Mehr als 1,5 Jahre war das Team des Forschungszentrums Energie um Prof. (FH) Dr-Ing. Markus Preißinger gemeinsam mit dem Energieinstitut Vorarlberg beschäftigt, eine Szenarienbetrachtung 2030 für das Energiesystem Vorarlberg zu erstellen. Der Abschluss des Projektes erfolgte jetzt im Rahmen einer Pressekonferenz mit Landeshauptmann Markus Wallner, Landesrat Johannes Rauch und die Prozessleiterin der Energieautonomie, Karin Feurstein-Pichler. Die Beteiligten waren sich dabei einig: wir sind auf einen guten Weg, aber noch lange nicht am Ziel.

Bild: VLK, Julian Bitsche

Nach 10 Jahren Energieautonomie Vorarlberg sehen die absoluten Zahlen in Bezug auf den Endenergieverbrauch ernüchternd aus: dieser stieg um 2,7 % von 2005 bis 2018. Jedoch wurde dieser moderate Anstieg trotz starken Bevölkerungswachstum, dynamischer Wirtschaftsentwicklung und einer Zunahme an Pkws erreicht. Zudem ist für die nächsten Jahre ein gewisser Optimismus gemäß illwerke vkw Stiftungsprofessor Markus Preißinger gerechtfertigt, weil „wir es geschafft haben, den Endenergieverbrauch in einem gewissen Maße von den CO2-Emissionen zu entkoppeln.“ Dies war möglich, weil der Ausbau der Erneuerbaren Energien und dabei insbesondere der Ausbau an Wasserkraft, Photovoltaik und Biomasse in den letzten Jahren stark forciert wurde. Zudem könnte der Einsatz von Öl um deutlich mehr als die Hälfte reduziert werden.
Somit konnten die CO2-Emissionen im Vergleichszeitraum um 5,5 % reduziert werden (Klick für mehr Informationen). Um die ambitionierten Ziele Vorarlbergs (-40 % CO2-Emissionen im Jahr 2030 im Vergleich zum Jahr 2005) zu erreichen, haben die Expertinnen und Experten unterschiedliche Szenarien betrachtet. Es zeigt sich, dass dieses Ziel gerade deswegen möglich ist, weil Vorarlberg bereits vor 10 Jahren den Weg der Energieautonomie eingeschlagen hat. Jetzt gilt es, die Szenarien in konkrete Maßnahmen zu überführen.

Markus Preißinger fasst es so zusammen: Die Energieautonomie Vorarlberg braucht neben den bekannten vier Säulen eine fünfte Säule, nämlich die Querschnittssäule „Mut“. Wir müssen mutig sein den eingeschlagenen Weg, der richtig war, weiterzugehen. Gerade in der jetzigen Zeit sollten wir uns keine Pause erlauben. Wir müssen auch mutig sein nachzujustieren: die guten Dinge weiterzutreiben und in den Dingen, in denen wir noch Nachholbedarf haben, nachzujustieren. Und wir müssen auch mutig sein, uns jetzt geeignete Maßnahmen zu definieren; und zwar mutige Maßnahmen, wie wir die nächsten 10 Jahre gehen. Denn ich glaube das ist Konsens im Land Vorarlberg, in der Politik, in der Wirtschaft und in der Wissenschaft, dass wir gemeinsam diesen Weg auch in den nächsten 10 Jahren erfolgreich weitergehen werden.

Weiterführende Informationen:

Presseaussendung des Landes Vorarlberg

Statement von Markus Preißinger

Szenarienbetrachtung 2030 zum download

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