Zu diesem regionalen Stakeholder-Meeting trafen sich am 23. Juni 2022 die Stakeholder KAIROS als Beratungsunternehmen des Landes Vorarlberg, Vorarlberger Energienetze GmbH als Netzbetreiber, die E-VO eMobility GmbH als Backend-Anbieter für den Betrieb von Ladestationen und das Verrechnen von Ladevorgängen, die illwerke vkw VLOTTE als Energieversorgungsunternehmen und Ladestellenbetreiber und energylösung4all GmbH als Innovationslabor.

Sie tauschten sich intensiv zum Thema bidirektionalen Laden (V2X Vehicle to X) von E-Autos aus, mit dem Focus auf drei konkreten Fragestellungen und Themenbereiche: 1) Technischer Status Quo – was ist derzeit/kurzfristig möglich? 2) Sozioökonomische Erwartungen – wie schnell und in welchem Ausmaß ist es zu erwarten? 3) Chancen und Hindernisse – welche Möglichkeiten haben wir und welche Hindernisse können wir herausfinden?

Sowohl von VNE als auch der VLOTTE wurden vermehrte Anfragen von Bürger:innen zum bidirektionalen Laden (V2X, einschließlich Vehicle-to-Grid V2G, Vehicle-to-Home V2H und Vehicle-to-Business V2B) registriert. Insbesondere betreffen die Anfragen das Laden zu Hause – Vehicle-to-Home (V2H), was auch zeigt, dass ein hohes Interesse der Kunden an der V2H-Anwendung besteht.

Derzeit wird die V2H-Funktionalität aktiv vermarktet, kann aber aufgrund fehlender technischer Voraussetzungen nicht aktiviert werden.  Bei Kundenanfragen verweist man daher auf Feldtests, wo die technischen Voraussetzungen zur Nutzung von Vehicle-to-Grid V2G und Vehicle-to-Home V2H über eine bestimmte Wallbox - Kostal DC Wallbox - geschaffen werden. Die erforderliche Technologie wird demnächst auf dem Markt verfügbar sein, aber es werden relativ hohe Preise erwartet und die Standardisierung (Zulassung durch den Netzbetreiber) wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.  

Die jüngsten europäischen und österreichischen Entwicklungen zur Definition von Standards für die Integration von E-Fahrzeugen in das Stromnetz beziehen sich insbesondere auf die Anforderungen an die Umrichter. Problematisch ist, dass die Verteilernetzbetreiber unterschiedliche, lokal variierende Einstellungen für die Einspeisung verlangen, wodurch die Anforderungen immer umfangreicher werden und gleichzeitig von den Herstellern in einer standardisierten Weise bereitgestellt werden müssen.  

Die Stakeholder weisen auch darauf hin, dass makroökonomische Anwendungsfälle wie die Regelenergiemärkte oder nationale Elektrizitätsmärkte nicht der richtige Anreiz sind, um Lastmanagement voranzutreiben. Die negativen Auswirkungen von Fahrzeugen, die auf diese Märkte reagieren, werden für Vehicle-to-Grid (V2G) nach aktuellen Analysen schlimmer sein als für reine Ladelastmanagement-Anwendungen von E-Autos.  

Alle Teilnehmer sind sich über das enorme Marktpotenzial von V2X einig, da es die Entwicklung und Vermarktung neuer Technologien und Dienste ermöglicht. Wie lange es dauern wird, bis eine hohe Marktdurchdringung erreicht ist - darüber ist man sich nicht einig: die Schätzungen reichen von 2024 bis 2030.

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