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Promotionsrecht für Fachhochschulen

31.07.2026
Österreichs Fachhochschulen leisten Spitzenforschung mit direktem Nutzen für Wirtschaft und Gesellschaft. Dennoch fehlt ihnen bis heute die Möglichkeit, eigenständig Promotionsstudiengänge anzubieten. Die FHV fordert daher gemeinsam mit der Fachhochschulkonferenz (FHK), forschungsstarken Fachhochschulen ein akkreditiertes Promotionsrecht in klar definierten Bereichen der angewandten Forschung zu ermöglichen.
 
Wie groß die Benachteiligung ist, zeigt das Beispiel von Philipp Wohlgenannt. Seine Dissertation entstand am Josef Ressel Zentrum für Intelligente Thermische Energiesysteme der FHV und hilft Unternehmen, ihren Energiebedarf besser an die Erzeugung aus erneuerbaren Energien anzupassen. Finanziert wurde die Forschung durch österreichische Partner:innen und Fördergeber:innen. Promovieren musste er dennoch an der University of Agder in Norwegen.
 
Der Fall steht exemplarisch für ein strukturelles Problem: Obwohl Forschung, Finanzierung und wirtschaftlicher Nutzen in Österreich entstehen, dürfen Fachhochschulen keine eigenen Promotionsstudiengänge anbieten. Die wissenschaftliche Reputation solcher Arbeiten kommt damit ausländischen Hochschulen zugute. Für Doktorand:innen bedeutet es ein höherer organisatorischer Aufwand.
 
Die FHV unterstützt daher die Forderung der FHK und appelliert an die Bundesregierung, rasch die gesetzlichen Voraussetzungen für ein akkreditiertes Promotionsrecht in der angewandten Forschung zu schaffen.
 


Keine Kopie der Universitäten

„Wir fordern keine Kopie der Universitäten, sondern eine wichtige Ergänzung für den Forschungsstandort Österreich. Forschungsstarke Fachhochschulen sollen die Möglichkeit erhalten, akkreditierte Promotionsstudiengänge in der angewandten Forschung anzubieten“, betont Forschungsleiter Markus Preißinger.
 
„Akkreditierte Promotionsstudiengänge sind der nächste Schritt in der Weiterentwicklung der Fachhochschulen. Sie stärken die angewandte Forschung und erhöhen die internationale Wettbewerbsfähigkeit Österreichs“, sagt FHV-Geschäftsführer Stefan Fitz-Rankl.