Zusammen mit sieben anderen europäischen Hochschulen hat sich die FH Vorarlberg im Februar als Netzwerk zur „European University“ beworben.

Die von der Europäischen Kommission ausgewählten Hochschuleinrichtungen wurden am 9. Juli veröffentlicht. Ab sofort darf sich die FH Vorarlberg „European University“ nennen und ist somit in ihrem Netzwerk eine von insgesamt 41 „Europäischen Hochschulgemeinschaften“.
Die Initiative „European Universities“ ist eine neue Form der engen Zusammenarbeit zwischen Hochschuleinrichtungen in Europa. Diese „European Universities“ bestehen aus verschiedenen universitären Netzwerken in der gesamten EU. Am 9. Juli hat die Europäische Kommission die zusätzlichen 24 europäischen Hochschulen vorgestellt, die den ersten 17 Allianzen beitreten werden. Diese wurden bereits 2019 ausgewählt.

Die FH Vorarlberg hat mit sieben anderen Hochschulen in Europa das Regional University Network („RUN-EU“) gegründet und sich als Europäische Universität beworben. Die Mitglieder* der RUN-EU Allianz sind dynamische Hochschulen, die stark regional verankert sind und gleichzeitig über nachgewiesene Erfolge und ein hohes Engagement in Lehre und Forschung verfügen. Der Fokus liegt dabei auf technischen Universitäten und Hochschulen, polytechnischer Institute und Fachhochschulen, die einen gemeinsamen Hintergrund in der erfolgreichen Zusammenarbeit mit der Industrie und regionalen Akteuren in Lehre und Forschung vorweisen. Das internationale Netzwerk kommt gemeinsam auf 75.830 Studierende, 8.018 Mitarbeitende, 53 Fachbereiche und 97 Forschungszentren.

Schrankenloses Studieren
„Eine ‚European University‘ fungiert als Vorzeigemodell im Bereich hochqualitative Lehre, Forschung, Innovation und leistet darüber hinaus einen wertvollen Beitrag zur Regionalentwicklung. Gerade das mehrsprachige Lernen und die Entwicklung von gemeinsamen Bildungs- und Forschungsprogrammen sind besonders wichtig für die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit im Land“, erklärt Landeshauptmann Markus Wallner. „Für uns als FH Vorarlberg und die gesamte Region heißt das eine noch stärkere internationale Vernetzung und Mobilität. Wir haben dadurch die Chance, die an den einzelnen Standorten vorhandene Exzellenz und Expertise zu bündeln und weiter auszubauen“, freut sich auch FH-Geschäftsführer Stefan Fitz-Rankl.

Das RUN-EU Netzwerk hat sich hohe Ziele gesetzt: „Wir möchten unter anderem die schrankenlose Mobilität von Studierenden und Lehrenden, wissenschaftlichen Fachkräften und anderen Mitarbeitenden sowie interregionale europäische Innovationszentren schaffen, die gemeinsame Forschungsaktivitäten mit der Industrie fördern. Außerdem sollen studierendenzentrierte und flexible europäische PhD-Abschlüsse möglich sein“, so Tanja Eiselen, Rektorin der FH Vorarlberg. Mit den Partnerhochschulen im Netzwerk etabliert die FH Vorarlberg somit im Rahmen der „European University“ eine neue Form der Mobilität von Lehrenden und Studierenden, vernetzt die Weiterbildungsaktivitäten und stärkt die Forschung. „Darüber hinaus werden wir auch das Studienprogramm erweitern und gemeinsam mit den Partnerhochschulen prüfen, welche gemeinsamen Studienprogramme wir entwickeln können.“

Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink betont: „Ich freue mich sehr über diesen beeindruckenden Erfolg. Die FH Vorarlberg ist eine von insgesamt 8 europäischen Hochschulen in ganz Österreich, das ist wirklich großartig. Die Mobilität junger Menschen fördert nicht nur die Fremdsprachenkenntnisse und die Praxiserfahrung, sondern ist auch für die persönliche Entwicklung und die berufliche Laufbahn ein Mehrwert.“

