Remote Work und Welfare Services im Gemeindecheck
01.07.2026Key-Takeaways
- FHV-Studierende prüften gemeinsam mit Gemeinden die Umsetzbarkeit innovativer Zukunftskonzepte.
- Digitale Bürger:innenservices und der Ausbau digitaler Kompetenzen überzeugen die meisten Gemeindevertreter:innen.
- Die Ergebnisse unterstützen Gemeinden dabei, Remote Work und Welfare Services gezielt weiterzuentwickeln.
Im Rahmen des Interreg Alpine Space Projekt Apollo wurden im Vorjahr von FHV-Studierenden in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Doren Handlungsempfehlungen zur Förderung von Remote Work und Welfare Services in ländlichen Gemeinden entwickelt. Ziel des aktuellen Projekts war es, diese Empfehlungen auf ihre praktische Umsetzbarkeit zu prüfen und zu bewerten, welche Maßnahmen von Gemeinden realistisch umgesetzt werden können. Dazu führte das Team Interviews mit Bürgermeister:innen und Amtsleiter:innen durch und ergänzte diese durch eine digitale Befragung weiterer Gemeinden. Insgesamt nahmen 23 Gemeindevertreter:innen teil, aus dem Bregenzerwald, dem Montafon, dem Leiblachtal, dem Walgau, dem Rheintal und der Bodenseeregion, annähernd ein Viertel aller Vorarlberger Gemeinden. Ergänzend erstellte das Team eine simulationsbasierte Finanzplanung, SWOT-Analysen sowie Marketingansätze für die am höchsten priorisierten Konzepte.
Virtuelles Bürger:innen Servicecenter
Die Ergebnisse zeigen klar: Maßnahmen mit unmittelbarem Alltagsbezug werden am stärksten befürwortet. Die Konzepte zu einem virtuellen Bürger:innen Servicecenter sowie zu regelmäßigen Kursen und Workshops zur Stärkung digitaler Kompetenzen erhielten die höchsten Prioritätswertungen und rangierten in allen Bezirken konstant weit vorne. Auch die Ideen zu Jobsharing über Gemeindegrenzen hinweg und ein Peer-Monitoring-Ansatz wurden bezirksübergreifend als relevant eingestuft, wobei beide Maßnahmen in Feldkirch und Bludenz unter den Top-6 lagen, im Bezirk Bregenz hingegen deutlich niedriger gewichtet wurden. Weniger Zustimmung fanden hingegen experimentellere Ansätze wie Remote-Work-Playgrounds oder 24/7-Kinderbetreuungsslots.
„Die Ergebnisse zeigen, wo Gemeinden gemeinsam ansetzen können: Eine stärkere digitale Zusammenarbeit mit Bürger:innen und eine gemeindeübergreifende Kooperation, etwa beim Jobsharing oder bei digitalen Serviceangeboten, bieten konkretes Potenzial für die Zukunft ländlicher Gemeinden in Vorarlberg“, so Projektleiter Florian Maurer von der FHV.
Zum Projektabschluss übergab das Team im Rahmen der Regio-Sitzung der Gemeinde Doren sowie dem Regio Bregenzerwald, jeweils in Vertretung des Landtagsabgeordneten und Bürgermeisters von Doren, Guido Flatz, einen vollständigen Bericht mit priorisierten und wirtschaftlich evaluierten Handlungsempfehlungen. Die Ergebnisse sollen Gemeinden dabei unterstützen, Remote Work und moderne Welfare Services schrittweise zu implementieren.
FAQ
Was ist das APOLLO-Projekt?
APOLLO ist ein von Interreg Alpine Space gefördertes Forschungsprojekt. Es untersucht, wie Digitalisierung, Remote Work und Welfare Services die Lebens- und Arbeitsqualität im Alpenraum verbessern können.
Welchen Beitrag leisteten die FHV-Studierenden?
Die Studierenden überprüften die praktische Umsetzbarkeit zuvor entwickelter Handlungsempfehlungen und bewerteten diese gemeinsam mit Vorarlberger Gemeinden hinsichtlich ihrer Priorität und Wirtschaftlichkeit.
Welche Maßnahmen bewerteten die Gemeinden als besonders relevant?
Die höchste Zustimmung erhielten ein virtuelles Bürger:innen-Servicecenter sowie Angebote zur Förderung digitaler Kompetenzen. Auch gemeindeübergreifendes Jobsharing wurde positiv bewertet.
Wie profitieren Gemeinden von den Ergebnissen?
Der Abschlussbericht liefert priorisierte und wirtschaftlich evaluierte Handlungsempfehlungen, die Gemeinden bei der schrittweisen Einführung von Remote Work und modernen Welfare Services unterstützen.