Wissenstransferworkshop zum Lastmanagement von E-Bus-Flotten
03.02.2026
Der Betrieb einer E-Bus-Flotte bringt im Vergleich zu Dieselbussen vielfältige Herausforderungen mit sich: Welche Busse haben auf welchen Umläufen Reichweitenprobleme? Wie ändert sich der Energieverbrauch im Winter und Sommer im Vergleich zu Frühling und Herbst aufgrund der Heizung bzw. Kühlung der Innenräume? Ist die installierte Ladeinfrastruktur ausreichend? Wie können Lastspitzen an den Ladestandorten vermieden werden? Wie sehr ließen sich durch ein optimiertes Lademanagement Betriebskosten sparen? Mit welchem Aufwand ist ein solches Lademanagement verbunden?
Diesen Herausforderungen widmet sich das Interreg ABH geförderte Projekt FreeE‑Bus, an dem zwei Hochschulen und drei Unternehmen beteiligt sind. Beim Wissenstransferworkshop am 21. Jänner 2026 an der FHV wurden die bisherigen Ergebnisse mit 34 Teilnehmer:innen vorgestellt und intensiv diskutiert.
Beiträge aus dem Projekt:
- Hochschule Ravensburg‑Weingarten (RWU) zeigte, wie aus GPS-Daten realistische Routen und Energieverbräuche abgeleitet werden können.
- Die FHV präsentierte auf Basis dieser Daten eigene Simulations- und Optimierungsmodelle, mit denen sich Ladelastverläufe analysieren und gezielt nach unterschiedlichen Zielgrößen – etwa Kosten, Netzbelastung oder Reichweite – optimieren lassen.
- RWU, FHV und die E-VO eMobility präsentierten anschließend, wie in einem prototypischen Test optimierte Ladepläne umgesetzt werden können.
- vorarlberg netz, Verkehrsverbund Vorarlberg (VVV), illwerke vkw und vkw vlotte ergänzten den wissenschaftlichen Input mit einem praxisnahen Erfahrungsbericht aus Planung, Umsetzung und Betrieb von Ladeinfrastruktur und E-Busflotte.
Relevanz für Region und Gesellschaft
Das Projekt hat nicht nur für Vorarlberg und die Bodenseeregion eine hohe Bedeutung. Zu den Zielgruppen zählen:
- Softwarehersteller für Ladelastmanagement, Umlaufplanung, Disposition etc., die die im Projekt entwickelte Open Source Software integrieren können.
- Busunternehmen, die ihre Flotten, Ladeinfrastruktur und Umläufe nach unterschiedlichen Gesichtspunkten analysieren und optimieren möchten.
- Ladeinfrastruktur-Betreiber, die mit den entwickelten Tools die Planung und den Betrieb verbessern können.
- Energieversorger, die Energie- und Leistungspreise auf Basis der Simulationen und Optimierungen gestalten.
- Verkehrsverbünde und Kommunen, die Unterstützung bei der strategischen E‑Bus‑Planung benötigen. Datenbasierte Analysen bilden z. B für den VVV die Grundlage des E-Busflottenaufbaus.
- Technische Büros und Energieagenturen, die fundierte Entscheidungshilfen für Auslegung und Beratung erhalten.
- Hochschulen, die durch die Zusammenarbeit mit anderen Zielgruppen neue Kompetenzen im Bereich Ladelastmanagement und E-Mobilität aufbauen – im Folgeprojekt ENABLE auch für E‑LKW‑Flotten.
Mehr erfahren
Die Präsentationen des Workshops können von der Projektwebseite https://calc.labs.fhv.at/~freeebus/ heruntergeladen werden. Bis zum Projektende am 30. Juni 2026 werden die Projektwebseite und die dort verlinkten, öffentlich zugänglichen Github-Seiten erweitert und vervollständigt.
Förderprogramm
Dieses Projekt wird aus Mitteln des interreg VI Programms Interreg Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein durchgeführt, das aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert wird.
Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.interreg.org/
Für mehr Informationen zu unseren Forschungsaktivitäten im Bereich E-Bus- und E-LKW-Flotten:
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Dr. Klaus Rheinberger |
Prof. (FH) Dr. Peter Kepplinger Leiter illwerke vkw Stiftungsprofessur für die Energieeffizienz, Leiter des Forschungszentrums Energie +43 5572 792 3801 peter.kepplinger@fhv.at |