Die Initiative „European Universities“
Gemeinsam exzellent - so kann man die Zielsetzung der „European Universities“ kurz zusammenfassen, die den Europäischen Hochschulraum stärken soll. Gelingen soll das durch Hochschulnetzwerke, die durch internationale Kooperation mehrerer Institutionen in verschiedenen EU-Ländern entstehen. Studierende bekommen so die Möglichkeit, einen Studienabschluss durch eine Kombination von Studien in mehreren EU-Ländern zu erwerben.
Die „Europäischen Hochschulen“ verfolgen verschiedene Ziele wie beispielsweise die Erhöhung von grenzüberschreitender Mobilität, Förderung von Spitzenqualität und Exzellenz in Bildung und Forschung, enge Verknüpfung von Lehre, Forschung, Innovation und Wissenstransfer, Förderung des mehrsprachigen Lernens und Entwicklung von gemeinsamen Bildungs- und Forschungsprogrammen und -projekten.

Insgesamt gibt es nun 41 „European Universities“, an denen 280 Hochschuleinrichtungen aus allen Mitgliedstaaten beteiligt sind. Die Auswahl stützte sich auf eine Bewertung, die von unabhängigen externen Sachverständigen (darunter RektorInnen, ProfessorInnen und ForscherInnen), durchgeführt wurde. Nach der Pilotphase 2019 und 2020 im laufenden Programm Erasmus+ soll das neue Konzept in das kommende Erasmus-Programm (2021-2027) implementiert werden.

Insgesamt steht für diese 41 Netzwerke ein Budget von bis zu 287 Millionen Euro zur Verfügung. Jede Allianz erhält bis zu 5 Millionen Euro aus dem Programm Erasmus+ und bis zu 2 Millionen Euro aus dem Programm Horizont 2020 für drei Jahre, um mit der Umsetzung ihrer Pläne zu beginnen und den Weg für andere Hochschuleinrichtungen in der gesamten EU zu ebnen. Die Finanzierung aus beiden Programmen ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Wechselwirkungen zwischen dem Europäischen Bildungsraum und dem Europäischen Forschungsraum. Der Fortschritt jeder Allianz wird genau überwacht.

Die Idee dahinter
Am Anfang steht die Vision: Ein Netzwerk aus Hochschulen verschiedener Länder Europas bildet eine „Europäische Hochschule“ – ein Ort pädagogischer Neuerung und exzellenter Forschung, an dem Studierende in mehreren Ländern und Sprachen studieren. Diese Idee geht zurück auf die Grundsatzrede „Initiative für Europa“ des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron, die er im September 2017 an der Pariser Universität Sorbonne hielt. Sein Vorschlag: die Einrichtung von mindestens 20 „European Universities“ bis zum Jahr 2024. Die EU-Kommission griff diesen Impuls auf und machte die „Europäischen Hochschulen“ zu einem Flaggschiff des Europäischen Bildungsraums, das einer neuen Generation von EuropäerInnen ermöglicht, über Sprachen, Grenzen und Studienfächer hinweg zusammenzuarbeiten, um eine starke europäische Identität zu entwickeln.

* Aus den folgenden Hochschuleinrichtungen besteht das RUN-EU-Konsortium: Polytechnic of Leiria (Portugal), Polytechnic of Cavado and Ave (Portugal), Athlone IT (Irland), Limerick IT (Irland), NHL Stenden (Niederlande), HAMK (Finnland), Széchenyi István University (Ungarn) und FH Vorarlberg (Österreich)


Mehr Informationen zu diesem Thema

Die InitiativeEuropean Universities (BMBWF) 
Initiative „Europäische Hochschulen“
Regional University Network_ RUN-EU
Presseunterlagen Europäische Kommission

Geplante Aktivitäten
Die Allianz RUN-EU plant in den ersten 3 Jahren folgende Aktivitäten:

● Innovative und nahtlose Mobilitätsmatrix
● Interuniversitäre Zukunftsakademien
● Interregionale europäische Innovationszentren (Interregional European Innovation Hubs)
● Gemeinsame fortgeschrittene Programme auf Graduierten- und Postgraduiertenebene
● Neue studierendenzentrierte, europäische und flexible Abschlüsse

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