Wert schaffen, welche Muster sich zeigen und wie sie sich gegenseitig beeinflussen.“


Welche Trends erwartest du in den nächsten fünf Jahren?

„Sinnvolle Vorhersagen sind schwierig – ChatGPT ist erst drei Jahre alt, und seither war die Entwicklung rasant. Ich bin aber zuversichtlich, dass Unternehmen sich in den nächsten fünf Jahren vom explorativen KI-Einsatz hin zur strategischen Integration bewegen. Meine Forschung soll diesen Wandel konkret unterstützen.“


Gab es überraschende Erkenntnisse?

„Die Bandbreite der KI-Startups hat mich überrascht: vom medizinischen Chatbot über eine automatisierte Bienenwabe bis hin zu einem KI-Forschungsunternehmen mit Milliardenbewertung. Das zeigt, wie unterschiedlich Wertschöpfung mit KI aussehen kann.“


Warum ist das Thema für Vorarlberg relevant?

„Die industrielle Basis Vorarlbergs befindet sich mitten in einer digitalen Transformation. KI kann die Effizienz steigern, neue datenbasierte Services ermöglichen und langfristige Wettbewerbsvorteile schaffen. Doch damit KI nicht bei einzelnen Pilotprojekten stehen bleibt, braucht es ein klares Verständnis der Wertschöpfungslogik dahinter. Mit unserer Forschung liefern wir diese Orientierung: Wie kann KI strategisch verankert werden, sodass sie nicht nur Technologie, sondern Treiber neuer Geschäftsmodelle wird?“

 

Empfehlungen für Unternehmen

  • Technologie verstehen: Ignorieren ist der falsche Weg, der Kompetenzaufbau ist eine Voraussetzung.
  • Kein Lizenz-Aktionismus: Nur Copilot-/ChatGPT-Lizenzen ausrollen und Teams „loslegen“ lassen, ohne Zielbild, führt selten zu nachhaltigem Nutzen.
  • Problem first statt Tool-Schlacht: Erst erheben, was die erfolgskritischen Elemente des Geschäftsmodells sind und wo Bottlenecks entstehen und danach gezielt KI-Lösungen auswählen.
  • Menschen mitnehmen: Meist ist nicht die Technologie das Problem, sondern Ungewissheit und fehlende Kompetenz. Change-Management, Rollenklarheit und Weiterbildung sind entscheidend.

 

Ausblick: Von Startups zu etablierten Unternehmen

Das Forschungsprojekt wird im Laufe des Jahres auf etablierte Unternehmen ausgeweitet. Ziel ist, Erfolgsfaktoren für KI-Geschäftsmodelle zu identifizieren und praxisnahe Empfehlungen für die regionale Wirtschaft zu entwickeln. Damit Vorarlbergs Unternehmen nicht nur Technologien übernehmen, sondern Wertschöpfung neu denken.

Unternehmen in Vorarlberg können sich über Workshops, Transferangebote und Kooperationen mit der FHV aktiv einbringen. So wird KI nicht nur ein Trend, sondern ein echter Standortvorteil.

 

Kontakt:

Mitarbeiterfoto von Bentele Marcus | © Nina Bröll / FHV


Marcus Bentele, B.Sc. MSc
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Forschungsgruppe Digital Business Transformation 

+43 5572 792 3884
marcus.bentele@fhv.at