Die FH Vorarlberg war neben New York, Barcelona, Hong Kong und anderen Weltstädten Schauplatz des Ars Electronica Festivals 2021, „a new digital deal“.

Beim Symposium „disruptivity by design“ konnten sich Teilnehmer:innen vor Ort im vorarlberg museum und online auf der ganzen Welt mit Topspeakern austauschen. credit: FH Vorarlberg

Welche Technologien und Vorstellungen beeinflussen maßgeblich unsere Zukunft leitend? Sind es rein techno-ökonomische Treiber, die diese bestimmen? Oder sind es wir als Menschen und als Gesellschaft, die Technologien so gestalten, dass sie unseren Alltag und unser Zusammenleben unterstützen? Welche Rolle kann Design bei diesem Nachdenkprozess spielen? Diesen Fragen sind die Teilnehmer:innen des “Ars Electronica Garden Vorarlberg“ gemeinsam mit international tätigen Designer:innen, Künstler:innen und Wissenschafter:innen in Workshops, Interventionen und einem abschließenden Symposium im vorarlberg museum nachgegangen. Neben dem Publikum vor Ort in Vorarlberg, gab es digitale Teilnehmer:innen aus der ganzen Welt, die sich über Interaktionstools und Streams am Programm unter dem Titel „disruptivity by design“ beteiligen konnten.

Die Innenstadt von Dornbirn wurde in Audiowalks erkundet, um Wünsche und Bedürfnisse für Wohnquartiere ausfindig zu machen. Der Marktplatz wurde durch spielerische Aktionen neu in Besitz genommen. Workshopleiter Philipp Ehmann: „Wir haben den öffentlichen Raum gehackt und durch Spiel für die Workshopteilnehmer:innen, aber auch Passant:innen die gängige Art und Weise, wie dieser Raum wahrgenommen wird, verändert.“ In den Laboren von InterMedia an der FH Vorarlberg wurden Alltagsgegenstände transformiert, um einfache, disruptive Lifehacks aufzuzeigen. Im Wirkraum der Caritas in Dornbirn wurden die Sustainable Development Goals der UNO durch Design erfahrbar gemacht. Das Künstlerkollektiv „Salon Flux“ entwickelte während des Festivals eine interaktive und kontinuierlich wachsende kollaborative Installation, die sich - digital unterstützt - in den Hallen der CampusVäre manifestiert hat. Anhand des Fallbeispiels "circular economy lab" wurden mit der Designagentur Mostlikely neue Ideen für gemeinschaftlich nutzbare Orte wie leerstehende Fabrikshallen entwickelt. Dabei stand die Frage im Zentrum, wie das kreative, unternehmerische Potenzial der Stadt mit materiellen Ressourcen innovativ verbunden werden kann.

Beim Symposium „disruptivity by design“ konnten sich Teilnehmer:innen vor Ort im vorarlberg museum und online auf der ganzen Welt mit Topspeakern wie dem Direktor des jüdischen Museums Hohenems, Hanno Loewy, zu Fragen von Barrieren in der Kulturvermittlung und Zukunftsszenarien der Technologieentwicklung austauschen.

Initiatorin und InterMedia Studiengangsleiterin Margarita Köhl: „Wichtig war allen Expert:innen, dass wir die Gestaltung unserer Zukunft nicht alleine dem Treiber Technologie und globalen Unternehmen überlassen. Deren Kapazitäten benötigen wir, aber es braucht auch innovative, nachhaltigkeitsorientierte Denkansätze, die zum Beispiel durch spekulatives Design gefördert werden können. Wir alle wollen auf und mit diesem Planeten noch ein Weilchen gut leben, durchaus von Technologie unterstützt - zum Beispiel smarte Technologien, die uns unsere Umwelt besser wahrnehmen lassen oder uns helfen, die Qualität unsere Nachbarschaften zu erhöhen. Wie das gehen kann, dazu wollten wir von InterMedia an der FH Vorarlberg mit unserem Ars Electronica Garden einen Beitrag leisten.“

Die Frage, wie die Verbindung zwischen analogen und digitalen Räumen gelingen kann, wurde in zwei weiteren Projektteilen des „Ars Electronica Garden Vorarlberg“ ausgelotet:

Disruptit Challenge auf Instagram
In dieser Challenge wurden Instagramer:innen auf der ganzen Welt aufgerufen, sich zu überlegen, welche Gegenstände, die sie heute besitzen, 2041 auch noch wichtig sein werden für sie. Die entstandenen Bilder werden Teil eines Langzeitforschungsprojekts, das auf der Seite disruptit.fhv.at weiter wachsen soll.

Disrupt media – ein Projekt in Kooperation mit dem ORF Vorarlberg
Die Idee hinter dem Projekt „disrupt:media!“ war: Im Arbeitsalltag geht einem vieles durch den Kopf, die nächsten Aufgaben, das nächste Meeting. Der Blick in die fernere Zukunft kommt da oft zu kurz. Im Foyer des ORF Funkhauses in Dornbirn wurde ein großer Screen aufgestellt und Menschen aus der ganzen Welt konnten über diesen Screen Fragen an die Mitarbeiter:innen des ORF Vorarlberg stellen. „ Welche Medien gibt es 2041 noch, werden Ton, Bild oder Text wichtiger sein, wird künstliche Intelligenz die Arbeit von Journalist:innen machen?“ Die Fragen sollten zum Innehalten anregen, zum Nachdenken über die Medienzukunft. InterMedia Studiengangsleiterin Margarita Köhl: „Vielen Dank, dass die Mitarbeitenden des ORF Vorarlberg sich diesen Fragen gestellt haben! Wir bedanken uns bei all unseren Kooperationspartnern CampusVäre, vorarlberg museum, dem SDG Forum Vorarlberg, dem Jüdischen Museum Hohenems und dem ORF. Der „Ars Electronica Garden Vorarlberg“ war ein großartiges gemeinsames Projekt verschiedener Player hier in Vorarlberg, das aufgezeigt hat, welche disruptiven Ansätze uns neue Zukünfte erschließen könnten und welche maßgebliche Rolle Design gerade auch hier in Vorarlberg mit seinen urbanen Räumen dabei spielt. Danke an unsere Studierenden – wir hoffen, sie haben die internationale Vernetzung und Kollaboration so genossen wie wir!“

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